© André Hirtz / www.zecken.de

FSME-Risikogebiet Oberfranken: Zecken-Alarm auch 2017!

"Früher war alles besser!" Beim Thema "Zecken" lässt sich dieser Spruch definitiv anwenden. Der Sommer war in früheren Jahren die Jahreszeit der kleinen Biester. Durch die veränderten klimatischen Bedingungen - wie zum Beispiel einem feucht-warmen Wetter - besteht die Gefahr eines Zeckenbisses aber auch schon im Frühjahr und zudem bis weit in den Spätherbst hinein! Auch in diesem Jahr hat  Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml dazu aufgerufen, sich vor der wachsenden Infektionsgefahr durch Zecken zu schützen. 

"Höchste Zeit für eine Schutzimpfung"

Huml verwies auf die steigende Zahl der Risikogebiete für die durch Zecken übertragene Hirnhautentzündung (Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME). Die Ministerin betonte: "Von April bis Oktober ist die Gefahr am größten. Deshalb ist es jetzt höchste Zeit für eine Schutzimpfung."

Bislang ein FSME-Fall in Bayern in 2017

Im Jahr 2016 wurden insgesamt 159 FSME-Fälle in Bayern registriert. Im Vorjahr waren es 128 Fälle. Im laufenden Jahr 2017 wurde bislang ein FSME-Fall in Bayern (Oberpfalz). Experten zufolge infizieren sich 90 Prozent der an FSME-Erkrankten bei Freizeitaktivitäten. Von den 159 FSME-Fällen aus dem vergangenen Jahr mussten 134 im Krankenhaus behandelt werden. Ein Mensch starb an einer FSME-Infektion.

Ganz Oberfranken ist ein FSME-Risikogebiet

Seit der Meldepflicht für FSME-Erkrankungen im Jahr 2001 wurden immer mehr Regionen in Bayern zum FSME-Risikogebiet erklärt. Aktuell sind bereits 83 von 96 bayerischen Landkreisen und kreisfreien Städten FSME-Risikogebiet. Oberfranken zählt mit seinen Landkreisen und kreisfreien Städten komplett zum FSME-Risikogebiet. (siehe Bild)

FSME-Risikogebiete in Bayern (Auswahl)

Mediziner rät zur Impfung

Dr. Nikolaus Frühwein, Präsident der Bayerischen Gesellschaft für Immun-, Tropenmedizin und Impfwesen, rät zur Impfung: "Für einen kompletten Impfschutz sind drei Impfungen innerhalb eines Jahres erforderlich. Ab 14 Tagen nach der zweiten Impfung besteht für 90 Prozent der Geimpften bereits ein Schutz. Dieser ist für die laufende Saison zunächst ausreichend." Frühwein empfiehlt die FSME-Impfung für jeden Menschen in Bayern, der sich in Risikogebieten oft in der Natur aufhält. "Die Impfung gegen FSME ist sehr gut verträglich und wird im Freistaat von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen", so der Mediziner.

Wo wird es gefährlich?

Die kleinen Blutsauger werden auch heuer wieder in Wäldern und Wiesen auf ihre Beute warten, speziell auf Grashalmen, in Büschen und im Unterholz. Dies sind die Hotspots für die kleinen Spinnentiere. Damit lauert die Gefahr aber nicht nur in Wäldern, sondern auch in Stadtparks oder in den heimischen Gärten. Aufpassen heißt es somit bei den Outdooraktivitäten. Egal ob beim Wandern, Joggen, Radfahren oder dem Besuch des Schwimmbades. Die Vorsicht sollte immer mit von der Partie sein!

Blick auf das "Zecken-Wetter"

Die Meteorologen des Wetterservice Donnerwetter.de zählen regelmäßig die Zecken im Unterholz. Aus ihren Zählungen und der Prognose des Wetterverlaufs erstellen die Meteorologen von Donnerwetter.de auch Vorhersagen – das sogenannte „Zecken-Wetter“.

Zeckenalarm: Gefährliche Tierchen scheuen Kälte nicht
(Aktuell-Bericht vom 20.04.17)

Was ist nach einem Zeckenstich zu beachten?

Zecken können auch die gefährliche Infektionskrankheit Lyme-Borreliose übertragen. Bei ihr kann es auch Wochen bis Monate nach dem Stich noch zu schmerzhaften Nerven- und Hirnhautentzündungen kommen. Gegen Borreliose schützt zwar keine Impfung. Sie kann aber gut mit Antibiotika therapiert werden. Der Stich einer Zecke sollte somit nicht auf die leichte Schulter genommen werden. In den Risikogebieten gehen Experten davon aus, dass etwa jede zehnte Zecke Borreliose-Bakterien in sich trägt. Hat sich einer der Blutsauger in der Haut verbissen, sollte er vor allem auch wegen der möglicherweise übertragbaren Krankheiten schnellstmöglich beseitigt werden. Dazu sollte der Parasit zunächst mit einer Drehbewegung entfernt werden. Dies darf nicht ruckartig passieren, da der Kopf in der Haut zurückbleiben könnte. Das Tier sollte im Anschluss verwahrt werden, damit gegebenenfalls man klären kann, ob die Zecke infiziert war.

Wie kann ich mich schützen?

Wichtig ist es den Zecken so wenig Angriffsfläche wie möglich zu bieten. Deswegen sollte lange und geschlossene Kleidung getragen werden. Zu Hause sollte man sich dann nach den Tieren absuchen. Sollten Sie fündig werden, hilft eine Zeckenzange oder eine Pinzette.

Weitere Informationen im Netz

Weitere Informationen zu Zecken finden Sie unter: zecken.bayern.de sowie unter dem Link des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege!