© Bundesinnung / Siegfried Katz

München / Michelau: Flechthandwerk für Kulturerbe geadelt

Die wichtigste Etappe auf dem Weg zur Eintragung ins Bundesverzeichnis des immateriellen UNESCO-Kulturerbes hat das deutsche Flechthandwerk geschafft. Für die Aufnahme in die Liste hat sich der Ministerrat des Landes Bayern ausgesprochen. Das teilt Staatsminister Ludwig Spaenle jetzt Bundesinnungsmeister Siegfried Katz aus Nagold (Baden-Württemberg) mit.

Entscheidung eines Expertenteams

Der Entscheidung in München war eine umfassende Begutachtung durch ein hochrangiges Expertenteam vorausgegangen. Über die Neuaufnahmen in das Bundesverzeichnis wird die Kultusministerkonferenz Anfang 2017 in Abstimmung mit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien abschließend entscheiden.

Feinflechterei im Landkreis Lichtenfels erfunden

Auch der Bürgermeister der fränkischen Korbmachergemeinde Michelau (Landkreis Lichtenfels), wo die Feinflechterei erfunden wurde, gratuliert anerkennend. Die Auszeichnung steigere die Wertschätzung dieser traditionellen und zugleich innovativen Handwerkskunst, so Rathauschef Helmut Fischer. Die Bundesinnung hatte Bayern für die Antragstellung ausgewählt, weil die Wurzeln des Flechthandwerks durch das Deutsche Korbmuseum in Michelau erlebbar sind. Außerdem erfolgt die bundesweite Ausbildung für den Handwerksberuf im benachbarten Lichtenfels. Deshalb teilte Landrat Christian Meißner die Freude und sieht den Landkreis Lichtenfels in seinem Engagement für die staatliche Berufsfachschule für Flechtwerkgestaltung bestätigt. Und nicht zuletzt ist Lichtenfels neben Nagold der Sitz der Bundesinnung.

Flechthandwerk über Jahrtausende weiterentwickelt

Das Flechthandwerk hat sich über Jahrtausende weiterentwickelt. Diente es ursprünglich der Herstellung von funktionalen Gebrauchsgegenständen für den täglichen Bedarf, sind es heute eher dekorative Elemente aus modernen und klassischen Materialien, die durch Farbenspiel und Formgebung überzeugen. Da das Flechthandwerk auf der ganzen Welt verbreitet ist, rechnet sich die Bundesinnung nun gute Chancen aus, auch internationale Anerkennung zu finden.



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