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Deutschland: Altkanzler Helmut Schmidt ist tot

Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt ist tot. Wie sein Leibarzt am Dienstagnachmittag (10. November) mitteilte, starb der SPD-Politiker am heutigen Tag – gegen 14:30 Uhr – im Alter von 96 Jahren in seiner Heimatstadt Hamburg. Schmidt wurde vor zwei Monaten aufgrund eines Gefäßverschlusses im Bein operiert. Eine Infektion nach der OP belastete seine Gesundheit in der Folge bis zum heutigen Tag.

Aus München zugeschaltet gab uns Inge Aures, Landtagsvizepräsidentin und stellvertretende Fraktionsvorsitzenden der SPD-Fraktion im Landtag, in Oberfranken Aktuell eine erste Stellungnahme zum Tod von Helmut Schmidt:

 

Bundeskanzler von 1974 bis 1982

Schmidt, am 23. Dezember 1918 in Hamburg-Barmeck geboren, war von 1974 bis 1982 deutscher Bundeskanzler. Innerhalb seiner Amtszeit waren der Kampf gegen den RAF-Terror im Inland und die Bewältigung der Rezession, hervorgerufen durch die Ölkrise, zwei Schwerpunktaufgaben seines Handelns.

Ministerposten in Bonn

1953 zog Schmidt zum ersten Mal als Abgeordneter in den Bundestag ein. 1962 legte er das Mandat nieder. Im gleichen Jahr agierte er als Innensenator und Krisenmanager während der Hamburger Sturmflut. 1965 kehrte er in den Bundestag zurück. Vor seiner Kanzlerschaft führte er von 1967 bis 1969 die SPD-Bundestagsfraktion in der Großen Koalition. Ab Oktober 1969 agierte der Sohn eines Volksschullehrers als Verteidigungsminister unter Kanzler Willy Brandt. Im Juli 1972 übernahm Schmidt das Finanzressort. Nach dem Sturz Brandts in der Guillaume-Affäre wurde Schmidt Mitte 1974 mit 267 vom 492 Stimmen zum fünften Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt.

Misstrauensvotum 1982

Heftige Streitigkeiten innerhalb der SPD und in der Koalition gipfelten am 5. Februar 1982 in der Vertrauensfrage. Hierbei stützen ihn die Mitglieder der Koalition. Bei Beratungen zum Haushalt 1983 zerbrach aber die Koalition wenige Monate später am 17. September 1982. Union und DFP wählten in einem Misstrauensvotum Helmut Kohl zum neuen Kanzler.

Leben nach der Kanzlerschaft

Schmidt verzichtete Ende 1982 auf eine erneute Kanzlerkandidatur. Der SPD-Mann gehörte dem Bundestag aber noch bis 1987 an. Schon seit 1983 war er zudem Mitherausgeber der Wochenzeitung „Die Zeit“ in Hamburg. Schmidt schrieb mehrere Bücher, war bis ins hohe Alter für eine Meinung gefragt und bei zahlreichen Vorträgen und Podiumsdiskussionen ein gern gesehener Gast.

Privatmensch Helmut Schmidt

Der leidenschaftliche Raucher war 68 Jahr lang mit seiner Frau Loki verheiratet. Beide kannten sich seit der Schulzeit. Am 21. Oktober 2010 starb sie im Alter von 91 Jahren. Anschließend war Schmidt mit seiner langjährigen Vertrauten Ruth Loah zusammen. Schmidts Tochter Sussanne, Finanzjournalistin und Volkswirtin, lebt in England.

Würdigung von Helmut Schmidt

Stellungnahme des Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer

Stellungnahme von Anette Kramme, MdB (SPD)

Stellungnahmen von Hans-Jochen Vogel, Florian Pronold und Natascha Kohnen

Stellungnahme der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag

Stellungnahme des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V.

 



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