Oberfranken: Kripo durchsucht Praxisräume einer Ärztin und spricht Verbot für Behandlungen aus

Wie das Polizeipräsidium Oberfranken am Freitag (09. April) bekannt gab, durchsuchte die Kripo zusammen mit dem örtlichen Gesundheitsamt und der Staatsanwaltschaft Bamberg Ende März dieses Jahres die Praxisräume einer Ärztin. Sie ist auf die Behandlung von Drogenabhängigen spezialisiert und soll dabei erneut die sogenannten Substitutionsbestimmungen nicht eingehalten haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verstößen nach dem Betäubungsmittelgesetz sowie Erpressung.

Durchsuchte Ärztin therapiert Menschen, die von Drogen abhängig sind 

Am Dienstagmorgen, dem 30. März, durchsuchte die Kripo die Praxis der Ärztin. Die Frau behandelt hauptsächlich Patienten im Rahmen einer Substitutionstherapie. Bedeutet: die Patienten, die von Drogen abhängig sind, werden ambulant behandelt und bekommen Ersatzstoffe gemäß eines Therapiekonzeptes. Wie zum Beispiel Methadon. Hierdurch soll die Dosis verringert und die Drogen aus dem Körper ausgeschlichen werden. Die Patienten sind auf die Ersatzstoffe angewiesen, da sie sonst unter erheblichen Entzugserscheinungen und Schmerzen leiden.

Unter anderem Ungereimtheiten zwischen Ausstellung von Rezepten und Abrechnungen mit den Krankenkassen festgestellt

Der wiederholte Vorwurf gegen die Ärztin lautet, dass Patienten erst einen niedrigen zweistelligen Betrag für einen Urintest zahlen mussten, bevor ihnen ein Rezept für die entsprechende Ersatzdroge ausgestellt wurde. Zudem wurden weitere Ungereimtheiten im Zusammenhang mit der Ausstellung von Rezepten und Abrechnungen mit den Krankenkassen festgestellt.

Ärztin darf die Behandlungen nicht mehr weiterführen

Aufgrund der gravierenden Verstöße gegen die Substitutionsvorschriften sprachen die Polizeibeamten noch vor Ort, in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt, ein Verbot der Weiterführung der Substitutionsbehandlungen durch die Ärztin aus. Die Gesundheit sowie Leib und Leben der Patienten sah man derart gefährdet, dass diese Entscheidung zu treffen war. Die zuständige Kreisverwaltungsbehörde bestätigte das Verbot im Nachgang.

Ärztin muss sich in Vergangenheit bereits zweimal vor Gericht verantworten

Im Rahmen der Durchsuchung beschlagnahmten Kriminalbeamte zahlreiche Patientenakten und weitere ärztliche Unterlagen. Gegen die Ärztin ermittelt die Staatsanwaltschaft Bamberg nun wegen Verstößen nach dem Betäubungsmittelgesetz und Erpressung. Bereits 2009 und 2018 musste sich die Ärztin wegen ähnlich gelagerter Fälle vor Gericht verantworten.



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