Tag Archiv: Falke

© LBV Coburg / Webcam

Die Wanderfalken von Coburg: Der Nachwuchs ist da!

Die Coburger Wanderfalken haben Nachwuchs bekommen! Am gestrigen Donnerstag (15. April) kämpfte sich um 18:30 Uhr nach einer Brutzeit von 33 Tagen das erste Küken aus dem Ei im Nest der Morizkirche der Vestestadt. Dabei blieb es allerdings nicht. Darüber berichtete der Landesbund für Vogelschutz (LBV) am heutigen Tag.

Bis Freitagmorgen schlüpften drei Küken

Laut dem LBV Coburg war schon einige Zeit vorher ein leises Piepen zu hören gewesen, dann hatte eines der vier Eier plötzlich ein kleines Loch und schließlich half das Wanderfalke-Weibchen ihrem ersten Küken aus dem Ei. Über Nacht schlüpfte dann das zweite Küken, und am Freitagmorgen kuschelten sich bereits drei Tiere in das wärmende Gefieder der Mutter. Zu sehen ist das tierische Naturschauspiel über die installierte LBV-Webcam, die man über die Homepage des Coburger Naturschutzvereines abrufen kann.

Das erste Ei lag am 07. März im Nest

Wie die Vogelexperten mitteilten, wurde nach einer intensiven Balz ab Ende Februar am 7. März das erste Ei in das Nest gelegt. Das eigentliche Brüten beginnt typischerweise nach dem dritten Ei, welches am 12. März gelegt wurde. Zwei Tage später folgte das vierte Ei. Nach 33 Tagen Brutzeit stellte sich nun der Nachwuchs ein.  Auch die Aufzuchtphase kann dank der Webcams live mitverfolgt werden.

 

Jetzt beginnt eine wirklich anspruchsvolle Zeit für die Altvögel. Denn der Nachwuchs wächst schnell und hat schon sehr bald richtig Hunger. ... Die ersten zehn Lebenstage ‚hudern‘ die Altvögel den Nachwuchs, das heißt, sie nehmen ihn schützend und wärmend unter ihre Flügel oder die Bauchfedern. ... 2020 wurden nur zwei Jungvögel aus einer Brut von vier Eiern erfolgreich großgezogen“

(Bernd Leuthäusser, LBV Coburg)

 

So geht es mit der Vogel-Familie weiter...

Anschließend folgen rund zehn Tage, in denen sich der Nachwuchs im Horst tummelt. Bei schönem Wetter wird es wahrscheinlich möglich sein, die Tiere auf dem Anflugbrett zu sehen. Für das Futter ist in dieser Phase ist dann hauptsächlich der männliche Falke zuständig. Vom 21. bis 30. Tag wechseln sich Männchen und Weibchen beim Jagen, Bewachen und Füttern der Jungvögel ab. Ab Mitte Mai beginnen die Jungen in der Folge mit ersten Flugübungen, die dann schnell intensiver und raumgreifender werden. Die Bewachung wird dann überwiegend vom Männchen übernommen oder auch ganz eingestellt. Ende Juli bis Anfang August wird sich der Familienverbund dann auflösen.

Bilder der Vogelkamera
© LBV Coburg / Webcam© LBV Coburg / Webcam

Hintergrund: Zur Geschichte der Coburger Wanderfalken

2016 ließ sich der Wanderfalke das erste Mal nach 132 Jahren wieder im Coburger Land nieder. Die Tiere waren in den 70er Jahren in Bayern außerhalb der Alpen ausgestorben. Schuld daran hatte das gefährliche Insektengift DDT. Durch Schutz und künstliche Nisthilfen in hohen Gebäuden besiedelt der Wanderfalke jetzt wieder fast ganz Bayern. Mangels Naturfelsen ist das Coburger Land aber für die Art kein erstklassiges Gebiet. Es gab zwar Brutversuche, die aber nicht erfolgreich verliefen. Um den Wanderfalken im Coburger Land wieder fest anzusiedeln, hatte der LBV bereits vor Jahren an der Veste Coburg und am Müllheizkraftwerk spezielle kästen angebracht, die aber nicht angenommen wurden. Der Nistkasten in der Morizkirche wurde vor 20 Jahren installiert. Bis 2016 musste man sich gedulden, bis er von den Tieren gefunden und angenommen wurde. Die Kirchturmspitze ist dabei ein optimaler Platz. Der Nistkasten ist optimal geschützt vor Fressfeinden und die Umgebung mit den vielen Dächern und Türmen bietet den Jungvögeln optimale Bedingungen für die ersten Flugtage. In der Spitze des Kirchturms brüten die Wanderfalken schon zum fünften Mal in Folge. Vor der diesjährigen Brutzeit wurden zwei HD-Kameras installiert. Die Tag- und Nacht-Funktion gibt die Möglichkeit zur 24 Stunden-Vogelbeobachtung. Zudem kann man hören, was im Nest vor sich geht. Nach heutigem Wissensstand ist dies für die Tiere kaum wahrnehmbar und somit nicht schädlich.

