Tag Archiv: 12 Millionen Euro

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Memmelsdorf: Schloss Seehof wird für 12,5 Millionen Euro saniert

Das Schloss Seehof in Memmelsdorf bei Bamberg wird umfangreich saniert. Der Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags gab am heutigen Vormittag (9. Mai) grünes Licht. Der Bauauftrag wurde für 12,5 Millionen Euro erteilt.

Umfangreiche Sanierungsarbeiten stehen an

Im Zuge der Baumaßnahmen werden zum Beispiel die Schieferdeckung mit Dachschalung, sowie die oberhalb der Dachdeckung sichtbaren Kaminkopfattrappen erneuert. Die Instandsetzung erfolgt überwiegend durch zimmermannsmäßige Reparaturen, die noch vorhandene bauzeitliche Holzschalung aus der Barockzeit wird erhalten. Daneben sollen Arbeiten an der Fassade und an den historischen Fenstern und Fensterläden durchgeführt werden. Im Schlosspark werden die beiden noch im Original aus Sandstein erhaltenen Figurengruppen sowie die Obelisken restauriert und die Kaskade mit der Treppenanlage instandgesetzt.

Einst Sommerresidenz der Bamberger Fürstbischöfe

Das von 1687 bis 1696 errichtete Schloss Seehof war die Sommerresidenz der Bamberger Fürstbischöfe. Die Bauarbeiten zu der Vierflügelanlage mit den markanten Ecktürmen erfolgten nach Plänen des aus Oberitalien stammenden Architekten Antonio Petrini. Der Barockgarten wurde Anfang des 18. Jahrhunderts angelegt und später mit mehr als 400 Sandsteinfiguren von Ferdinand Tietz ausgestattet, der auch für den Hofgarten Veitshöchheim tätig war. Nach der Säkularisation 1803 kam das Anwesen in Privatbesitz. Erst 1975 gelangten Schloss und Park Seehof in den Besitz des Freistaats Bayern. In den Jahren danach erfolgte eine Restaurierung der gesamten Anlage durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, das auch heute noch eine Dienststelle im Gebäude unterhält. 2003 wurde Seehof der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen übertragen.

Großer Besuchermagnet im Raum Bamberg

Das Ensemble Seehof mit Schloss, Garten und Wasserspielen ist eine überregional bekannte Besucherattraktion. Für Besucher sind neun Schauräume des restaurierten Appartements der Fürstbischöfe zugänglich, darunter der „Weiße Saal“ mit dem virtuosen Deckengemälde von Giuseppe Appiani. Von der Pracht des einstigen Rokokogartens zeugen unter anderem die wiederhergestellte Kaskade mit ihren Wasserspielen sowie einige erhaltene Sandsteinskulpturen von Ferdinand Tietz. Das Schloss soll während der vorgesehenen Baumaßnahme durchgängig für Besucher geöffnet sein.

Städtebauförderung: Über 12 Millionen Euro für Oberfranken

Der Freistaat Bayern unterstützt die oberfränkischen Kommunen in diesem Jahr mit rund 12,2 Millionen Euro aus dem Bayerischen Städtebauförderprogramm. Zusammen mit den kommunalen Eigenanteilen stehen damit rund 16,9 Millionen Euro zur Verfügung. „Das bayerische Programm ist eine effiziente Ergänzung der Bund-Länder- und EU-Städtebauförderprogramme. Wir verfolgen damit insbesondere landesspezifische Interessen und unterstützen vor allem Kommunen im ländlichen Raum bei der Bewältigung des Strukturwandels infolge demografischer Veränderungsprozesse. Mit der Förderung der Revitalisierung innerörtlicher Industrie- und Gewerbebrachen setzen wir spürbare Impulse für die wirtschaftsstrukturelle und städtebauliche Entwicklung“, so Innenminister Joachim Herrmann anlässlich der Fördermittelzuteilung.

Ankerpunkte der Daseinsvorsorge sollen entstehen

Neben der Aufbereitung von Brachflächen ist es ein Ziel des bayerischen „Aktionsplans demografischer Wandel“, vitale Kommunen und attraktive Zentren als Ankerpunkt der Daseinsvorsorge zu sichern und zu entwickeln. Schwerpunkte der Förderung in Oberfranken sind heuer die Revitalisierung eines ehemaligen landwirtschaftlichen Gehöfts für die Neuschaffung einer Ortsmitte in der Gemeinde Langensendelbach, die Aufwertung innerörtlichen Bereiche in Mistelbach, die Neugestaltung der Ortsdurchfahrt im Markt Mitwitz und die Herstellung eines innerstädtischen Parks (PROLIN-Park) in Rehau. Herrmann weiter: „Der Förderbedarf für die Revitalisierung von Brachen insbesondere früherer Porzellanfabriken sowie Spinnereien und Webereien ist in Oberfranken besonders hoch. Deshalb wird mehr als die Hälfte des für diesen Förderschwerpunkt vorgesehenen Landesmittelanteils für 15 ausgewählte Maßnahmen im Regierungsbezirk eingesetzt.“

