Hof: Oper im Schwurgerichtssaal

Im Hofer Schwurgerichtssaal trug sich heute eine eher ungewöhnliche Gerichtssitzung zu: Holzfäller Jim Mahoney aus Alaska wurde diverser Verbrechen beschuldigt – das Schwerste: Er habe kein Geld. Die Mitarbeiter des Landgerichts saßen hierbei jedoch in den Zuschauerreihen; Richter, Angeklagte und Bürger wurden gespielt von den Sängersolisten und dem Opernchor des Theaters Hof – denn die Szene stammt aus der Oper „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ von Kurt Weill und Bertolt Brecht, die am 14. März Premiere feiert.

Motto „Das Theater Hof geht raus in die Stadt“ 

Diese Presseveranstaltung im Hofer Landgericht fand statt unter dem von Intendant Friese ausgegebenen Motto „Das Theater Hof geht raus in die Stadt“. Wie in der letzten Spielzeit mit dem „Fidelio“-Gefangenenchor im Innenhof der JVA ergeben sich bei der Konfrontation von Kunst und Wirklichkeit spannende Reibungen und Denkanstöße. Ohne eine eindeutige Auslegung der Kapitalismuskritik Brechts vorzugeben, sollte auch heute Theater anregen, unterhalten und aktuellen Assoziationen freien Lauf lassen, z.B. zu gesellschaftlichen Werten in Wirtschaftsfragen. Bei dieser Gelegenheit kam zudem auch theaterunerfahrenes Publikum direkt und ungezwungen mit dem Theater Hof in Berührung.

Handlung des Stücks

Die Handlung der Oper „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“: Drei Ganoven, die Witwe Begbick, Fatty und Dreieinigkeitsmoses, fliehen vor der Polizei. Gestrandet am Rande einer Wüste beschließen sie, an Ort und Stelle eine Stadt zu gründen: Mahagonny. Hier wollen sie den Goldgräbern in Bars und Bordellen ihr Vermögen abnehmen. Schnell boomt die Stadt, denn in Mahagonny gilt das „Gesetz der menschlichen Glückseligkeit“: Es ist alles erlaubt! Außer: kein Geld zu haben – und darauf steht dann auch schnell die Todesstrafe, da Richter, Verteidiger und Ankläger die drei fragwürdigen Stadtgründer sind.

Premiere am 14. März

Dem breiten Publikum bietet die Matinée am Sonntag, den 9. März um 11:00 Uhr im Theaterbistro Hintergründe der Inszenierung von Regisseur und Brecht-Spezialist Peter Kupke. Die Premiere findet am Freitag, den 14. März um 19:30 Uhr im Großen Haus statt, der kostenlose Einführungsvortrag beginnt um 19 Uhr.

 


 


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