Tag Archiv: Landgericht Coburg

Prozess in Coburg: Polizist soll seine Ex-Frau vergewaltigt haben

Ein schrecklicher Fall wird seit dem heutigen Freitag (22. Dezember) am Landgericht Coburg verhandelt. Ein ehemaliger Polizist aus Kronach soll seine Ex-Frau vergewaltigt und sie mehrfach sexuell belästigt haben.

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Mordprozess von Beiersdorf: Revision abgelehnt!

Der Bundesgerichtshof hat die Revisionen der vier Angeklagten im Mordprozess von Beiersdorf (Landkreis Coburg) gegen das Urteil des Landgerichts Coburg vom 07. September 2016 am Mittwoch (03. Mai) abgelehnt. Die Entscheidung des Landgerichts Coburg ist damit rechtskräftig. Die Angeklagten wurden somit des Mordes an Wolfgang K. bzw. der Anstiftung dazu, für schuldig befunden. Weiterlesen

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Tödlicher Baustellenstreit in Großheirath: Angeklagter zu vier Jahren Haft verurteilt

Ein Streit auf einer Baustelle in Großheirath (Landkreis Coburg) eskalierte im Juni 2016 und endete für einen Arbeiter tödlich. Seit dem 16. Januar stand der mutmaßliche Täter vor dem Landgericht in Coburg. Am heutigen Mittwoch (25. Januar) wurde der Angeklagte wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt.

Baustellenstreit eskalierte

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass im letzten Sommer der Pflasterer Oliver L. (38) bei einem heftigen Streit auf einer Baustelle mit einer Spitzschaufel seinen Kontrahenten auf den Kopf geschlagen hatte. Das Opfer stürzte und schlug mit dem Hinterkopf auf dem Boden auf. Der Bauarbeiter aus dem Landkreis Kulmbach starb kurze Zeit später an den Folgen der Kopfverletzung. L. wurde nun wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt. Das Gericht ging nicht davon aus, dass der damals 38-Jährige sein Gegenüber töten wollte. Der Angeklagte muss für vier Jahr in Haft. 

Körperverletzung mit Todesfolge oder Totschlag

Der Staatsanwalt hatte in seinem Plädoyer hingegen fünf Jahre Haft wegen Totschlags in einem minderschweren Fall für den Pflasterer verlangt. L hatte schon zu Prozessbeginn jede Tötungsabsicht bestritten.

Aktuell-Bericht vom 16. Januar 2017
Baustellenstreit eskalierte: Totschlagsprozess am Landgericht Coburg
© Freiwillige Feuerwehr Coburg

Coburg: Weißes Pulver entpuppt sich als harmlos

Bei dem am gestrigen Mittwoch (11. Januar) sichergestellten weißen Pulver am Landgericht Coburg wurden bisher keine Krankheitserreger festgestellt. Das gab das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit am Donnerstag (12. Januar) gegenüber TVO bekannt.

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Landgericht Coburg: Plädoyers im Beiersdorf-Prozess

Im Revisionsprozess um den Mord an dem Beiersdorfer Orchestermusiker Wolfgang R. im Dezember 2013 hat die Staatsanwaltschaft am Landgericht Coburg am heutigen Mittwoch (31. August) ihr Plädoyer gehalten.

Anklage fordert lebenslange Haft für Haupttäter

Die Anklage fordert, die beiden Haupttäter wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe zu verurteilen. Wegen der Einordnung der Tat mit besonderen Schwere der Schuld würde dies eine Entlassung nach 15 Jahren unmöglich machen. Für die mutmaßlichen Auftraggeber – die Freundin des Ermordeten und deren Ex-Mann - fordert die Staatsanwaltschaft jeweils 13 Jahre und sechs Monate Haft wegen Raubes mit Todesfolge.

Staatsanwaltschaft legte Revision gegen das erste Urteil ein

Im ursprünglichen Urteil hatte das Landgericht Coburg die Angeklagten lediglich wegen Anstiftung zur gefährlichen Körperverletzung sowie Totschlag und Diebstahl verurteilt. Dagegen hatten die Staatsanwaltschaft und die Tochter des Opfers erfolgreich Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt. Mit einem Urteil im neu aufgerollten Prozess wird in der ersten Septemberwoche gerechnet.

