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Klinikum Bayreuth GmbH: Gibt es bald ein Medikament gegen Alzheimer?

Die Klinik für Neurologie der Kliniken Bayreuth GmbH beteiligt sich an einer internationalen Studie zum Thema Alzheimertherapie und ist deutschlandweit eines von acht Zentren. Getestet wird ein Medikament, das die neurodegenerative Erkrankung zwar nicht heilen, sie aber stoppen oder zumindest entscheidend verlangsamen kann. Hierfür benötigt das Krankenhaus Studienteilnehmer, die sich bis Ende Mai dieses Jahres anmelden können.

Medikament zeige Wirkung

Eine erste, kleinere Studie aus den USA mit 151 Patienten zeigte, dass das Medikament „ANAVEX2-73“ wirkt. Dies sei mehr als bisher zugelassene Präparate den Erkrankten bieten können, so heißt es im offiziellen Schreiben der Klinik.

Was genau soll das Medikament verhindern?

Alzheimer entsteht, wenn sich Gehirnzellen selbst vergiften. Das vermehrt produzierte Eiweiß Beta-Amyloid wird nicht mehr abtransportiert, es lagert sich in den Zellen ein. Es kommt zu einer Entzündung, die die Gehirnzellen schädigt. Diese Schädigung soll das neue Medikament verhindern. Die Studie soll dabei die Frage klären: Wie gut und wie lange gelingt das? Das Medikament soll die Entzündung und nicht die Eiweiß-Ablagerung verhindern. Es richtet sich daher vor allem an Patienten, deren Erkrankung sich im Frühstadium befindet.

Studienteilnehmer müssen folgende Kriterien erfüllen:

  • Die Patienten sind zwischen 60 und 85 Jahre alt
  • In den vergangenen 36 Monaten wurde eine Alzheimer-Demenz im Frühstadium diagnostiziert. Das heißt, es sind bereits Einschränkungen spürbar, die Patienten meistern ihren Alltag aber noch weitestgehend alleine
  • In den vergangenen drei Monaten ist keine Medikamentenumstellung erfolgt
  • Der Mini-Mental-Status-Test (MMST) ergab einen Wert zwischen 20 und 28

Darüber hinaus benötigen die Teilnehmer einen Angehörigen, der für Interviews zur Verfügung steht und Fragebögen ausfüllt.

Medikament sei nicht gefährlich

Die Probanden müssen während der Studienphase 48 Wochen lang täglich drei Tabletten zu sich nehmen. Ein Drittel der Teilnehmer erhält dabei die volle Dosis, ein Drittel eine reduzierte Dosierung und der Rest ein reines Placebo. Zwei von drei Patienten erhalten also im Rahmen der Studie tatsächlich das Medikament. Wie das Klinikum berichtet, sei die Teilnahme der Probanden nicht gefährlich. Studien haben erwiesen, dass keine Nebenwirkungen stattfinden. Nach Angaben des Chefarztes der Neurologie, Prof. Dr. Oschmann, würden die Patienten unter strenger Kontrolle vom Klinikum überwacht und betreut werden.



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