© Diakonie Hochfranken

Helmbrechts: Diakonie eröffnet Einrichtung für unbegleitete Minderjährige

Das Hotel Deutsches Haus in der Friedrichstraße von Helmbrechts (Landkreis Hof) wird ab 1. Juli 2015 eine neue Nutzung erhalten. Die Jugendhilfe der Diakonie Hochfranken richtet dort eine Zentrale Erstaufnahmestation zur Inobhutnahme für 20 Jugendliche ein.

„Clearingverfahren“ in der Einrichtung

In der Einrichtung erfolgt das Clearingverfahren, in dem unter anderem der Vormund bestellt, die Gesundheit überprüft oder auch das Alter festgesetzt und der aufenthaltsrechtliche Titel erteilt wird. Die 14- bis 18-jährigen männlichen Jugendlichen bleiben dort für sechs bis acht Wochen. Sie erhalten Deutsch-Unterricht, werden pädagogisch betreut und am Ende mit einer fundierten Empfehlung für ihre weitere Unterbringung in eine längerfristige Maßnahme entlassen.

20 neue Arbeitsplätze

Die Diakonie Hochfranken sucht ab sofort pädagogische Fachkräfte, die in dem Haus arbeiten möchten. Dazu kommen Stellen für Verwaltung, Fachdienst und Hauswirtschaft. Insgesamt werden etwa 20 Mitarbeitende dort eine Beschäftigung finden. Die Finanzierung erfolgt über den Landkreis, der die Kosten von überörtlichen Trägern der Sozialhilfe erstattet bekommt. Dadurch fließen zusätzliche Mittel in die Region.

Erste „Clearing“-Stelle in Oberfranken

„Es war seit längerem Wunsch der Regierung, eine solche Stelle in Oberfranken zu haben“, erklärte Diakonie-Geschäftsführerin Maria Mangei. Zum einen gebe es hier in der Region viele Aufgriffe, zum anderen habe die Diakonie seit zwei Jahren Erfahrungen in der Arbeit mit unbegleiteten Minderjährigen in ihren Wohngruppen in Hof und Schwarzenbach an der Saale. Deshalb sei die Regierung auf die Diakonie Hochfranken zugegangen.

Gute Erfahrungen in der Vergangenheit

Helmbrechts Bürgermeister Stefan Pöhlmann appellierte an die Einwohner, die neuen „Bewohner auf Zeit“ offen und freundlich anzunehmen. Er zeigte sich überzeugt davon, dass es ein gutes Miteinander in der Stadt geben werde. Der Leiter des Jugendamtes des Landkreises, Gerhard Zeitler, betonte, dass die Jugendlichen sehr lernwillig seien und alle eines Tages in Deutschland arbeiten wollten. Sie kämen vorwiegend aus Afghanistan, Syrien und einigen afrikanischen Staaten. Bislang habe man gute Erfahrungen mit ihnen gemacht.

 



 



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