Weiterführende Informationen zum ersten Prozess
Coburg: Plädoyers im Mordprozess von Beiersdorf
(Aktuell-Beitrag vom 12.02.2015)
Coburg: Urteil im Prozess um den Toten von Beiersdorf
(Aktuell-Beitrag vom 13.02.2015)
© TVO / Andreas Heuberger

Babyleichen von Wallenfels: Mutter muss 14 Jahre in Haft

Am Landgericht Coburg hat am Dienstagmorgen (12. Juli) ein mit Spannung erwarteter Prozess begonnen. Eine 45-jährige Mutter aus Wallenfels (Lkr. Kronach) muss sich wegen des Todes von vier Säuglingen verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr Mord vor. Am fünften Prozesstag fällt das Urteil. Die Mutter wird zum Totschlag in vier Fällen verurteilt. Sie muss 14 Jahre in Haft. Der Vater wird freigesprochen.

Update (20.07.2016 / 19:30 Uhr): REAKTION AUS WALLENFELS ZUM URTEIL
Urteil im Babyleichen-Prozess am Landgericht: die Richter verurteilen die Mutter zu einer Strafe von 14 Jahren wegen Totschlags in vier Fällen. Der Vater (beide kommen aus Wallenfels im Landkreis Kronach) wird freigesprochen.In Wallenfels wird das Urteil besonders aufmerksam verfolgt. Andreas Heuberger im Interview mit Bürgermeister Jens Korn.Stimmen zum Urteil und mehr Infos zu dem Prozess auf unserer Themenseite
Update (20.07.2016 / 18:12 Uhr): BERICHT & STATEMENTS ZUM URTEIL
14 Jahre wegen Tortschlags in vier Fällen und ein Freispruch. Die Urteile im Fall der Babyleichenfunde von Wallenfels sind gefallen. Und sie sorgen für Gesprächsstoff – weicht der Richterspruch doch deutlich von den Forderungen der Staatsanwaltschaft ab. Und auch von dem, was Teile der Öffentlichkeit vielleicht für „richtig“ erachtet hätten.Denn der Fund im November letzten Jahres hatte für Aufsehen, Entsetzen und Empörung gesorgt. Andreas Heuberger fasst die Reaktionen aus dem Landgericht Coburg zusammen.

Coburg: Statements zum Babyleichen-Prozess Teil 1
Coburg: Statements zum Babyleichen-Prozess Teil 2
Coburg: Statements zum Babyleichen-Prozess Teil 3
Coburg: Statements zum Babyleichen-Prozess Teil 4
Update (20.07.2016 / 09:10 Uhr): DAS URTEIL

Am Landgericht Coburg ist das Urteil im Fall des Babyleichen-Prozesses gefallen. Die Mutter wird zum Totschlag in vier Fällen verurteilt. Sie muss 14 Jahre in Haft. Der Vater wird freigesprochen. Das Urteil und die Reaktionen darauf auch aus Wallenfels sind ab 18:00 Uhr unser Thema in "Oberfranken Aktuell".

© TVO / Andreas Heuberger
© TVO / Andreas Heuberger
Update (20.07.2016 / 08:45 Uhr):

Am Landgericht Coburg steht heute das Urteil im Babyleichen-Prozess an. Geht es nach der Staatsanwaltschaft soll die 45-jährige Angeklagte lebenslänglich wegen Mordes in Haft. Der Vater soll wegen psychischer Beihilfe zu vier Jahren verurteilt werden.

Update (15.07.2016 / 17:29 Uhr):

„Einen solchen Fall hat es in der Justizgeschichte von Coburg noch nicht gegeben.“ Mit diesen Worten beendet Staatsanwalt Martin Dippold sein Plädoyer im so genannten Babyleichen-Prozess am Landgericht Coburg. Es ist eine der wenigen Punkte, in denen die Anklage mit der Verteidigung übereinstimmt. Denn bei der juristischen Einordnung des Falls gehen die Ansichten auseinander.

