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Kulmbach: Kampf gegen Blaualgen an der Kieswäsch

Nachdem Ende letzter Woche Blaualgen an der Kieswäsch aufgetreten sind, hat die Stadt Kulmbach in Abstimmung mit den Fachbehörden sofort umfangreiche Gegenmaßnahmen eingeleitet. Diese zeigen erste Wirkung. Das Badeverbot bleibt aber erst einmal bestehen.

Vorbeugung seit Saisonstart

Beim erstmaligen Auftreten der Blaualgen im letzten Jahr hatten sich die Vertreter von Stadt, Landratsamt und Wasserwirtschaftsamt auf vorbeugende Maßnahmen verständigt. So entfernt der städtische Bauhof schon während der gesamten Saison den anfallenden Gänsekot sowohl auf der Liegewiese als auch – wo möglich – im Gewässer. Die Grünflächen rund um den Badebereich werden vom städtischen Bauhof besonders kurz geschnitten. Mit den örtlichen Jägern wurde vereinbart, eine verträgliche Dezimierung des Gänsebestandes vorzunehmen bzw. zu versuchen, diese zu vertreiben. Die Wasserqualität wird außerdem in einem engmaschigen Turnus zusätzlich zu den vorgeschriebenen Kontrollen permanent überwacht.

Notfallplan bei Algenbefall

In Kulmbach gibt es einen sogenannten Notfallplan zur Bekämpfung der Algen. Er wurde letzte Woche sofort in Kraft gesetzt und beinhaltet folgende Punkte:

  • Der städtische Bauhof ist seit Auftreten der Algen ständig vor Ort und rechnet sämtliches festes Material ab
  • Die Wasserwacht ist mit Booten auf dem See unterwegs. So wird Sauerstoff erzeugt, damit das Gewässer stabil bleibt. Durch die Wellen wird Material an Land geschwemmt, das dann wiederum abtransportiert werden kann
  • In Zusammenarbeit mit der Firma Drechsler wird dauernd blaualgenbelastetes Wasser abgepumpt
  • Zudem besteht noch die Möglichkeit, das Gewässer mit Schlepprechen abzufahren, das macht jedoch erst Sinn, wenn tatsächlich festes Material auf dem See schwimmt. Das ist bislang zum Glück nicht der Fall.

Erste Erfolge spürbar – Badeverbot bleibt trotzdem

Dank des schnellen Eingreifens, ist die Ausbreitung der Algen in diesem Jahr bislang nur auf etwa einem Zehntel der Fläche im Vergleich zu 2014 festzustellen. Die eingeleiteten Maßnahmen zeigen erste Erfolge. Uwe Angermann, Geschäftsleitender Beamter der Stadt Kulmbach: „Wir werden weiterhin mit unverändert hoher Intensität das Gewässer säubern, Material entfernen und absaugen. Wir hoffen, dass sich so der positive Trend bestätigt und sich die Situation bald wieder entspannt.“ Gesundheitsamt und Wasserwirtschaftsamt beproben das Gewässer weiterhin. Wann die Kieswäsch wieder zum Baden freigegeben werden kann, steht noch nicht fest.

Ursachen für die Blaualgen unbekannt

Zu den genauen Ursachen der Blaualgenvermehrung können die Experten keine eindeutige Aussage treffen. So teilt das zuständige Wasserwirtschaftsamt Hof der Stadt Kulmbach mit, dass alle untersuchten Messparameter des Gewässers wie z.B. Sauerstoff-, Phosphor- oder Stickstoffgehalt unauffällig sind. Extrem begünstig wird das Algenwachstum aber von länger anhaltenden hohen Temperaturen mit Trockenheit und hoher Lichtintensität. Zudem hat die Kieswäsch keinen Bach oder Fluss als Zulauf sondern wird ausschließlich von Quellen gespeist.

 

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