Mord in Bayreuth: Ferdinand L. saß bereits 12 Jahre in Haft!

Den Ermittlern der Kripo und der Staatsanwaltschaft Bayreuth liegen im Fall der im Bayreuther Eichelweg getöteten 67-jährigen Renate Z. erste Ermittlungsergebnisse vor. Gegen den 65-jährigen Tatverdächtigen erging am Sonntag Haftbefehl wegen dringenden Verdachts des Mordes. Er befindet sich in einer Justizvollzugsanstalt.

Unser Beitrag vom Samstag (18. April)

 

Unser Beitrag vom Montag (20. April)

 

Täter war am Donnerstag in der Wohnung des Opfers

Am Freitagnachmittag fand ein Angehöriger die leblose 67-Jährige in ihrer Wohnung im Stadtteil Altstadt auf. Wir berichteten. Im Zuge der Ermittlungen ergaben sich Hinweise auf Ferdinand L., einen 65-jährigen Bekannten der Frau, der am Donnerstagnachmittag (17. April) zusammen mit dem Opfer in deren Wohnung war.

 

Öffentlichkeitsfahndung führt zur Festnahme

Ermittlungs- und Fahndungsmaßnahmen von Staatsanwaltschaft und der SOKO „Eichelweg“ sowie Hinweise aus der Bevölkerung führten schon am Samstagmorgen zur Festnahme des Tatverdächtigen. Wir berichteten. Eine Frau erkannte auf dem Foto den Gesuchten im südlichen Landkreis Bayreuth und verständigte umgehend die Polizei. Der Mann ließ sich hier widerstandslos festnehmen. Er war mit einem fremden Fahrrad unterwegs und führte die vermeintliche Tatwaffe, ein Messer, mit. Dieses stellten die Beamten sicher und übergaben es der Spurensicherung.

 

Renate Z. kam durch Messerstiche ums Leben

Die Obduktion von Renate Z. in Erlangen erbrachte Hinweise auf die Todesursache. Demnach kam die 67-jährige Seniorin durch mehrere Messerstiche in den Oberkörper zu Tode. Die Tat dürfte nach bisherigen Erkenntnissen am späten Donnerstagnachmittag in der Wohnung des Opfers erfolgt sein. Hierbei muss sich Ferdinand L. leicht verletzt haben. Dies könnte der Grund für außerhalb der Wohnung aufgefundene Blutspuren sein. Nach der Tat ging der Mann in die Tiefgarage und hielt sich für kurze Zeit am Fahrzeug der Getöteten auf, bevor er zunächst zu Fuß, später mit einem Fahrrad flüchtete.

 

Haftbefehl gegen Ferdinand L. erlassen

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bayreuth erging am Sonntag Haftbefehl wegen dringenden Verdachts des Mordes. Wir berichteten. In den bereits getätigten Vernehmungen räumte der Beschuldigte den Hergang der Tat ein. Die Staatsanwaltschaft Bayreuth und das Gericht gehen nach derzeitigem Ermittlungsstand vom Mordmerkmal der Heimtücke aus.

 

Täter und Opfer kannten sich seit Jahren

Bei dem jetzt 65-Jährigen Bekannten von Renate Z. handelt es sich um einen verurteilten Gewalttäter, der zuletzt eine langjährige Haftstrafe wegen versuchten Mordes mit gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr verbüßte. Seit 1997 saß er deswegen in den Justizvollzugsanstalten Straubing und Bayreuth ein. Im Februar 2009 nahm er nach der Haftentlassung seinen Wohnsitz in Bayreuth. Vermutlich seit dieser Zeit bestand zu dem 67-jährigen Opfer ein Kontakt. Ihr zwischenzeitlich verstorbener Ehemann hat sich über Jahre ehrenamtlich für Strafentlassene und auch für den Beschuldigten eingesetzt.

 

65-Jährige wurde nach Haftentlassung überprüft

Die örtliche Polizei überprüfte den Mann seit Haftentlassung regelmäßig. Sowohl das 67-jährige Opfer als auch weitere Personen aus dem Umfeld des Beschuldigten wurden in der Vergangenheit über das Vorleben des Mannes durch die Kripo informiert. Seit der Haftentlassung verhielt sich der Mann unauffällig. Die automatisch kraft Gesetzes eingetretene Führungsaufsicht endete im Februar 2014. Die polizeiliche Betreuung und Überwachung dauerte noch an. Die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei dauert noch an.

 



 



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