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Lichtenfels: Polizei rettet Falken aus einem Pkw-Kühlergrill

Tierischer Einsatz für die Polizei in Lichtenfels am Dienstagnachmittag (10. September): Eine 54-jährige Autofahrerin meldete sich bei der Polizeiinspektion Lichtenfels und gab an, dass ein lebender Greifvogel hinter dem Kühlergrill ihres Seat gefangen ist.

Nach Abbau mehrerer Autoteile kommt der Vogel frei

Der Falke war vermutlich am Morgen vom Straßenrand der Kreisstraße CO11 bei Kleingarnstadt (Landkreis Coburg) hochgeflogen und hatte sich dabei offenbar im Kühlergrill des Autos verfangen. Die Beamten verständigten daraufhin die Tierrettung sowie den Mechaniker einer Auto-Werkstatt. Nach dem Abbau mehrerer Fahrzeugteile konnte mit vereinten Kräften der Falke lebend gerettet werden. Laut Polizei war der Vogel augenscheinlich nicht schwer verletzt. Das Tier kam in die Obhut einer Greifvogelstation. Am Seat entstand ein Sachschaden in Höhe von rund 1.500 Euro.

© PI Lichtenfels
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© Polizeiinspektion Lichtenfels
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Coburg: Tierischer Nachwuchs bei der Polizei

Wie die Coburger Polizei am Montag (20. Juni) stolz verkündete, erblickten vor wenigen Wochen fünf junge Falken in einem Nistkasten im Hof der Polizeiinspektion Coburg das Licht der Welt. Der Nistkasten befindet sich in 10 Metern Höhe auf einem Funkmast des Polizeigebäudes.

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© Greifvogelpark Katharinenberg

Wunsiedel: Blutrausch im Greifvogelpark Katharinenberg

Am Mittwoch (10. Februar) verschaffte sich ein Fuchs den Zugang in die Falknerei des Greifvogelparks Katharinenberg in Wunsiedel und tötete dabei sieben Greifvögel. So wurde fast die komplette Fliegerstaffel des Parks erlegt. Falkner Eckard Mickisch entdeckte am Mittwochabend gegen 19:00 Uhr die toten Tiere.

Fuchs tötet im Blutrausch

Der Fuchs tötete zwischen 15:00 und 19:00 Uhr nahezu alle Greifvögel die täglich ihre spektakuläre Flugvorführung gestalteten. Im sogenannten Blutrausch erlegte er sogar ein fast sechs Kilo schweres Steinadlerweibchen.

Greifvögel sind deutschlandweit bekannt

Vögel wie der legendäre Kiro, bekannt aus der Fernsehsendung "Galileo", fielen dem Fuchs zum Opfer. Kiro lieferte sich in der Vergangenheit ein einzigartiges Wettrennen mit einem Modelflugzeug, welches er mit bis zu 351 km/h überholte. Auch Greifvogel Nicki wurde getötet, die in der Vergangenheit Geburtstagkindern mit verspielter Leichtigkeit eine Feder als Geschenk überbrachte.

Mitarbeiter sind entsetzt

Für Falkner Eckard Mickisch und dessen Team ist es nicht zu fassen, dass ein Fuchs am hellen Tag in das Grundstück eindringt und sein grausames Unwesen treibt. Die Aufzeichnungen der Videoüberwachung und der bereits am nächsten Tag in der Falle sitzende Fuchsrüde bestätigten dies jedoch.

Das Team steht vor einem Trümmerhaufen. Neben dem großen finanziellen Schaden belastet vor allem der emotionale Verlust jedes einzelnen Vogels die Mitarbeiter. Einige der Greifvögel begleiteten Falkner Mickisch bereits Jahrzehnte auf seinem Weg.

Neue Saison startet am 19. März

Am 19. März öffnet der Greifvogelpark Katharinenberg seine Tore für die neue Saison. Bis dahin läuft das Training der neuen Flug-Akteure auf Hochtouren, Mickisch und sein Team sieht dieses Problem als Herausforderung und wird dieses meistern. Viele Berufsfalkner haben bereits ihre Unterstützung zugesagt. Erste Greifvögel, die in Zukunft die Flugshows gestalten werden, sind laut Mickisch bereits „im Anflug“.

 

Video, Talk & Fotos zu dem Vorfall
Wunsiedel: Fuchs tötet im Blutrausch sieben Greifvögel
Unser Aktuell-Beitrag vom heutigen Freitag (12. Februar) und ein Studiotalk mit Falkner Eckard Mickisch.
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