Zur Erinnerung: Im November letzten Jahres werden in einem Haus in Wallenfels acht Babyleichen gefunden. Dafür müssen sich die Mutter und der Vater verantworten: Wegen Mordes in vier Fällen bzw. wegen Beihilfe zum Mord

Coburg: Plädoyers im Babyleichen-Prozess
Update (15.07.2016 / 15:25 Uhr):
Landgericht Coburg: Andreas Heuberger zu den Plädoyers

Im Fall der Babyleichen von Wallenfels sind heute die Plädoyers am Landgericht in Coburg gehalten worden.Die Staatsanwaltschaft bleibt bei Mord und fordert eine lebenslange Haftstrafe für die Angeklagte. Die Verteidigung plädiert auf Totschlag. TVO-Reporter Andreas Heuberger fasst die Forderungen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung zusammen.

Update (15.07.2016 / 09:50 Uhr):
© TVO / Andreas Heuberger
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Staatsanwaltschaft bleibt beim Mordvorwurf

Die Staatsanwaltschaft Coburg plädiert auf vierfachen Mord. Andrea G soll in den Jahren 2003 bis 2013 vier lebensfähige Neugeborene erstickt haben. Auf Mord steht zwingend eine lebenslange Freiheitsstrafe. Staatsanwalt Martin Dippold wirft der Angeklagten planmäßiges Handeln, getrieben von Egoismus vor. Zuletzt hatte ein Sachverständiger zudem die Schuldfähigkeit von Andrea G. „außer Frage“ gestellt. In einer Stellungnahme zu Beginn des Prozesses hatte sie die Kindstötungen gestanden, aber offen gelassen, ob es zwei, drei oder vier Fälle waren.

Verteidigung plädiert auf Totschlag

Verteidiger Till Wagler sieht drei Fälle von Totschlag. Er spricht sich dafür aus, dass das Gericht ein Urteil festlegen soll, dass der Schuld angemessen ist. Schließlich müsse seine Mandantin für immer mit ihrer Schuld leben. Während des Prozesses war die Verteidigung immer bemüht, die Handlungsweise seiner Mandantin mit ihren Lebensumständen zu erklären: Ein Umfeld, in dem Andrea G. keinen emotionalen Halt fand und sich niemanden anvertrauen konnte.

Die Rolle des Vaters

Laut Staatsanwaltschaft soll Johann G. Beihilfe zum Mord geleistet haben. Sie fordert deswegen 4 Jahre Haft. Die Verteidigung des Angeklagten fordert einen Freispruch. Johann G. glaubt ab etwa 2003, dass seine Ehefrau sterilisiert sei. Etwas anderes könne das Gericht nicht beweisen. Der Angeklagte selbst hatte behauptet, ledglich von der ersten der acht eine Rolle spielenden Schwangerschaften im Jahr 2003 erfahren zu haben. Damals wollte er seine Frau in eine Klinik an Erlangen bringen, zu einer Abtreibung inklusive Sterilisation. Allerdings hatte sich Andrea G. laut einer Stellungnahme ihres Verteidigers Till Wagler damals in einer Pension eingemietet und den Eingriff nicht vornehmen lassen. Johann G. holte sie am Tag danach ab. Zu der Zeit danach schwieg er sich aus.

 

Am Landgericht Coburg hat am Morgen der vierte Verhandlungstag im Fall der toten Babys von Wallenfels begonnen. Es stehen die Plädoyers der Staatsanwaltschaft Coburg und der Verteidigung auf dem Plan.

Update (14.07.2016 / 14:22 Uhr):

Am dritten Verhandlungstag im Babyleichenprozess vor dem Landgericht Coburg haben heute drei Sachverständige ausgesagt. Zunächst beschrieb der Erlanger Rechtsmediziner Stephan Seidl den Zustand der acht aufgefundenen Babyleichen - drei Jungen und fünf Mädchen. Vier davon waren sicher lebensfähig.

Elternschaft der Angeklagten bestätigt

Diese wurden durch ein Handtuch erstickt, so der Rechtsmedizner. Er bestätigte auch die Elternschaft der beiden Angeklagten. Die Münchner Diplom-Psychologin Karoline Pöhlmann, die die Angeklagte kurz nach ihrer Verhaftung befragte, zeichnete ein differenziertes, aber psychologisch nicht auffälliges Bild der Angeklagten. Das bestätigte der Münchner Facharzt für Psychologie, Cornelis Stadtland.

