Asylstreit zwischen Seehofer & Merkel: Zerbrechen Union & Koalition?

Es war ein politischer Sonntag für die Geschichtsbücher am gestrigen 1. Juli 2018: Bundesinnenminister und CSU-Chef Horst Seehofer sorgte für eine stundenlange Schockstarre in der Politik, wie auch in der Bevölkerung. Jeder wartete auf die Reaktion von Horst Seehofer auf die von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf EU-Ebene ausgehandelten Ergebnisse bei der zukünftigen gemeinsamen Asylpolitik. In der Nacht kam dann ein kurzes und knappes Statement aus dem Münchener CSU-Hauptquartier: Horst Seehofer bot seinen Rücktritt als CSU-Parteivorsitzender und als Bundesinnenminister an, wenn sich nicht eine Einigung mit der Kanzlerin abzeichnet, wobei die von Seehofer hervorgebrachten Punkte umgesetzt werden. Die Rücktrittsdrohung vollzog er dann doch nicht. Noch nicht!

Krisengipfel am Montag

Seit dem späten Montagnachmittag (2. Juli) beraten nun die Spitzen der Union in der Berliner CDU-Zentrale über das weitere Vorgehen. Mit dabei sind Kanzlerin Merkel, CSU-Chef Seehofer sowie weitere Spitzenpolitiker beider Parteien. Als Tenor war vorab zu vernehmen, dass man einerseits weiter auf eine Einigung im Asylstreit hofft und andererseits in der Migrationspolitik beide Parteien an einem Strang ziehen. Manche Kenner der Berliner Szenerie rechnen hingegen auch mit der Möglichkeit eines politischen Super-GAUs. Dies wäre das Zerbrechen der Union und das Ende der Koalition.

Reaktionen aus Oberfranken

Wir lassen in unserem News-Spezial unter anderem Hans-Peter Friedrich (CSU) zu Wort kommen. Der oberfränkische CSU-Vorsitzende ist in Berlin hautnah mit dabei. Mit ihm sprechen wir über die Ereignisse der letzten Stunden und über mögliche personelle Konsequenzen. Auch die Menschen auf der Straße in Oberfranken finden bei uns ein Gehör, um ihre Sicht der politischen Ränkespiele in Berlin zu äußern.



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