IHK & HWK Oberfranken: Breitband-Erschließung ist ein „Herkulesakt“

Die Breitbanderschließung in Oberfranken gilt als ein Herkulesakt im Regierungsbezirk. In Sachen schnelles Internet soll Oberfranken laut heimischer IHK und HWK zukünftig eine Speerspitze darstellen.

In der vergangenen Woche haben IHK und HWK in Kulmbach gemeinsam den 2. Oberfränkischen Breitbandgipfel durchgeführt. Ein dritter Gipfel ist für Frühjahr 2015 geplant. Bis dahin wollen die Kammern aber nicht untätig bleiben. Die Bayerische Staatsregierung hat ein Breitbandförderprogramm auf die Beine gestellt, welches inzwischen die EU-Kommission genehmigt hat. Die Kammern wollen ihr Möglichstes tun, um die Kommunen von der Bedeutung schneller Datenverbindungen zu überzeugen.

„Zum Programmstart darf es nicht zu Verzögerungen kommen, weil Kommunen ohne Grund abwarten“, so IHK-Präsident Heribert Trunk. HWK-Präsident Thomas Zimmer schlägt in die gleiche Kerbe: „Es gibt Kommunen, die beim Ausbau der Breitbandinfrastruktur schon enorme Fortschritte gemacht haben und auch mit Blick auf das neue Förderprogramm aktiv geworden sind. Andere warten ab, obwohl das nicht nötig ist, denn die Planungen können schon jetzt beginnen“.

Die Kommunen in Oberfranken gehen das Thema Breitbandausbau unterschiedlich an. 92 der 196 Kommunen im Kammerbezirk der IHK für Oberfranken haben schon an früheren Breitbandprogrammen teilgenommen oder den Einstieg in das neue Programm vollzogen. Das entspricht einer Quote von 45 Prozent. In den einzelnen Landkreisen sieht das durchaus unterschiedlich aus. Während im Landkreis Wunsiedel bereits 82 Prozent der kreisangehörigen Städte und Gemeinden aktiv geworden sind, sind es im Landkreis Forchheim nur 14 Prozent.

Landkreis Lichtenfels: Licht und Schatten
Gemessen an Oberfranken sind die Kommunen im Landkreis Lichtenfels gut unterwegs“, so IHK-Vizepräsident Wilhelm Wasikowski. Vier der elf Kommunen, Hochstadt, Lichtenfels, Marktgraitz und Redwitz, haben noch keinen Förderantrag gestellt. Wasikowski lobte die Fortschritte in Burgkunstadt, Ebensfeld und Marktzeuln, die im Antragsverfahren am weitesten sind.

Landkreis Bamberg: Noch viel Potential
„Noch nicht einmal jede zweite Kommune im Landkreis Bamberg hat einen Fördermittelantrag gestellt“, so IHK-Präsident Trunk. „Das muss besser werden, wenn wir nicht den Anschluss an andere Regionen verlieren wollen.“ Die Anforderungen der Wirtschaft und des Endverbrauchers an ein schnelles Netz werden in den kommenden Jahren exorbitant steigen, so der IHK-Chef. Trunk weiter: „Eine moderne Breitbandinfrastruktur ist längst genauso wichtig wie die Straßen- und Bahnanbindung.“

Region Hof: Weiteres Potential
„Erst 32 Prozent der Kommunen in der Region Hof haben Anträge zum Breitbandausbau laufen, das muss jetzt schnell besser werden, damit wir nicht abgehängt werden“, so Dr. Heinrich Strunz, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Gremiums Hof. „Die Anforderungen der Wirtschaft und des Endverbrauchers an ein schnelles Netz werden in den kommenden Jahren exorbitant steigen“, so der Experte.



 



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