Keine psychische Erkrankung

Die Angeklagte weise keine Anzeichen einer körperlichen, neurologischen oder psychischen Erkrankung auf. Auch eine Persönlichkeitsstörung sei nicht diagnostizierbar. Die Angeklagte sei voll schuldfähig, so der Gutachter. Mit dem Ende des heutigen Prozesstages ist die Beweisaufnahme abgeschlossen, morgen folgen vermutlich die Abschlussplädoyers. Das Urteil fällt vermutlich nächste Woche.

© TVO / Dirk Feustel
© TVO / Dirk Feustel
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Update (13.07.2016 / 18:54 Uhr):
Coburg: Zeugen im Babyleichen-Prozess sagen aus
Am zweiten Tag des Babyleichenprozesses am Landgericht Coburg sagten heute neben Vernehmungsbeamten mehrere Zeugen aus dem direkten Umfeld der Angeklagten aus. So zum Beispiel der Bruder und eine ehemalige Partnerin des Angeklagten. TVO fasst den Prozesstag zusammen.
Update (13.07.2016 / 12:45 Uhr):

Am Vormittag des zweiten Prozesstags werden etliche Zeugen gehört.

  • eine frühere Partnerin des angeklagten Vaters, die gleichzeitig die Mutter von zwei seiner Kinder ist
  • der Bruder des Angeklagten
  • die 81-jährige Mutter des Angeklagten, die sich auf ihr Zeugnisverweigerungsrecht berief
  • zwei frühere bekannte Frauen des Ehepaares aus Wallenfels
  • der Inhaber eines Lokales in Wallenfels, in dem sich das Paar öfter mit Freunden traf
  • der Partner, mit dem die Angeklagte zu dem Zeitpunkt zusammen war, als die Babyleichen gefunden wurden

Bis auf Letzteren kannten alle Zeugen die Angeklagte und den Angeklagten seit vielen Jahren. Alle (bis auf die Mutter, die nicht aussagte) schilderten, dass sie von den Schwangerschaften nichts merkten. Außerdem schilderten sie die beiden als im Prinzip normal, nicht auffällig oder extrem, teils sogar freundlich (sie), zurückhaltend (er), aber eben nicht als jemandwn, der mehrere Säuglinge tötet. Am Nachmittag werden dann Beamte in den Zeugenstand gerufen, die das Paar nach dem Fund der Leichen vernommen haben.

Coburg: Prozess um Babyleichen beginnt
Babyleichen von Wallenfels: Andreas Heuberger über den Prozessauftakt
Babyleichen-Prozess: Statement von Till Wagler (Teil 1)
Babyleichen-Prozess: Statement von Till Wagler (Teil 2)
Babyleichen-Prozess: Statement von Till Wagler (Teil 3)
Update (12.07.2016 / 16:00 Uhr):

Am Landgericht Coburg wird der Fall der Babyleichenfunde von Wallenfels im Landkreis Kronach verhandelt. Die Mutter muss sich in vier der insgesamt acht Fälle wegen Mordes verantworten. Zum Prozessauftakt legt sie ein Geständnis ab und gibt zu mehrere Babys nach der Geburt mit einem Handtuch erstickt zu haben. Ein Zwischenstand von TVO-Reporter Andreas Heuberger.

Update (12.07.2016 / 13:38 Uhr):
Andrea G äußert sich nicht selbst

Die Angeklagte Andrea G wollte zu Beginn der Verhandlung persönlich keine Angaben machen. Sie überließ dies ihren Verteidigern Julia Gremmelmaier und Till Wagler.

Erste Schwangerschaft mit 18 Jahren

Julia Gremmelmaier schilderte den Lebensweg von Andrea G, die in Wallenfels zunächst bei den Großeltern aufwuchs und zu ihren Eltern eher ein kühles Verhältnis hatte. Mit 18 sei sie das erste Mal schwanger gewesen und habe bereits diese Schwangerschaft sehr spät bemerkt. Am Tag, als sie von einem Arzt davon erfuhr, kam es zur Geburt des ersten Kindes.

