Tag Archiv: Kinderpornographie

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Oberfranken: Fünftklässlerin verschickt über Snapchat Nacktfotos!

Das Polizeipräsidium Oberfranken weist in einer aktuellen Presseinformation auf die Gefahren hin, wenn Kinder - spätestens mit dem Wechsel zu einer weiterführenden Schule - mit einem Smartphone samt Internetzugang ausgestattet sind. Hintergrund ist der aktuelle Fall an einer oberfränkischen Realschule.

Nacktfotos an einen Jugendlichen verschickt

Hier verschickte eine Fünftklässlerin über die Social Media-App Snapchat Nacktfotos von sich an einen Jugendlichen. Diese Bilder machten dann allerdings die große Runde! Den aktuellen Fall meldete der Schulleiter der Polizei. Lehrer waren auf die Problematik aufmerksam geworden, weil das Mädchen begann, sich vor Verzweiflung selbst zu verletzen. Mehrere Telefone wurden daraufhin von der Polizei beschlagnahmt, der Straftatbestand der Verbreitung von Kinderpornographie steht im Raum. Die Ermittlungen in dem Fall dauern an. Weitere Informationen gab die Polizei mit dem Hinweis auf das Alter der Beteiligten und die laufenden Ermittlungen nicht bekannt.

Bildschirmaufnahme kopiert Fotos

„Bilder, die einmal versendet sind, lassen sich nicht wieder zurückholen“, erklärte Katrin Schamel, Präventionsbeauftragte im Polizeipräsidium Oberfranken, hinsichtlich des aktuellen Falls, denn per Bildschirmaufnahme kann jedes verschickte Foto blitzschnell abfotografiert, gespeichert und somit auch weiterverbreitet werden.

Trotz Altersbeschränkung sind Kinder in den Online-Netzwerken aktiv

Offiziell ist Snapchat ab 13 Jahren zugelassen. Die Schülerin, deren Bilder im aktuellen Fall an ihrer eigenen Schule und wohl auch darüber hinaus verbreitet wurden, ist aber jünger. Auch beim Nachrichtendienst WhatsApp, der offiziell ab 16 Jahren zugelassen ist, sind die meisten Kinder zu finden, sobald sie ein Handy haben.

Elternaufsicht auch beim Handy gefragt

Eltern, die ihren Kindern den Zugang zu einem internetfähigen Telefon erlauben, sollten ihre Kinder genau und fortlaufend auf die Gefahren hinweisen, die damit verbunden sind. So der Rat der Polizei. Generell gilt, dass Kinder und Jugendliche auf allzu private Bilder verzichten sollten, denn „online ist online“, bilanziert Katrin Schamel: „Einmal veröffentlichte Bilder können nicht mehr eingefangen werden", so die Präventionsbeauftragte im Polizeipräsidium Oberfranken.

Die Polizei rät deshalb:

  • Weisen Sie Ihre Kinder genau auf die Gefahren des Internets hin. Sie sollten keine privaten Bilder im Internet versenden und keine Bilder von anderen weiterleiten.
  • Kursieren Bilder online, die einem unangenehm sind, können Eltern oder Jugendliche selbst diese dem Betreiber sowie Stellen wie jugendschutz.net oder internet-beschwerdestelle.de melden.
  • Melden Sie sich in schweren Fällen bei der Polizei.

 

Sendung "Nachgefragt" zu diesem Thema (8. März 2019)
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Fall Peggy: Beate Zschäpe will sich schriftlich äußern!

Lichtenberg / München: Beate Zschäpe wird zum Fall Peggy Stellung nehmen
(Aktuell-Talk vom 26.10.16)

Der Fall Peggy beschäftigt die Menschen in Oberfranken und auch bundesweit seit Jahren. 15 Jahre nach Peggys Verschwinden ist noch immer nicht geklärt, wer ihr Mörder war. Nachdem DNA-Spuren von NSU-Terrorist Uwe Böhnhardt am Fundort der Leichenteile von Peggy entdeckt wurden, werden die Fragen nach einem Zusammenhang zwischen dem Tod der Neunjährigen und dem NSU immer lauter. Am Mittwoch (26. Oktober) ging Richter Manfred Götzl im NSU-Prozess dieser Frage nach und wollte von Beate Zschäpe wissen, ob sie Informationen über Peggy Knobloch hat. Ihr Anwalt Hermann Bochert kündigte daraufhin eine schriftliche Stellungnahme seiner Mandantin an.

