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Bamberg: Morddrohungen gegen Erzbischof Schick

Nach den Morddrohungen von vor allem AfD-Anhängern gegen den Bamberger Erzbischof Prof. Dr. Ludwig Schick, weil er einen islamischen Bundespräsidenten für möglich hält, bekommt der Geistliche nun Rückendeckung von den Bürgermeistern der Stadt Bamberg.

Hasstiraden gegen Bamberger Erzbischof Schick

Erzbischof Schick hatte bei einer Podiumsdiskussion in Nürnberg, auf die Frage, ob die Kirche auch einen Muslim als Staatsoberhaupt akzeptieren würde, geantwortet, dass die Kirche eine jede demokratische Entscheidung akzeptieren werde. Nachdem der Bamberger Erzbischof diese Aussage traf und sich somit grundsätzlich dafür aussprach, dass er sich auch einen islamischen Bundespräsidenten vorstellen könnte, erhält der Geistliche vor allem von Anhänger der AfD massive Anfeindungen in den Sozialen Netzwerken, teilweise sind sogar Morddrohungen dabei.

Bamberg: Hasstiraden und Morddrohungen gegen Erzbischof Schick
(Aktuell-Bericht vom 07.11.16)

Angriff der demokratischen Grundordnung

Die Bürgermeister der Welterbestadt Bamberg verurteilten die Hasstiraden und die Hetze der AfD und ihrer Sympathisanten gegen den Bamberger Oberhirten, in den sozialen Netzen „auf das Schärfste, weil damit nicht nur unser Erzbischof, sondern auch die freiheitlich demokratische Grundordnung angegriffen wird.“ Wenn darüber hinaus Morddrohungen ausgesprochen werden, seien nun die Ermittlungsbehörden gefordert, konsequent die Urheber dieser strafrechtlich relevanten Handlungen zu verfolgen.

Bamberg: Erzbischof Schick ruft zum Dialog mit Islam und Islamkritikern auf

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat vor dem  Landeskomitee der Katholiken in Bayern dazu aufgerufen, dass Christen sich mehr in der Politik engagieren, um den Geist des Evangeliums in der Gesellschaft lebendig zu halten. „So können Parolen der Fremdenfeindlichkeit Einhalt geboten werden, denn das christliche Menschenbild lässt keinen Rassenhass und keine Menschenverachtung zu“, sagte Schick am Samstag vor den katholischen Laienvertretern, die zu ihrer zweitägigen Frühjahrsvollversammlung nach Bamberg gekommen sind.

Die christliche Nächstenliebe erlaube auch kein Angstmachen und keine Bedrohung von Mitmenschen, schon gar nicht von schutzbedürftigen Flüchtlingen.  „Der Geist des Evangeliums ist ein Geist des Dialogs, der in Wahrheit und Liebe geführt werden soll“, sagte Schick. Der Dialog sei gleichermaßen mit dem Islam wie mit den Islamkritikern bestimmter Parteien und Bewegungen nötig. Dialogverweigerung sei mit der christlich abendländischen Kultur nicht vereinbar. Der Geist des Evangeliums rufe dazu auf, Fremdes und Anderes zu prüfen und zu integrieren, ohne das eigene Bewährte und Gute in Frage zu stellen oder gar aufzugeben