Schwangerschaften angeblich immer spät bemerkt

Auch die späteren Schwangerschaften – eine mit ihrem ersten Mann, die anderen mit dem Mitangeklagten Johann G – will sie kaum bzw. spät bemerkt haben und keine Erscheinungen wie Heißhunger verspürt haben. Nur bei der Geburt von Zwillingen im Jahr 2001 sei es einmal anders gewesen, wenn auch erst ab dem ca. 5. Monat. Insgesamt hat Andrea G 5 Kinder mit zwei Männern, zwei Töchter mit ihrem Exmann und drei Töchter mit ihrem zweiten Ehemann Johann G, mit dem sie ab 2002 zusammenlebte.

Angeklagte hatte nie Vertrauenspersonen

Zur Sache meinte Verteidiger Till Wagler, seine Mandantin sei mehr nach innen gekehrt und habe Dinge immer mit sich selbst geregelt. Vertrauenspersonen gab es nicht – auch zum Ehemann war das Verhältnis nicht so eng. Zu den Schwangerschaften ab dem Jahr 2003, die zu den im Prozess behandelten Fällen führten, meinte Wagler, sie habe auf die Natur vertraut und sich nicht darum gekümmert.

Alle Geburten wie in Trance hinter sich gebracht

Bei den Geburten zu Hause habe sie wie in Trance funktioniert und erst mit dem Denken angefangen, als die Babyleichen in Plastiktüten verpackt waren. Dieser Vorgang habe sich 7 Mal wiederholt, wobei sich die Hilflosigkeit gesteigert habe. Beachtenswert: durch ihren Anwalt gibt Andrea G zu, die Kinder in einen Handtuch eingewickelt zu haben ihnen damit die Nase zugedrückt zu haben, „wenn es ein Lebenszeichen gab“. Wie oft, das wisse sie nicht mehr, „2x, 3x, vielleicht 4x“.

Angeklagte hofft auf Hilfe

Das Auffinden der Leichen im November 2015 habe sie durch die Medien erfahren. Laut Wagler waren es Schock und Erleichterung zugleich. Jetzt hoffe seine Mandantin auf „fachmännisch Hilfe“, auch bei einem Aufenthalt in einer JVA.

 

Johann G wettert gegen seine Noch-Ehefrau

Johann G wollte sich zur Sache nicht äußern. Bei Fragen zur sexuellen Beziehung der Eheleute und wie viel er von den Schwangerschaften wusste, blockte er auf Anraten seines Verteidigers ab.

Problematische Ehe der beiden

Die Ehe schildert der 56-jährige als problematisch: schon mit der Geburt der Tochter im Jahr 2002 und dem Zusammenziehen habe es Spannungen gegeben. Seien Frau sei eine „notorische Lügnerin“, die Rechnungen versteckt habe und sich zu Kaufräuschen hinreißen ließ. Deswegen habe er heute 12.000 Euro Schulden.

Andrea G wollte sich angeblich sterilisieren lassen

Angaben machte er zu einer Fahrt nach Erlangen vor mehreren Jahren: dort sollte sich Andrea G nicht nur sterilisieren lassen, sondern auch eine Abtreibung vornehmen. Zuvor hatten die Verteidiger der Frau geschildert, Johann G habe seine Frau dort nur abgeliefert – diese sei aber in eine Pension, und nicht in eine Klinik gegangen.

Update (12.07.2016 / 11:15 Uhr):

Die Mutter der toten Säuglinge hat bisher keine Angaben zu der Sache gemacht. Die Verteidigung hat die Taten jedoch zum teil eingeräumt. Der ebenfalls angeklagte Vater schweigt zu den Vorwürfen und macht vor dem Landgericht nur Angaben zu seiner Person.

Prozess mit über 20 Zeugen

Für den Prozess sind fünf Verhandlungstage angesetzt. Die Sitzung leiten wird Richter Christoph Gillot, die Strafkammer besteht weiterhin aus zwei Beisitzern und zwei Schöffen. Die Verteidigung des Ehepaares haben im Fall der Frau Till Wagler aus Kronach und im Fall des Mannes Hilmar Lampert aus Bayreuth übernommen. Über 20 Zeugen sollen gehört werden, außerdem drei Sachverständige, u.a. ein Rechtsmediziner.

