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Offener Brief an die Bevölkerung: Politiker der Rennsteig-Region fordern – Abstand halten, auch im Freien!

In den vergangenen Tagen kam es in zahlreichen deutschen Wintersportorten und -regionen zu einem Ansturm der Wintersportfans und das trotz der Corona-Pandemie und der verhängten Maßnahmen. Obwohl die Skilifte geschlossen waren und es örtliche Aufrufe gab, daheim zu bleiben, zogen sich Blechlawinen in die Orte und strömten Menschenmassen auf die verschneiten Hänge. Um dem ein entgegenzuwirken formulierten die Landräte, Oberbürgermeister und Bürgermeister der Rennsteigregion von Bayern und Thüringen einen gemeinsamen Appell.

An dem offenen Brief beteiligten sich:

  • Sebastian Straubel (Landrat, Landkreis Coburg)
  • Christian Meißner (Landrat, Landkreis Lichtenfels)
  • Wilhelm Schneider (Landrat, Landkreis Haßberge)
  • Thomas Müller (Landrat, Landkreis Hildburghausen)
  • Dominik Sauerteig (Oberbürgermeister, Stadt Coburg)
  • Uwe Scheler (Bürgermeister, Stadt Neuhaus am Rennweg)
  • Norbert Zitzmann (Bürgermeister, Stadt Lauscha)
  • Ute Müller-Gothe (Bürgermeisterin, Gemeinde Frankenblick)
  • Ulrich Kurtz (Bürgermeister, Stadt Steinach)
  • Jürger Köpper (1. Beigeordneter des Landkreises Sonneberg, i.V.)

 

Inhalt des Briefes an die Bevölkerung:

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

in den vergangenen Tagen kam es insbesondere in den Rennsteigorten unserer länderübergreifenden Region zu Situationen, die angesichts der Coronavirus-Pandemie unverantwortlich sind und uns zu diesem gemeinsamen Appell an Sie veranlassen.

Die hohe Zahl von Tagesgästen in den Wintersportorten führte in mehrfacher Hinsicht zu teilweise chaotischen Verhältnissen. Unter anderem wurden stellenweise öffentliche Straßen und Verkehrsflächen, aber auch Privatgrundstücke, zugeparkt. Hierdurch war die Durchfahrt für den Rettungs- und Winterdienst zum Teil nicht mehr gewährleistet. Des Weiteren wurden Absperrungen missachtet und geschlossene Anlagen widerrechtlich betreten. Nicht zuletzt wurde vereinzelt auch die Notdurft zum Ärger von Anwohnern an Ort und Stelle verrichtet.

Ein solches Verhalten einiger weniger ist rücksichtslos und deshalb bitten wir dringend um die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung sowie um die Achtung von Fremdeigentum – insbesondere hinsichtlich des Betretungsverbots geschlossener Wintersport-Anlagen und -Flächen.

Noch schwerer wiegt ohne Zweifel die teilweise Missachtung der Kontaktbeschränkungen, was angesichts der uns über alle Maßen fordernden Coronavirus-Pandemie in keinster Weise angebracht ist.

Insbesondere auf den Rodelhängen und Parkplätzen unserer Region kam es zum Teil zu unnötigen Kontakten von Menschen über den eigenen Haushalt hinaus. Dies ist riskant und konterkariert die gesamtgesellschaftlichen Bemühungen zur Eindämmung der Pandemie, die bereits zahlreiche Todesopfer forderte und unser Gesundheitssystem an die Belastungsgrenze führt.

Wir haben Verständnis für alle, die sich an der frischen Luft bewegen wollen. Dies gilt insbesondere auch für Familien mit Kindern. Derzeit ist die Bewegung im Freien mit Mitgliedern des eigenen Hausstands erlaubt – aber bitte unbedingt mit ausreichend Abstand zu Personen anderer Haushalte.

In schwierigen Zeiten wie diesen hat der Schutz der eigenen Gesundheit und die unserer Mitmenschen absoluten Vorrang. So sind wir alle angehalten, den Kontakt zu anderen wo immer möglich auf das absolut notwendige Minimum zu reduzieren. Unser Dank gilt allen Bürgerinnen und Bürgern, die dieses Gebot achten und umsetzen.

Die Krankenhäuser unserer länderübergreifenden Region sind aufgrund vieler Covid-19-Erkrankter mit schweren Verläufen kaum noch aufnahmefähig. Jeder, der Kontakte beschränkt und sich nicht mit dem Coronavirus infiziert, entlastet unser überstrapaziertes Gesundheitssystem und gibt somit schwer erkrankten oder verletzten Mitmenschen die Chance, vor Ort behandelt zu werden.

Bitte handeln Sie deshalb mit größter Umsicht und Eigenverantwortung nach diesem Grundsatz, damit wir die Pandemie gemeinsam bewältigen können!

Bleiben Sie gesund!



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