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Fall Peggy: Beate Zschäpe will sich schriftlich äußern!

Lichtenberg / München: Beate Zschäpe wird zum Fall Peggy Stellung nehmen
(Aktuell-Talk vom 26.10.16)

Der Fall Peggy beschäftigt die Menschen in Oberfranken und auch bundesweit seit Jahren. 15 Jahre nach Peggys Verschwinden ist noch immer nicht geklärt, wer ihr Mörder war. Nachdem DNA-Spuren von NSU-Terrorist Uwe Böhnhardt am Fundort der Leichenteile von Peggy entdeckt wurden, werden die Fragen nach einem Zusammenhang zwischen dem Tod der Neunjährigen und dem NSU immer lauter. Am Mittwoch (26. Oktober) ging Richter Manfred Götzl im NSU-Prozess dieser Frage nach und wollte von Beate Zschäpe wissen, ob sie Informationen über Peggy Knobloch hat. Ihr Anwalt Hermann Bochert kündigte daraufhin eine schriftliche Stellungnahme seiner Mandantin an.

Möglicher Zusammenhang zwischen der NSU und dem Fall Peggy

DNA-Spuren von Uwe Böhnhardt am Fundort der Leiche von Peggy Knobloch, eine Hütte eines Freundes Böhnhardts nur unmittelbar entfernt von eben jenem Fundort, Kinderschuhe im Wohnwagen des NSU-Trios Zschäpe, Mundlos, Böhnhardt, Kinderpornographie auf den Computern der mutmaßlichen NSU-Terroristen und eine Mutter die vielleicht ins Visier der NSU geriet, weil sie sich dem Islam zuwandte. All dies lässt Spekulationen aufkommen, ob Uwe Böhnhardt möglicherweise etwas mit dem Tod von Peggy Knobloch zu tun haben könnte. Seine enge Vertraute und einziges noch lebendes Mitglied des NSU-Trios ist Beate Zschäpe. Ihr wird seit Mai 2013 am Oberlandesgericht in München der Prozess in Sachen NSU gemacht. Nun spielt auch der Fall Peggy in dem Prozess eine Rolle.

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Untersuchungen am Fundort von Peggys Leiche

Die damals Neunjährige verschwand vor 15 Jahren, im Mai 2001 in Lichtenberg (Landkreis Hof), spurlos. Im Juli 2016 dann der Fund von Peggys Leiche im thüringischen Rodacherbrunn, unweit der Grenze zu Bayern. Der Leichenfund zog weitere Untersuchungen mit sich. Tatsächlich konnte die Spurensicherung DNA-Material sicherstellen und auswerten. Diese wurde jetzt Uwe Böhnhardt zugeordnet. Nun stellt sich die Frage nach dem Zusammenhang zwischen der NSU und dem Fall Peggy.

Fall Peggy wird zum Thema im NSU-Prozess

Der Vorsitzende Richter im Münchener NSU-Prozess Manfred Götzl scheint ein großes Interesse daran zu haben, zu klären, ob der NSU etwas mit dem Tod von Peggy Knobloch zu tun hatte. Auf seine Frage hin, ob Zschäpe Informationen zu Peggy habe, welche sie nicht aus den Medien habe, gab Beate Zschäpe keine Antwort. Allerdings verkündete ihr Verteidiger Bochert, er werde eine schriftliche Stellungnahme von Zschäpe zum Fall Peggy abgeben.

Anwalt der Nebenklage will Einsicht in die Akte Fall Peggy

Auch Mehmet Daimaguler, der Anwalt der Nebenklage, will den laufenden NSU-Prozess nutzen um den Fall Peggy aufzuklären. Deshalb beantragte er eine Einsicht in die Akten zum Fall Peggy. Allerdings ist der Fall Peggy nicht Gegenstand des aktuellen NSU-Prozesses und somit bleibt die Frage, ob es im aktuell geführten Prozess wirklich neue Informationen zum Fall Peggy geben wird.

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