Tag Archiv: Cyberkriminalität

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Oberfranken: 300.000 Euro Forensik-Labor-Fahrzeug für die Polizei

Als erster Polizeiverband in Deutschland erhielt das Polizeipräsidium Oberfranken ein mobiles Forensik-Labor im Wert von 300.000 Euro und rüstet sich damit im Bereich Cyberkriminalität auf. Innenminister Joachim Herrmann stellte das Hightech-Fahrzeug in München vor.

Polizeipräsidium Oberfranken erprobt für gesamte Bayerische Polizei das Spezialfahrzeug

Immer mehr Straftaten im Bereich der Computerkriminalität werden verzeichnet. Um diesen Trend entgegenzuwirken, erprobt das Polizeipräsidium Oberfranken, stellvertretend für die gesamte Bayerische Polizei, das neue Spezialfahrzeug. Mit dem Spezialfahrzeug der Firma mh Service GmbH steht den Polizeidienststellen im Regierungsbezirk ab sofort ein vollwertiges mobiles IT-Labor zur Verfügung, das von den Spezialisten für digitale Forensik Oberfranken betrieben werden kann.

Spezialfahrzeug ausgestattet mit drei Arbeitsplätzen für Datenerfassung

Auf drei Arbeitsplätzen können in dem speziell ausgebauten Transporter-Fahrzeug Daten sowohl vor Ort, als auch mobil erfasst und verarbeitet werden. Dies wird durch weltweit einzigartige, luftgefederte Serverschränke ermöglicht, die für den Betrieb der eingebauten Server und Speicher notwendig sind. Ein Energie- und Klimakonzept macht es möglich, dass der Paladin innerhalb von wenigen Minuten startklar ist und sich mehrere Tage im Einsatz befinden kann.

Polizei kann mit Spezialfahrzeug auch digitale Spuren aufnehmen und auswerten

Wird beispielsweise ein Unternehmen Ziel eines Cyberangriffs, rücken die Ermittler und Profis für digitale Forensik mit dem Paladin zum Tatort aus. Vor Ort sind dann zum Beispiel schnelle Datensicherungen, Daten-Backups oder IT-forensische Untersuchungen möglich. So können die Polizeidienststellen neben der klassischen Tatortspuren auch die digitalen Spuren vor Ort aufnehmen und teilweise auswerten.

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Bayreuth & Bamberg: Achtung! Falsche Nachrichtenseiten auf Facebook

Seit Montag (14. November) kursiert auf Facebook eine Nachrichtenseite mit dem Titel: „Bayreuth Aktuelle Nachrichten". Dies ist eine Fakeseite und verbreitet eine falsche Nachricht über ein Familiendrama in der Wagnerstadt. Diese Seite sollte gemieden werden, denn durch einen Weiterleitungslink zu einer angeblichen Polizeimeldung kann eine schädliche Software auf das Mobiltelefon oder den Rechner geladen werden. Auch für Bamberg kursiert jetzt eine derartige Seite in dem sozialen Netzwerk.

Vorsicht vor „Bayreuth Aktuelle Nachrichten"

Auf der Facebook-Seite „Bayreuth Aktuelle Nachrichten" wurde ein Link zu einem Bericht über ein Familiendrama in Bayreuth geteilt. Unter anderem heißt es dort, dass zwei Kinder getötet wurden und der Vater der Kinder anschließend Selbstmord begangen hat. Zum einen ist dies eine Falschmeldung, da eine solche Tat nicht stattfand. Zum anderen gelangt man durch das Anklicken des Links auf eine dubiose Seite, auf der man sich Schadsoftware einhandeln kann.

Möglicherweise schädliche Software

Klickt man auf der Facebook-Seite „Bayreuth Aktuelle Nachrichten" auf den entsprechenden Link wird man zu der Seite „http://newscenters.today“ weitergeleitet. Hier besteht dann die Möglichkeit, dass unbemerkt schadhafte Software auf das Smartphone oder den Computer geladen wird.

Auch Bamberg ist betroffen

Neben Bayreuth ist auch eine weitere oberfränkische Stadt betroffen, nämlich Bamberg. Auch die Facebook-Seite „Bamberg Aktuelle Nachrichten" ist eine falsche Nachrichtenseite, welche genau die gleiche Meldung über ein Familiendrama publiziert. Es wurde lediglich Bayreuth gegen Bamberg ausgetauscht. Zudem ist die Nachricht aus verschiedenen Meldungen zusammengesetzt.

Video oder Link suggeriert spektakulären Inhalt

Die Masche der Betrüger ist nicht neu. Man versucht die User durch einen angeblichen spektakulären Inhalt auf eine vermeintliche seriöse Seite zu leiten. Diese ähneln optisch bekannten Newsseiten. Klickt man diese Fakeseite an, ist es meist zu spät und man hat sich einen fiesen Trojaner eingefangen. Die Kriminellen überlagern zum Beispiel die geöffnete Seite mit einer zweiten Ebene. Hier löst der User mit einem aus seiner Sicht harmlosen Klick auf die Objekte die ungewollte Aktion aus. Dadurch kann dann gegebenenfalls ein Virus oder Malware installiert, ein schadhaftes Add-On für den Internet-Browser einrichtet oder eine Abo-Falle für Gewinnspiele oder Quizseiten eingerichtet werden.

Polizei kann derzeit wenig tun

Polizeisprecher Alexander Czech vom Polizeipräsidium Oberfranken kennt diese Facebookseite, konnte aber noch keine genaueren Angaben zu den Hintergründen der falschen Nachrichtenseite machen. Der Polizei wurden aber keine durch die Fakeseite verursachten Straftaten gemeldet.

Eigener Schutz vor Betrüger

Der einfachste Schutz im Internet ist der eigene Menschenverstand beziehungsweise ein gesundes Misstrauen. Bevor man irgendeinen Link anklickt, sollte man sich vergewissern, was man anklickt. Hier könnte schon ein Blick auf das Vorschaubild helfen. (siehe Bild). Kennt man womöglich die Quelle oder die Seite nicht, dann Hände weg davon. Weiterhin kann man sich natürlich auch schützen, indem man seine Anti-Viren-Programme immer auf dem aktuellen Stand hält. Meist wird dadurch gleich gefährliche Malware beim versuch der Installation abgewiesen.