291 bayerische Städten und Gemeinden bekommen Geld

Bayernweit stehen 2013 insgesamt 291 bayerischen Städten und Gemeinden Fördermittel in Höhe von rund 42,6 Millionen Euro zur Verfügung. Davon werden 2,7 Millionen Euro für die Militärkonversion eingesetzt. „Mit einem Anteil von 12 Millionen Euro für die Revitalisierung von Industrie- und Gewerbebrachen können wir spürbare Impulse für die wirtschaftsstrukturelle und städtebauliche Entwicklung vor allem in strukturschwachen Kommunen setzen“, so Herrmann. Zusammen mit den Investitionen der Kommunen ergibt sich im Bayerischen Städtebauförderungsprogramm 2013 ein Gesamtinvestitionsvolumen von rund 65 Millionen Euro. Rund 83 Prozent der Fördermittel dieses Programms fließen in den ländlichen Raum, in dem knapp 57 Prozent der bayerischen Bevölkerung leben. „Von der Städtebauförderung geht eine hohe Anstoßwirkung für weitere Investitionen aus. Damit leistet sie auch einen wertvollen Beitrag für den Arbeitsmarkt, gerade in von Abwanderung bedrohten Regionen“, so der Innenminister.

Geförderte städtebauliche Sanierungsmaßnahmen in Oberfranken

Bad Staffelstein, Altstadt, 30.000 Euro

Bad Steben, Ortskern, 120.000 Euro

Bindlach, Ortskern, 240.000 Euro

Bischberg, Ortskern, 84.000 Euro

Bischofsgrün, Ortskern, 96.000 Euro

Burgebrach, Ortskern, 30.000 Euro

Ebensfeld, Einzelvorhaben, 30.000 Euro

Gefrees, Altstadt, 48.000 Euro

Gesees, Einzelvorhaben Ortsmitte, 36.000 Euro

Gräfenberg, Altstadt, 30.000 Euro

Hirschaid, Ortskern, 48.000 Euro

Langensendelbach, Ortskern, 360.000 Euro

Mainleus, Einzelvorhaben, 40.000 Euro

Memmelsdorf, Ortskern, 345.000 Euro

Mistelbach, Ortskern, 396.000 Euro

Mitwitz, Ortsmitte Mitwitz, 944.000 Euro

Naila, Altstadt, 480.000 Euro

Oberhaid, Ortskern, 90.000 Euro

Pinzberg, Altort, 54.000 Euro

Pressig, Ortskern Rothenkirchen, 160.000 Euro

Reckendorf, Ortskern, 111.000 Euro

Redwitz a.d.Rodach, Ortskern, 30.000 Euro

Rehau, Stadtkern, 354.000 Euro

Reichenbach, Einzelvorhaben Ortskern, 30.000 Euro

Sparneck, Ortskern, 346.000 Euro

Tettau, Einzelvorhaben, 30.000 Euro

Thurnau, Marktkern, 178.000 Euro

Zapfendorf, Ortskern, 42.000 Euro

 

Geförderte städtebauliche Maßnahmen zur Militärkonversion in Oberfranken

Bamberg, US-Kaserne Warner Barracks, 320.000 Euro

 

Geförderte Maßnahmen zur Revitalisierung von Gewerbebrachen in Oberfranken

Arzberg, ehemalige Porzellanfabrik Winterling, 500.000 Euro

Hollfeld, ehemalige Baufirma Wunder, 140.000 Euro

Kirchenlamitz, ehemalige Porzellanfabrik Winterling, 500.000 Euro

Kulmbach, Industriebrache Alte Spinnerei, 1.750.000 Euro

Marktleuthen, ehemalige Porzellanfabrik Winterling, 400.000 Euro

Marktredwitz, ehemaliges Benker-Areal, ehemals Glasschleif, 620.000 Euro

Naila, ehemals C.Seyffert-Gelände, 250.000 Euro

Neustadt b.Coburg, ehemalige Druckerei Patzschke, 360.000 Euro

Röslau, ehemalige Porzellanfabrik Winterling, ehemaliges Rossner-Gelände, 820.000 Euro

Schwarzenbach a.d.Saale, ehemalige Porzellanfabrik Winterling, 500.000 Euro

Schwarzenbach a.Wald, ehemalige Weberei ERBA, 260.000 Euro

Selb, ehemalige Porzellanfabrik Hutschenreuther, 800.000 Euro

Wunsiedel, ehemalige Porzellanfabrik Retsch, 160.000 Euro