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Vorwurf des Mordes in vier Fällen
Auch Ehemann angeklagt
Fund am 12. November 2015

Im Zeitraum von 2003 bis 2013 soll die Frau insgesamt acht Babys zu Hause zur Welt gebracht haben. Mindestens vier hat sie laut den Ermittlern nach der Geburt getötet. Vorrangig, um ein sorgenfreies Leben an der Seite ihres Ehemannes zu führen. Bei den anderen Säuglingen kann die Rechtsmedizin in drei Fällen nicht sicher sagen, ob die Kinder zum Zeitpunkt der Geburt lebensfähig waren. Das im Jahr 2013 geborene Kind war demnach sicher eine Totgeburt. Deswegen die Anklage auf Mord in vier Fällen.

Neben der Frau ist auch ihr 56-jähriger Noch-Ehemann angeklagt. Er soll Beihilfe zum Mord geleistet haben – dadurch, dass er die Hausgeburten akzeptierte und nicht eingriff. Beide erwartet im Falle einer Verurteilung eine empfindliche Strafe. Auf Mord steht ein Urteil zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe, das bedeutet mindestens 15 Jahre Haft. Die Verurteilung der Beihilfe richtet sich nach diesem Strafmaß und kann zwischen drei und 15 Jahren betragen.

Den Stein ins Rollen brachten die Ereignisse vom 12. November 2015. Eine Untermieterin findet im Haus der Familie in Wallenfels eine Babyleiche und verständigt die Polizei. Die Beamten entdecken in der Folge sieben weitere tote Säuglinge, verpackt in Plastiktüten. Kurz darauf wird die Mutter, Andrea G., festgenommen. Sie lebt zu diesem Zeitpunkt von ihrem Mann Johann getrennt.

Entsetzen in Wallenfels
Wallenfels (Lkr. Kronach): Prozess um Babyleichenfunde steht an

In Wallenfels herrscht bis heute Ungläubigkeit vor. Die Eheleute waren gut integriert. Johann G. I ist bis heute nur als „der Hans“ im Ort bekannt. Beide hatten Kinder aus vorigen Beziehungen mit in die Ehe gebracht und zusammen drei weitere Kinder bekommen. Insgesamt bestand die Patchworkfamilie aus neun Personen. Im Sommer letzten Jahres trennte sich das Paar dem Vernehmen nach.

Babyleichen von Wallenfels: Morgen startet der Prozess

Es ist ein Tag, den kein Mensch in Wallenfels im Landkreis Kronach je vergessen wird. Am 13. November platzt die Nachricht herein, dass in einem Wohnhaus mitten im Ort mehrere Babyleichen entdeckt wurden. Acht an der Zahl.

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Babyleichen von Wallenfels: Prozessauftakt gegen die Mutter am 12. Juli

Im Fall der acht Babybleichen, die in Wallenfels im Landkreis Kronach am 12. November vergangenen Jahres gefunden worden sind, wird am 12. Juli der Prozess gegen die 45 Jahre alte Mutter wegen vierfachen Mordes eröffnet. Geführt wird er vor dem Schwurgericht am Landgericht Coburg.

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Coburg: Fünfter Prozesstag im Mordfall „Beiersdorf“

Der seit April 2016 neu aufgerollte Mordprozess im „Fall Beiersdorf“ ist am heutigen Dienstag (3. Mai) fortgesetzt worden. Am fünften Verhandlungstag haben sowohl Polizeibeamte als auch Mitinsassen einer Angeklagten im Zeugenstand Platz genommen. Im Vordergrund standen dabei die Ermittlungsarbeit der Beamten, mögliche Karate-Kenntnisse sowie finanzielle Probleme des Geschädigten.

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Babyleichen von Wallenfels: Anklageerhebung gegen Mutter & Vater

Nach dem Fund von acht Babyleichen Mitte November 2015 in Wallenfels (Landkreis Kronach) hat die Staatsanwaltschaft Coburg gegen die Mutter jetzt Mordanklage erhoben. Auch der Vater muss sich verantworten. Das Landgericht Coburg muss nun über die Zulassung der Anklage der Staatsanwaltschaft zur Hauptverhandlung zu entscheiden.

