Brandserie in Memmelsdorf: Demenzkranke Frau muss nicht in Psychiatrie

Über zehn Monate ist es her, dass im Memmelsdorfer Ortsteil Lichteneiche (Landkreis Bamberg) der Keller eines Hochhauses in Flammen stand. Als Tatverdächtige musste sich eine 77-jährige psychisch kranke Frau vor dem Landgericht Bamberg für die Brände verantworten. Am heutigen Dienstag (17. Dezember) ist das Urteil in dem Sicherungsverfahren gefallen. Die Frau muss - entgegen der Forderung der Staatsanwaltschaft - nicht in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht werden.

Kein Tatnachweis für großen Brand am 12. November

Seit November musste sich die 77-Jährige als Tatverdächtige vor dem Landgericht Bamberg für insgesamt sechs Brände verantworten. Die Richter lehnen eine Unterbringung der Frau in einer psychiatrischen Anstalt ab. Sie sahen nur die Schuld im Fall einer kleineren Brandstiftung als erwiesen an. Bei dieser Tat war die demenzkranke Angeklagte jedoch alkoholisiert und deshalb schuldunfähig. Für den großen Brand am 12. Februar und andere Brände könne kein Tatnachweis geführt werden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft kann innerhalb von einer Woche in Revision gehen.

Rückblick: Februar 2019

Die Feuerwehr hatte am Abend des 12. Februar alle Hände voll zu tun: zum einen, um den Brand zu löschen. Zum anderen, um die mehr als 70 Bewohner aus dem Gebäude zu evakuieren. Doch damit nicht genug: Die Menschen konnten wochenlang nicht in ihre Wohnungen zurückkehren. Die Gemeinde Memmelsdorf suchte in Folge händeringend nach Übergangslösungen.

 

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