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Oberfranken: Mehrere Verstöße gegen die Corona-Regeln

Am Wochenende kam es in Oberfranken zu mehreren Verstößen gegen die geltenden Corona-Regeln. Die Personen hielten sich nicht an die Kontaktbeschränkungen und missachteten zum Teil die Ausgangssperre. Die Polizei musste daher Anzeigen nach dem Infektionsschutzgesetz einleiten.

 Acht Personen aus fünf Haushalten in Hof

Am Samstag (02. Januar), um 14:25 Uhr, stellte eine Streifenbesatzung der Polizeiinspektion Hof fest, dass sich im Bereich des Kugelbrunnens in der Altstadt acht Personen trafen. Eine durchgeführte Kontrolle ergab schließlich, dass die Personen aus insgesamt fünf verschiedenen Hausständen stammten und sich ohne triftigen Grund in der Altstadt trafen. Die Polizeibeamten leiteten entsprechende Ordnungswidrigkeitenverfahren ein.

Drei Männer Richtung Hofer Innenstadt unterwegs

Am Abend, um kurz nach 20:00 Uhr, konnten drei Männer in der Wunsiedler Straße in Hof angetroffen werden, die gemeinsam in Richtung Innenstadt unterwegs waren. Bei einer Kontrolle stellte sich heraus, dass die Männer aus unterschiedlichen Hausständen stammten und auch keinen triftigen Grund hatten, sich in der Öffentlichkeit zu treffen. Die Männer müssen sich nun wegen eines Verstoßes gegen die Corona-Regeln verantworten. Einer der Männer, ein 20-jähriger aus Hof, ließ bei der Kontrolle eine geringe Menge Marihuana auf den Boden fallen. Die Polizeibeamten bemerkten dies und beschlagnahmten das Rauschgift. Der Heranwachsende muss sich zudem auch wegen Betäubungsmittelbesitz verantworten.

Verbotene Autofahrt in Marktredwitz

Gegen 18:30 Uhr am Samstag meldete ein aufmerksamer Anwohner einen weißen Audi. Der Pkw-Fahrer soll demnach ständig unnötig umherfahren. Kurze Zeit später konnte eine Streife der Polizeiinspektion Marktredwitz den auffälligen Pkw im Stadtgebiet feststellen. Das Fahrzeug war mit drei männlichen Personen besetzt. Alle trugen keinen entsprechenden Mund-Nasen-Schutz. Ferner gehörten die Männer zu unterschiedlichen Hausständen. Einen triftiger Grund der Fahrt konnte ebenfalls nicht genannt werden. Allein drei droht eine Anzeige nach dem Infektionsschutzgesetz.

Unbelehrbare in Küps

Bereits zum dritten Mal innerhalb von wenigen Tagen trafen sich am Samstagnachmittag in einer Wohnung in Küps mehrere Personen aus verschiedenen Hausständen. Die fünf Personen im Alter von 31 bis 62 Jahren erhalten nun erneut eine Anzeige nach dem Infektionsschutzgesetz. Alle, bis auf die berechtigte Bewohnerin, wurden aus der Wohnung verwiesen.

Ausgangssperre in Kronach missachtet

Unbeeindruckt von der nächtlichen Ausgangssperre ließen sich am frühen Sonntagmorgen (03. Januar) zwei amtsbekannte Männer mit dem Taxi von Lichtenfels nach Kronach bringen. Bei der Kontrolle konnten beide keinen triftigen Grund für ihre nächtliche Reise vorbringen, weshalb auch hier Anzeige nach dem Infektionsschutzgesetz ergeht.

Kulmbach: Dringend Helfer für Pflegeheime gesucht

Die Covid-19-Pandemie stellt alle gesellschaftlichen Bereiche Tag für Tag vor große Herausforderungen. Im Landkreis Kulmbach hat es insbesondere die Alten- und Pflegeheime massiv getroffen. Drei Einrichtungen haben mit hohen Zahlen an Infizierten und Kontaktpersonen zu kämpfen. Drei Viertel aller Infizierten im Landkreis Kulmbach sind in den Heimen zu finden – ob unter den Mitarbeitern oder den Bewohner. Im Pflegeheim „Am Rasen“ der Arbeiterwohlfahrt sind derzeit 36 Bewohner sowie 18 Mitarbeiter infiziert, in der ebenfalls von der AWO getragenen „Karl-Herold-Seniorenwohnanlage“ sind es 78 Bewohner und 36 Mitarbeiter. Und auch das Heim „Pro Seniore“ in Wirsberg vermeldet 39 infizierte Bewohner und 11 Mitarbeiter.

