Tag Archiv: Evangelisch

Terror in Berlin: Reaktion der Kirchen

Nach dem Terror-Anschlag in Berlin mit zwölf Toten sind die Trauer und das Entsetzen in Deutschland groß. Vor allem die Kirchen sind in Gedanken bei den Verstorbenen, ihren Angehörigen und Freunden.

Die Katholische Kirche

Der Erzbischof von Bamberg Ludwig Schick spricht im Interview mit Dirk Feustel über den Anschlag von Berlin, bei welchem ein Lkw ungebremst in einen Weihnachtsmarkt raste und dabei zahlreiche Menschen tötete. Der Geistliche ist betroffen und in Gedanken bei den Verstorbenen und ihren Angehörigen. Jedoch ruft er auch dazu auf nicht den Mut zu verlieren und vor allem in der Weihnachtszeit respektvoll miteinander umzugehen.

Terror in Berlin: Ludwig Schick im Interview mit Dirk Feustel

Die evangelische Kirche

Zahlreiche Menschen wurden bei einem Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin verletzt oder sogar getötet. Ein Lkw war ungebremst in eine Menschenmenge gerast. Besonders tragisch, der Anschlag wurde nur wenige Tage vor Heilig Abend, der Geburt Jesu Christi, verübt. Vor diesem Hintergrund spricht Regionalbischöfin Dorothea Greiner über die grausame Tat und ihre Folgen.

Terror in Berlin: Reaktionen der Kirche

Regionalbischöfin Greiner: „Franziskus – wir freuen uns!“

Zahlreiche Stimmen und Stimmungen gab es weltweit nach der gestrigen Papstwahl im Vatikan. Auch in Oberfranken geht man an diesem Thema natürlich nicht vorbei. Dr. Dorothea Greiner, Regionalbischöfin des Evang.-Luth. Kirchenkreises Bayreuth, äußerte sich in einer Pressemitteilung zur Papstwahl:

Auch wenn die lutherische Weltkirche nicht abhängig ist von der Beziehung zur römisch-katholischen Kirche, so wollen wir doch mehr und mehr ein herzliches Miteinander pflegen. Darum ist eine Papstwahl auch für die lutherische Weltkirche sehr bedeutsam, denn der Papst stellt für die grundlegenden ökumenischen Beziehungen strategisch die Weichen.

Die ersten Zeichen geben Hoffnung:
Zuerst und vor allem der Name Franziskus: Vor wenigen Tagen wurde ich gefragt, welchem Menschen aus der Geschichte ich am liebsten begegnen würde, wenn ich könnte. Da sagte ich „Franziskus“. Franziskus gab sich ganz Christus hin, er lebte in Armut und in Liebe zu den Armen, er sah in einem nächtlichen Traum die Mauern der Kirche einstürzen und mit bloßen Händen begann er sie zu stützen – Zeichen seiner Sehnsucht nach spiritueller Erneuerung  der Kirche, die ich teile. Wenn Franziskus von Assisi für Franziskus in Rom Vorbild ist, dann gibt dies Hoffnung, zumal Franziskus ein Heiliger ist aus der Zeit vor der Spaltung der Kirchen. Es ist ein ökumenischer Heiliger – möge der Papst das sein.

Zweitens:
Die natürlich, menschlich und bescheiden wirkende Begrüßung mit: ‘Brüder und Schwestern, guten Abend!‘ als erste Worte.  Es braucht genau diese Eigenschaften in diesem Amt.

Drittens:
Seine Bitte um das segnende Gebet der Anwesenden, bevor er sie segnet. Offensichtlich weiß er sich in seiner Leitung angewiesen auf das Gebet anderer und Gottes Hilfe. Das gibt Hoffnung, dass er auch in Zukunft nicht aus eigener Macht, sondern verbunden mit der Gemeinschaft der Glaubenden und mit Gott handeln will.

Viertens:
Er ist Jesuit. Das heißt, dass sein Herz geistlich geübt und sein Verstand geistig geschult wurde. Er ist Teil eines Ordens, der bekannt ist für seine spirituelle Exerzitienarbeit, seine christusbezogene Frömmigkeit und seine offene Gelehrsamkeit. Ordensleute sind häufig freier und frömmer.

Fünftens:
Er kommt aus Argentinien und verkörpert damit für uns Europäer die weltweite Christenheit. Ich verbinde damit die Hoffnung auf Weite im Herzen und im Denken für uns europäische Christen.

Franziskus wird nicht alle Hoffnungen erfüllen können und das ist gut so. Wichtig ist, dass er die Hoffnung, die Christus in sein Herz gelegt hat, nicht verliert. Wir beten für Papst Franziskus und haben auch heute schon im Regionalbischofsbüro gemeinsam für ihn gebetet: Der dreieinige Gott möge ihn in Liebe leiten, in Weisheit regieren und durch ihn die katholische Kirche führen.