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Anklage gegen Mutter und Vater
Bilder aus Wallenfels (11/2015)

Vorwurf gegen die Mutter: Mord

Der Mutter wird vorgeworfen, im Zeitraum von 2003 bis 2013 acht gemeinsame Kinder in der ehelichen Wohnung zur Welt gebracht und hiervon vier Kinder vorsätzlich getötet zu haben.

Vorwurf gegen den Vater: Beihilfe zum Mord

Dem Kindesvater wird zur Last gelegt, ihr hierbei Hilfe geleistet zu haben, ohne selbst an den Tathandlungen beteiligt gewesen zu sein. Bei vier der acht Kinder konnte nicht geklärt werden, ob sie tatsächlich gelebt haben und lebensfähig gewesen sind.

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Handeln aus "sonstigen niedrigen Beweggründen"

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass beide Angeschuldigte aus sonstigen niedrigen Beweggründen gehandelt haben, um ihr Leben uneingeschränkt von weiteren Kindern fortführen zu können. Der Tatvorwurf gegen die Mutter lautet auf Mord in vier Fällen. Dem Vater wird Beihilfe zum Mord zur Last gelegt. Die Mutter befindet sich seit ihrer Festnahme im November in Untersuchungshaft. Gegen den Kindesvater besteht kein Haftbefehl.

 

Schock in Wallenfels: Mittlerweile acht tote Babies gefunden
(Bericht vom 13.11.2015)
Wallenfels: Sieben Babyleichen gefunden! - Video aus der Nacht
(13.11.2015)
Acht Babyleichen von Wallenfels: Was treibt Menschen zu solchen Taten?
(Bericht vom 16.11.2015)

Grub am Forst (Lkr. Coburg): Versuchter Totschlag – Zeugen gesucht!

Mit Schlägen und Fußtritten gegen Kopf und Oberkörper verletzte ein 27-Jähriger Mitte Februar einen 29-Jährigen bei einer Faschingsfeier in einer Schule in der Schulstraße von Grub am Forst (Landkreis Coburg). Die Kripo Coburg wegen versuchten Totschlags gegen den Tatverdächtigen. Die Ermittler suchen nach Zeugen der Tat. Weiterlesen

Coburg: Geschönte Abinoten – Urteil im Berufungsprozess!

Im Berufungsprozess um geschönte Abinoten am Coburger Casimirianum Gymnasium im Jahr 2013 hat das Landgericht Coburg am Freitagnachmittag ein Urteil gesprochen. Schulleiter Burkhard Spachmann wurde eine Strafe von 90 Tagessätzen a 100 Euro auferlegt. Die Staatsanwaltschaft forderte 130 Tagessätze. Weiterlesen

Ebensfeld (Lkr. Lichtenfels): Bankräuber zu Haftstrafe verurteilt

Der Bankräuber von Ebensfeld (landkreis Lichtenfels) soll für fünf Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Dazu ist er jetzt vom Landgericht Coburg verurteilt worden. Allerdings ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung hat bereits Revision angekündigt. Der Verurteilte hatte die Tat bis zuletzt bestritten. Das Gericht sah es aber als erwiesen an, dass es sich bei dem Beklagten um den Bankräuber handelt, der auf dem Überwachungsvideo zu sehen ist. Der Verurteilte hatte im Januar 2013 zusammen mit einem Komplizen die örtliche Sparkasse überfallen. Mit einer Schusswaffe hatten sie einen Angestellten bedroht und anschließend mit mehreren tausend Euro geflüchtet.

 


 

 

Versuchter Totschlag: Landgericht Coburg fällt Urteil

Viereinhalb Jahre Haft und Entzug. Das ist das Urteil für einen 33-Jährigen Mann, der sich heute wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht Coburg verantworten musste. Da der Verurteilte zum Tatzeitpunkt unter Drogen stand, wird er zudem in einer Entziehungsanstalt untergebracht. Im Juni vergangenen Jahres hatte er seinem 35-jährigen Bekannten nach einem Streit ein Messer in den Rücken gerammt. Das Opfer erlitt schwere Verletzungen an der Lunge und musste notoperiert werden. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

 



 

 

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