© Landdkreis Bamberg / Symbolbild

Bayerische Impfstart-Pleite: Wertvolle Impfdosen wurden in Bier-Kühlbox transportiert!

Der Impfstart für die sieben Landkreise Coburg, Lichtenfels, Kronach, Kulmbach, Bayreuth, Hof, Wunsiedel und Forchheim verzögerte sich Ende Dezember 2020 aufgrund einer Panne. Bei der Auslieferung der ersten Charge des Impfstoffes für die Impfzentren tauchten Probleme bei der Nachvollziehbarkeit der Kühlkette auf. Beim Auslesen der Temperaturlogger kam heraus, dass die Temperatur über- beziehungsweise unterschritten wurde. Der Grund hierfür hört sich unglaublich an…

Wir berichteten mehrmals darüber:

Impfstoff mit Camping-Kühlboxen transportiert

Die Kühlboxen für den Transport wurden durch die bayerische Landesregierung zur Verfügung gestellt. Der „Spiegel“ recherchierte nun, dass die wertvollen Impfdosen in einer Camping-Kühlbox transportiert wurden. Dem Nachrichtenmagazin zufolge trägt die Box die Bezeichnung „Dometic Coolfreeze CF11“.

Gesundheitsministerium bestätigt „Spiegel“-Recherchen

Da bayerische Gesundheitsministerium bestätigte gegenüber dem „Spiegel“, dass diese Box für den Transport in die oberfränkischen Landkreise zum Einsatz kam. Bei einer einfachen Recherche im Internet kann man die Kühlboxen zum Kauf finden. Sie werden unter anderem als „Mini-Kühlschrank für Camping, Urlaub und Festival“ bei Online-Händlern angeboten. So verfügt die Kühlbox über einen stabilen Tragegriff, ein kompaktes Gehäuse und über zwei integrierte Getränkehalter, unter anderem für Bierdosen.

Experten fassungslos über den Vorfall

Gegenüber dem Hamburger Nachrichtenmagazin fällten gleich mehrere Experten aus der Pharma-Logistik-Branche ein vernichtendes Urteil über den bayerischen Transport der Impfdosen. Sie berichteten, dass derartige Camping-Kühlboxen für derartige Transporte in der Branche nicht zum Einsatz kommen.

Fehlte eine Überprüfung der Boxen nach EU-Standards?

Eine Überprüfung der Boxen im Vorfeld des Transportes, ob diese überhaupt den EU-Standards genügen, gab es laut „Spiegel“ nicht. Nach Aussage des Gesundheitsministeriums hätten diese Testverfahren Wochen – wenn nicht sogar Monate – in Anspruch genommen. Somit überprüfte „nur“ das eigene Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit die Transportboxen. Ob hierbei die EU-Richtlinien befolgt wurden, ist nicht bekannt.

Söder setzt Gesundheitsministerin Huml ab

Unterdessen setzte am heutigen Mittwoch (06. Januar) Ministerpräsident Markus Söder Gesundheitsministerin Melanie Huml ab und versetzte sie in die Staatskanzlei. Wir berichteten! Ob die Transport-Panne zum Impfstart der Auslöser für die heutige Personalentscheidung war – dazu gab es auf der Pressekonferenz keine Auskunft.



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