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Oberfranken: IHK sieht ungebrochenen Aufwärtstrend der Konjunktur

Die IHK Oberfranken geht mit viel Optimismus in das Jahr 2014. Getragen wird diese positive Stimmung in der oberfränkischen Wirtschaft durch den Konjunkturklimaindikator der Kammer. Er stieg gegenüber dem Herbst um sieben Punkte auf 124 Zähler.


Optimismus im Baugewerbe und im Dienstleistungssektor

Fast 50 Prozent der befragten Unternehmen sind mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufrieden. Vor allem das Baugewerbe, die Industrie und der Dienstleistungssektor sprühen vor Optimismus. „Die Exporte haben sich nach einer leichten Schwächephase wieder zum Konjunkturmotor entwickelt“, so Heribert Trunk, Präsident der IHK für Oberfranken Bayreuth. Während der Dienstleistungssektor und die Industrie eine verbesserte Ertragslage verzeichnen, klagen Groß- und Einzelhandel sowie Tourismus aber über eine Verschlechterung. Beunruhigend zeigen sich die Unternehmen in Sachen Kosten. Vor allem die Mehrkosten beim Strom werden bemängelt. Sie können kaum abgefedert werden.

 

Entwicklung 2014 wird positiv gesehen

27 (Herbst: 23) Prozent der befragten Unternehmen rechnen mit einer Verbesserung der Geschäftslage im Verlauf des Jahres, 12 (Herbst: 15) Prozent prognostizieren einer Verschlechterung. Vor allem bei Unternehmen mit einer Mitarbeiterzahl von mehr als 100 Mitarbeitern herrscht großer Optimismus.

 

Nachfrage aus Europa zieht wieder deutlich an

Die positive Stimmung wird vorrangig von den Exporterwartungen getragen. „Die oberfränkischen Exportunternehmen registrieren einen klaren Stimmungsaufschwung bei den europäischen Kunden“, so Heribert Trunk.

 

Expansion im In- und Ausland

10 Prozent der oberfränkischen Unternehmen plant zudem eine Investition im Ausland. In der Industrie liegt die Zahl sogar bei 20 Prozent. Bei den Maßnahmen steht vor allem der Ausbau des Vertriebs im Vordergrund.

 

Arbeitsmarkt profitiert

Die Frühlingsgefühle in der Konjunktur treiben auch die Personalplanungen voran. Laut IHK Oberfranken planen viele Unternehmen einen Beschäftigtenzuwachs. Die Kammer rechnet im Jahresverlauf mit einem Beschäftigtenzuwachs von rund 7.000 in Oberfranken. Besonders groß ist laut IHK die Nachfrage nach Mitarbeitern im Baubereich, im Dienstleistungs- und im Logistiksektor.

 


 

 

Expansion: Rehau nimmt erstes Werk in Ungarn in Betrieb

Im ungarischen Györ, gut 120 Kilometer nordwestlich von Budapest gelegen, nimmt Rehau in diesen Tagen ein neues Werk in Betrieb. Die Produktionsstätte, in der ausschließlich Systembauteile für die Automobilindustrie gefertigt werden, soll im Herbst offiziell eingeweiht werden. Der weltweit tätige Polymerspezialist mit Stammsitz in Rehau/Oberfranken investierte in den Neubau vor den Werkstoren von Audi mehr als 50 Millionen Euro. Rund 200 neue Arbeitsplätze sollen entstehen.

Rehau will international wachsen 

„Die Entscheidung für den Grundstückskauf und den Werksneubau ist Teil unserer internationalen Wachstumsstrategie“, erklärt Niklas Braun, Vorsitzender der Automotive-Geschäftsleitung bei Rehau. Seit Jahrzehnten überzeuge Rehau als Entwicklungspartner und Systemlieferant Kunden rund um den Globus mit Zuverlässigkeit und Qualität. Der Neubau in Ungarn, so Braun weiter, sei nach modernsten ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten errichtet worden.

Zusammenarbeit mit Audi

Für Audi montiert der Polymerspezialist am Standort Györ bereits seit 2005 im 3-Schicht-Betrieb Stoßfänger-Varianten für verschiedene Modelle und liefert sie just-in-time direkt ans Band des Automobilherstellers. „Der Ausbau zu einer eigenen Produktionsstätte auf mehr als 24.000 m² ist auf die Aufträge für die Stoßfängersysteme des neuen Audi TT und des Q7 zurückzuführen, für die wir zusätzliche Kapazitäten benötigen“, erläutert Helmut Ansorge, Mitglied des Automotive Executive Board und zuständig für die Automotive-Werke des weltweit tätigen Unternehmens. Künftig sollen die vorderen und hinteren Stoßfängersysteme der beiden Modelle sowie für das A3 Cabrio und Coupe vor der lokalen Endmontage in Györ spritzgegossen und lackiert werden. Bisher sind für diese Modelle die Außenanbauteile im niederbayerischen Viechtach produziert worden. Hier seien die Ressourcen dank neuer Modellanläufe ausgeschöpft, weshalb die Verantwortlichen nach Alternativen suchten. „Eine Fertigung vor Ort in Ungarn, direkt vor den Toren unseres Kunden, birgt viele Vorteile“, unterstreicht Ansorge „denn im Automobilbereich gelten extrem kurze Abrufzeiten.“

Neues Werk in Ungarn

Der Werksneubau im Internationalen Industriepark Györ beinhaltet neben hochmodernen Spritzguss-, Lackier- und Montagehallen auch Räumlichkeiten für die Verwaltung, Konfektion, Lagerung und Logistik. Herzstück des neuen Maschinenparks ist aber die modulare, auf CO2-Reinigung basierende Lackieranlage – eine Eigenentwicklung von Rehau, die besonders umweltschonend ist und auf den Gebrauch von kostbarem Wasser verzichtet. Vorgänger dieser Anlage haben sich bereits an den Produktionsstandorten Viechtach und Port Elizabeth, Südafrika, bewährt. Im neuen Werk entstehen bis zu 200 neue Arbeitsplätze. Erste Montagelinien sind aktuell angelaufen – pünktlich zum offiziellen Produktionsstart der neuen Audi A3-Modelle. Wenn im Herbst die offizielle Werkseinweihung stattfindet, werden rund 130 Werksmitarbeiter im 3-Schicht-Betrieb in der Fertigung tätig sein.