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Bankdaten in Wunsiedel ergaunert: 7.000 Euro von Ehepaar abgezockt

Bereits am vergangenen Freitag (15. Januar) erhielt ein Wunsiedler Ehepaar den Anruf eines angeblichen Mitarbeiters der Sicherheitsabteilung der Sparkasse. Dieser forderte sämtliche Kontodaten – einschließlich aller relevanten Daten fürs Online-Banking von den Geschädigten. Da der Angerufene diesen Sachverhalt glaubte, übermittelte er den Angaben der Polizei zufolge telefonisch die geforderten Kontodaten.

Ehefrau wird misstrauisch und informiert die Bank

Während des Telefonats wurde die Ehefrau misstrauisch und rief bei der hiesigen Sparkasse an. Als hierdurch die Betrugsmasche aufflog und der Geschädigte das Telefonat beendete, hatte der Betrüger jedoch alle von ihm erforderlichen Daten erlangt und konnte trotz sofortiger Kontosperrung noch 7.000 Euro von dem Konto abbuchen.

Niemals Daten preisgeben und sich vor Betrug schützen

In diesen Zusammenhang weist die Polizei erneut darauf hin, dass am Telefon niemals persönliche Daten, insbesondere die des Online-Bankings, herausgegeben werden sollen. Banken fragen solche Daten nie telefonisch ab, so dass bei solchen Anrufen generell von einer Betrugsmasche auszugehen ist.

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Bamberg / Chemnitz: 260.000 Euro durch Bankdaten-Betrug ergaunert

Nach langwierigen Ermittlungen in Bamberg konnten, wie jetzt bekannt wurde, am 29.11.2018 vier junge Männer aus der Region Chemnitz festgenommen werden. Sie sollen im großen Stil abgefischte Bankdaten für unberechtigte Abhebungen entweder selbst verwendet oder die Bankdaten Dritten gegen eine Provision zur Verfügung gestellt haben. Gegen alle Beschuldigten wurden nun Haftbefehle erlassen. Sie befinden sich in unterschiedlichen Justizvollzugsanstalten.

Zugangsdaten zum Online-Banking erschlichen

Die Beschuldigten sollen sich Zugangsdaten zum Online-Banking, die zuvor von noch unbekannten Mittätern durch sog. Phishing-Mails erlangt worden waren, verschafft haben. Diese Daten sollen sie dann entweder selbst für missbräuchliche Abbuchungen genutzt oder aber gegen eine Provision für den Fall erfolgreicher Abbuchungen Dritten zur Verfügung gestellt haben. Die Beschuldigten sollen jeweils zuvor das TAN-Verfahren unter Verwendung der erlangten Zugangsdaten abgeändert haben, um sich oder anderen Personen die Durchführung der Überweisungen zu erleichtern. Zur Verschleierung ihrer Aktivitäten sollen sich die Beschuldigten eine komplizierte Server-Infrastruktur aufgebaut haben. Der Austausch der Daten zwischen den Beschuldigten, ihren Zulieferern und den „Kunden“ erfolgte über einen Cloudspeicher.

Abbuchungen in Höhe von 260.000 Euro

Insgesamt wurden unter mutmaßlicher Beteiligung der jetzt Festgenommenen unberechtigte Abbuchungen in Höhe von rund 260.000 Euro vorgenommen. Hinzu kommen versuchte Abbuchungen in Höhe von weiteren rund 70.000 Euro.

Geschädigte in ganz Deutschland

Die Ermittlungen nahmen ihren Anfang bei der Kriminalpolizeiinspektion Bamberg, weil dort ein besonders schadensträchtiger Einzelfall angezeigt wurde. Es wurde allerdings schnell klar, dass es eine Vielzahl weiterer Geschädigter im gesamten Bundesgebiet gibt. Nach umfangreicher Überwachung und Auswertung des Datenverkehrs konnten ausreichend Beweise gesichert werden, um einen dringenden Tatverdacht zu begründen.

Beschuldigte in Chemnitz verhaftet

Alle vier Beschuldigten konnten in einem Geberwerbegebiet in Chemnitz festgenommen werden. Bei den Durchsuchungsmaßnahmen wurden eine Vielzahl von Computern, Speichermedien und Mobiltelefonen sowie Bargeld in Höhe von 40.000 Euro sichergestellt. Die Staatsanwälte und IT-Forensiker der Zentralstelle Cybercrime Bayern und die Ermittler der Kriminalpolizeiinspektion Bamberg wurden bei der Durchsuchung und den Festnahmen von Beamten der sächsischen Polizei unterstützt. Der Zugriff erfolgte letztlich durch Spezialkräfte, um die Beschuldigten zu überraschen und die Vernichtung von Beweismitteln zu verhindern.

Freiheitsstrafen von bis zu 10 Jahren möglich

Den Beschuldigten liegen unter anderem eine Vielzahl von Fällen des gewerbs- und bandenmäßigen Computerbetrugs und des Ausspähens von Daten zur Last. Das Gesetz sieht für den gewerbs- und bandenmäßigen Computerbetrug Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren vor.