Möglicher Zusammenhang zwischen der NSU und dem Fall Peggy

DNA-Spuren von Uwe Böhnhardt am Fundort der Leiche von Peggy Knobloch, eine Hütte eines Freundes Böhnhardts nur unmittelbar entfernt von eben jenem Fundort, Kinderschuhe im Wohnwagen des NSU-Trios Zschäpe, Mundlos, Böhnhardt, Kinderpornographie auf den Computern der mutmaßlichen NSU-Terroristen und eine Mutter die vielleicht ins Visier der NSU geriet, weil sie sich dem Islam zuwandte. All dies lässt Spekulationen aufkommen, ob Uwe Böhnhardt möglicherweise etwas mit dem Tod von Peggy Knobloch zu tun haben könnte. Seine enge Vertraute und einziges noch lebendes Mitglied des NSU-Trios ist Beate Zschäpe. Ihr wird seit Mai 2013 am Oberlandesgericht in München der Prozess in Sachen NSU gemacht. Nun spielt auch der Fall Peggy in dem Prozess eine Rolle.

Fall Peggy: DNA-Spuren von Uwe Böhnhardt am Fundort der Leiche gefunden
(Aktuell-Talk vom 14.10.16)
Gewissheit im Fall Peggy: Sterbliche Überreste stammen von der 9-Jährigen
(Aktuell-Bericht vom 05.07.16)

Untersuchungen am Fundort von Peggys Leiche

Die damals Neunjährige verschwand vor 15 Jahren, im Mai 2001 in Lichtenberg (Landkreis Hof), spurlos. Im Juli 2016 dann der Fund von Peggys Leiche im thüringischen Rodacherbrunn, unweit der Grenze zu Bayern. Der Leichenfund zog weitere Untersuchungen mit sich. Tatsächlich konnte die Spurensicherung DNA-Material sicherstellen und auswerten. Diese wurde jetzt Uwe Böhnhardt zugeordnet. Nun stellt sich die Frage nach dem Zusammenhang zwischen der NSU und dem Fall Peggy.

Fall Peggy wird zum Thema im NSU-Prozess

Der Vorsitzende Richter im Münchener NSU-Prozess Manfred Götzl scheint ein großes Interesse daran zu haben, zu klären, ob der NSU etwas mit dem Tod von Peggy Knobloch zu tun hatte. Auf seine Frage hin, ob Zschäpe Informationen zu Peggy habe, welche sie nicht aus den Medien habe, gab Beate Zschäpe keine Antwort. Allerdings verkündete ihr Verteidiger Bochert, er werde eine schriftliche Stellungnahme von Zschäpe zum Fall Peggy abgeben.

Anwalt der Nebenklage will Einsicht in die Akte Fall Peggy

Auch Mehmet Daimaguler, der Anwalt der Nebenklage, will den laufenden NSU-Prozess nutzen um den Fall Peggy aufzuklären. Deshalb beantragte er eine Einsicht in die Akten zum Fall Peggy. Allerdings ist der Fall Peggy nicht Gegenstand des aktuellen NSU-Prozesses und somit bleibt die Frage, ob es im aktuell geführten Prozess wirklich neue Informationen zum Fall Peggy geben wird.

Fall Peggy: Polizei sucht erneut am Fundort der Leiche bei Rodacherbrunn
(Aktuell-Bericht vom 26.09.16)
Weiterführende Informationen
Der Fall Peggy: Eine Chronologie der Ereignisse
(Aktuell-Bericht vom 04.07.16)
Fall Peggy: Unter der Lupe - Die Arbeit der Rechtsmediziner
(Aktuell-Bericht vom 05.07.16)
Fall Peggy: Pressekonferenz zu DNA-Spuren (Teil 2) Aktuell-Version
(13.10.16)
Fall Peggy: Verbindung mit NSU-Terror für Ramelow kein Zufall
(Aktuell-Bericht vom 19.10.16)
Fall Peggy: Mehr Fragen als Antworten in dieser Causa
(Aktuell-Bericht vom 18.10.16)
Nachgefragt (08.07.2016): Der Fall Peggy