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Hof/Kronach/Rehau: „Shuttle-Modellregion Oberfranken“ geht in die nächste Runde

Zu Beginn des Jahres startete das richtungsweisende Forschungsprojekt Shuttle-Modellregion Oberfranken (SMO). Grundlage hierfür war ein Förderbescheid des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur. Mit der Eröffnung des Leitwartenbüros in der Hofer Ludwigstraße 75 geht es nun in die nächste Runde.

Autonom fahrende Shuttles

In vielen Landkreisen ist es die sogenannte letzte Meile, die der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) nicht abdeckt. Autonom fahrende Shuttles können als Zubringer Abhilfe schaffen und eine Versorgungslücke füllen. Oder, wie im neuen Mobilitätskonzept des Landkreises Kronach, als Ergänzung zum breit angelegten Rufbussystem dienen. Damit zum Beispiel ältere Bürger oder Menschen mit Handicap an ihr Ziel gelangen, ohne ein Taxi rufen zu müssen oder zu Fuß zu gehen – gerade dann, wenn herkömmliche Linienbusse auf Kurzstrecken nicht eingesetzt werden können.

Ergänzung zum ÖPNV

Das Ziel des innovativen Projektes Shuttle-Modellregion Oberfranken (SMO) ist es, den Betrieb von selbstfahrenden Shuttles als Ergänzung zum ÖPNV in den Städten Hof, Kronach und Rehau wissenschaftlich zu erproben.15,3 Millionen Euro umfasst das Projektvolumen, das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur fördert das Projekt dabei anteilig mit rund 12 Millionen.

Bürgerbefragungen werden durchgeführt

Innerhalb der Projektlaufzeit bis Ende 2021 werden zahlreiche Forschungsarbeitspakete abgearbeitet, zum Beispiel die Weiterentwicklung der Sensorik der Shuttles, die Interaktion zwischen Mensch und Shuttle sowie mögliche Geschäftsmodelle für den Betrieb der Shuttles. Im Mittelpunkt steht die Akzeptanz durch die Bevölkerung. Deshalb werden die Projektverantwortlichen in den drei Städten im Herbst Bürgerbefragungen durchführen.

Bundesweit an der Spitze

„Mit dem Forschungsprojekt setzen sich die beteiligten Gebietskörperschaften mit ihren Forschungspartnern bundesweit an die Spitze im Bereich innovativer ÖPNV“, sagt die Hofer Oberbürgermeisterin Eva Döhla. Dr. Oliver Bär, Landrat des Landkreises Hof, unterstreicht: „Wir wollen öffentliche Mobilität neu gestalten. Dadurch werden sich gerade für ländliche Räume neue Möglichkeiten ergeben und die Menschen vor Ort profitieren.“

Die langfristige Sicherstellung eines bedarfsgerechten, umweltgerechten und wirtschaftlichen Angebots im ÖPNV stellt für die beteiligten Gebietskörperschaften vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung eine besondere Herausforderung dar. „Um gleichwertige Lebensverhältnisse wie in den urbanen Räumen sicherstellen zu können, müssen die Zukunftsfragen der Mobilität gelöst werden“, erläutert Michael Abraham, Bürgermeister von Rehau. Während in Rehau zunächst die Betriebsstandorte der Rehau AG + Co. untereinander verbunden werden, steht in Kronach die touristische Anbindung der Festung Rosenberg und in Hof die Verbindung vom Bahnhof zur Innenstadt im Mittelpunkt. „Mit diesem Forschungsprojekt wollen wir unser neues ÖPNV-System nochmals aufwerten und in der historischen Innenstadt von Kronach Gästen und Touristen eine attraktive Stadtrundfahrt bieten, die ihren Aufenthalt hier bei uns zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lässt „, ergänzt Gerhard Wunder, der stellvertretende Landrat des Landkreises Kronach.

Bürger informieren sich im Leitwartenbüro

Das nun eröffnete Leitwartenbüro ist eine Anlaufstelle für Bürger und alle, die sich für das Thema interessieren und die sich über das Modellprojekt informieren möchten. Zu erkennen ist das Projektbüro schon von weitem: Die Schaufenster sind mit Abbildungen der Shuttles in ihrem künftigen Design versehen.

Testphase beginnt im Herbst

Bereits seit April 2020 bereiten Ingenieure im Leitwartenbüro in der Ludwigstraße 75 in Hof den Start der teilautomatisiert fahrenden Shuttles vor, damit im Herbst die erste Testphase beginnen kann. In Zusammenarbeit mit dem Fahrzeughersteller Navya, der Valeo Schalter und Sensoren GmbH, die die Shuttles umrüstet und mit modernster Sensortechnik ausstattet, und mit dem TÜV Nord, konnten bisher zahlreiche technische Details geklärt werden. Erforscht werden Streckenauswahl und -vermessung, die Ausrüstung der Infrastruktur auf der Strecke, die Bestimmung der Shuttlegaragen und Auflademöglichkeiten und die Designauswahl.  Zudem wird das Büro im Herbst auch eine technische Leitwarteneinrichtung erhalten, die eine Kommunikation zu den Shuttles während der Testphase sicherstellt.



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