Coburg: Stadtrat und Brose-Chef Stoschek sprechen sich aus

Offen, aufklärend und nachdrücklich – so haben sich Brose-Chef Michael Stoschek und der Vorsitzende des Coburger Stadtrats, Oberbürgermeister Norbert Tessmer jetzt auseinandergesetzt. Hintergrund war ein Treffen, zu Tessmer geladen hatte. Er wollte Stoschek die Möglichkeit geben, die momentane Situation aus seiner Sicht darzustellen.

„Unser aller Ziel muss es sein, die persönlichen Diffamierungen der Familie Stoschek zu revidieren, und den langjährigen Streit beizulegen“, fasste der Tessmer das Ziel des Treffens zusammen. Einleitend führte er die Geschichte des Streits über die Entscheidung um eine Max-Brose-Straße in Coburg noch einmal aus.

Schilderung aus eigener Sicht

Michael Stoschek schilderte daraufhin seine Sicht der Dinge und sein ganz persönliches Verhältnis zu seinem Großvater. Er sei seinem Großvater, der auch als eine Art Vaterersatz galt, „unendlich dankbar“, so Stoschek. Daher sei er 2004 ob der Entscheidung des Coburger Stadtrates geschockt gewesen. Die Vorwürfe, die seinerzeit gegenüber Max Brose und seiner Rolle während der NS-Zeit in der Berichterstattung der Medien erhoben wurden, deckten sich in keinster Weise mit dem Bild, das er nach den Schilderungen seiner Mutter und Tante von seinem Großvater habe.

Wissenschaftlich Fakten schaffen

Daraufhin habe die Firma Brose den renommierten Historiker Gregor Schöllgen beauftragt, die Familiengeschichte mit besonderem Augenmerk auf Max Brose aufarbeiten zu lassen. Dass Max Brose Parteimitglied in der NSDAP war, zum Wehrwirtschaftsführer berufen wurde und Zwangsarbeiter beschäftigte, „sind Fakten“ die niemand bestreitet, so Stoschek. Allerdings müsse man sie im geschichtlichen Kontext sehen und auch so einordnen. Daher deckten sich die Vorwürfe, die seinerzeit gegenüber Max Brose und seiner Rolle während der NS-Zeit in der Berichterstattung der Medien erhoben wurden, in keinster Weise mit den Schilderungen der Familie , so Stoscheck.

Objektivität gefordert

Abschließend erklärte Stoschek: „Weder 2004 noch heute verlange ich eine Max-Brose-Straße, aber ich fordere Objektivität und Fairness gegenüber einem Menschen, der in der speziellen Coburger Situation in großer Verantwortung stand.“ Weiter erklärte der Brose-Enkel: „Es geht gegenwärtig allein um die Wiedergutmachung einer ungerechtfertigten Beschädigung“. Dies schlug auch Oberbürgermeisters Tessmer vor. Derzeit sei man von Seiten der Verwaltung dabei, einen Beschlusstext für die März-Sitzung des Coburger Stadtrates zu erarbeiten, der genau das zum Inhalt habe.

 



 



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