Helfer aus der Bevölkerung gesucht 

Daher schlagen Stadt und Landkreis Kulmbach nun Alarm. In einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz haben Landrat Klaus Peter Söllner und Kulmbachs 2. Bürgermeister Frank Wilzok den Ernst der Lage herausgestellt.

„Es werden dringend Helfer gesucht, die medizinische oder pflegerische Erfahrung haben oder die sich zutrauen, in unseren Heimen auszuhelfen, so lange Not am Mann ist“, erklärt 2. Bürgermeister Frank Wilzok. „Es betrifft die vulnerabelste Gruppe unserer Gesellschaft. Die älteren und schwachen Bewohner unserer Heime. Hier gilt es mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln, Leben zu schützen und den Senioren gleichzeitig eine angemessene Versorgung zu bieten“, so Wilzok weiter.

Seit vielen Wochen arbeiten die Beschäftigten in den Heimen von morgens bis abends, zahlreiche Mitarbeiter machen täglich Doppelschichten, um den Personalausfall aufgrund der infizierten oder der als Kontaktpersonen eingestuften Kollegen aufzufangen.

„Die Mitarbeiter arbeiten unter Hochdruck und sind am Limit. Wir können von keinem noch mehr erwarten, da alle Betroffenen schon an den Grenzen der Belastbarkeit stehen“, mahnte Landrat Klaus Peter Söllner.

Er hatte bereits in der vergangenen Woche alle weiteren sozialen Träger weiterer Heime gebeten, zur Verfügung stehende Kräfte in den betroffenen Einrichtungen einzusetzen. Da die Personaldecke allerdings bei allen Alten- und Pflegeheimen sehr dünn ist, ist die Rückmeldung nur gering ausgefallen. In Zeiten des Katastrophen-Zustandes – wie derzeit in Bayern – könne der Landrat als letztes Mittel Mitarbeiter auch von Amtswegen verpflichten, in den Heimen vorübergehend zu arbeiten, um einen tatsächlichen Pflegenotstand mit aller Kraft zu vermeiden. Derzeit versuchen es Stadt und Landkreis aber noch ein letztes Mal mit einem Appell an die Freiwilligkeit und Solidarität der Bürgerinnen und Bürgern.

„Aus diesem Grund wenden wir uns an die Bevölkerung. Wer aus den Bereichen Medizin oder Pflege kommt und helfen kann, der möge sich bitte bei uns melden. Zusammen mit dem Führungsstab Katastrophenschutz am Landratsamt werden wir unter dem Namen ‚Helfende Hände‘ eine Datenbank mit Freiwilligen erstellen, um diese in den betroffenen Heimen aushelfen zu lassen“, fuhr Wilzok fort.

Selbstverständlich wird darauf geachtet, dass keiner der freiwilligen Helfer auf Intensivstationen oder in den schwer vom Virus befallenen Bereichen der Heime arbeiten muss. Denn auch die nicht-infizierten Bewohner brauchen natürlich Pflege, Betreuung und Kontakt.

„Und auch alle weiteren Personen, die ihre Hilfe anbieten möchten, können sich melden. Es werden in vielen Bereichen Kräfte gesucht, ob in den Küchen, ob als Putzkräfte oder für Botendienste oder ähnliches. Ein jeder der helfen kann und will, soll sich bitte bei uns melden. Jede helfende Hand wird nur allzu dringend benötigt“, ergänzt der Pressesprecher der Stadt Kulmbach, Jonas Gleich. „In einem nächsten Schritt werden wir von städtischer Seite zusätzlich auch alle Vereine und Organisationen im Stadtgebiet anschreiben, in der Hoffnung, dass sich auch hier Freiwillige finden, die die Mitarbeiter in unseren Heimen unterstützen können und die unseren Appell breitgefächert an ihre Mitmenschen kommunizieren und so hoffentlich noch mehr Personen erreichen“, so Gleich weiter.

Alle Personen, die in Stadt und Landkreis Kulmbach oder in den umliegenden Gemeinden helfen möchten, können sich per E-Mail an vanessa.gramlich@stadt-kulmbach.de oder telefonisch unter 09221/940-223 melden. Dort werden alle Helfer gelistet und koordiniert.

„Im Namen der Stadt Kulmbach, aber auch aller Betroffener und Heimbewohner möchte ich mich bereits jetzt für die Mithilfe eines jeden einzelnen bedanken. Gerade in dieser von der Pandemie gebeutelten Zeit ist die Solidarität und Loyalität von uns allen gefragt“, so Bürgermeister Frank Wilzok abschließend.

Der Aktuell-Beitrag zum Hilferuf aus Kulmbach:
Hilferuf aus Kulmbach: Freiwillige Helfer für die Pflege gesucht