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Bamberg: Welcher Name prangt zukünftig an der Arena?

Der Aufschrei war Ende April in Bamberg groß. Stechert-Chef Franz Stegner kündigte fristlos den im Herbst 2013 ohnehin auslaufenden Vertrag mit den Betreibern der Arena. Stegner gab damals das massiv gestörten Vertrauensverhältniss mit den bisherigen Partnern als Grund für die Maßnahme an. Die drittgrößte Multifunktionshalle in Bayern, in der mit den Brose Baskets der deutsche Basketball-Meister seine Heimspiel austrägt, sucht nach einem neuen Namensgeber. Wer könnte das Namenssponsoring übernehmen? Mehr ab 18.00 Uhr in „Oberfranken Aktuell„.

 


 

 

Bamberg: Stechert beendet Namenspatronat für Bamberger Arena

Die Betreibergesellschaft der Bamberger Stechert Arena muss sich ab September einen neuen Namenssponsor suchen. Wie gestern berichtet wird der Stahlrohrmöbelhersteller sein Engagement in Bamberg nicht weiter verlängern. Laut einer schriftlichen Erklärung fühle sich Firmenchef Franz Stegner von den beiden Vertragspartnern hinters Licht geführt. Zudem sollen die Bamberger Arena Betriebsgesellschaft und die Franken 1st Bamberg Basketballgesellschaft wesentliche Bestandteile des neuen Vertragsangebots an die Öffentlichkeit übermittelt haben. Das weißt die Stadt Bamberg allerdings in einer eigenen Erklärung zurück.

 

Hier der genaue Wortlaut der Geschäftsleitung der Stechert Stahlrohrmöbel GmbH in der eigenen Presseerklärung:

 

1) Zum 30. September 2013 läuft der dreijährige Vertrag zwischen der Stechert GmbH, der BAB Bamberg Arena Betriebsgesellschaft mbH, einem Tochterunternehmen der Stadt Bamberg, und der Sportholding Franken1st Bamberg Basketballgesellschaft mbH über das Namenspatronat der Stechert Arena ab.

2) Stechert wird den bestehenden Vertrag aus gegebenem Anlass nicht verlängern, aber selbstverständlich alle vertraglichen Verpflichtungen loyal erfüllen. Die Geschäftsleitung des Unternehmens betrachtet das Vertrauensverhältnis zur BAB Bamberg Arena Betriebsgesellschaft mbH und Franken1st Bamberg Basketballgesellschaft mbH als nachhaltig gestört. Im Vertrag verpflichteten sich alle Parteien zu gegenseitigem Respekt, Wohlverhalten, Loyalität und Vertraulichkeit. Dagegen wurde massiv verstoßen. Die Stechert Geschäftsleitung fühlt sich von den beiden anderen Vertragsparteien hinters Licht geführt. Außerdem wurden wesentliche Inhalte des neuen Vertragsangebots der Öffentlichkeit übermittelt.

3) Stechert identifiziert sich trotz der bitteren Niederlagenserie noch immer intensiv mit den Brose Baskets. Aus diesem Grund hätte das Unternehmen das erfolgreiche Namenspatronat für die Stechert Arena für drei weitere Jahre gerne fortgesetzt. Dazu hatte die Stechert Geschäftsleitung noch im abgelaufenen Jahr 2012 Vorschläge für eine Verlängerung der Partnerschaft zu verbesserten Konditionen unterbreitet.

4) Bisher hat uns die BAB Bamberg Arena Betriebsgesellschaft mbH immer wieder vertröstet und das Angebot nicht angenommen, obwohl das Tochterunternehmen der Stadt Bamberg bereits vor Weihnachten eine Einigung erzielen wollte. Stechert hat immer den Standpunkt vertreten, dass wir jederzeit akzeptieren, wenn die BAB Bamberg Arena Betriebsgesellschaft mbH einen neuen Partner finden sollte, der mehr bezahlt. Nach unseren Informationen haben aber die BAB Bamberg Arena Betriebsgesellschaft mbH und die Franken1st Bamberg Basketballgesellschaft mbH hinter unserem Rücken das Namenspatronat wie Sauerbier angeboten und mit angeblichen Interessenten verhandelt. Die Stechert Geschäftsleitung lässt sich allerdings nicht hinhalten und an der Nase herumführen.

5) Gerüchte, dass angeblich Hauptsponsor Brose oder ein anderes Unternehmen das Namenspatronat für die Bamberger Arena zukünftig übernehmen will, werden wir nicht kommentieren.

6) Im Herbst 2010 hatte sich Stechert nach reiflicher Überlegung dazu entschieden, das Namenspatronat für die drittgrößte Multifunktionshalle Bayerns zu übernehmen und damit einen Kauf der Arena durch die Stadt Bamberg erst ermöglicht. Dadurch wurde indirekt auch der Bamberger Spitzen-Basketball gerettet und eine bislang einzigartige Erfolgsserie mit drei Double-Triumphen aus Meisterschaft und Pokalsieg realisiert.

7) Stechert unterstützte neben dem Namenspatronat für die Stechert Arena auch die Brose Baskets bei vielen Gelegenheiten ideell und finanziell. Insgesamt zahlte Stechert etwa 30 Prozent mehr als vertraglich vereinbart war. Zahlreiche zugesagten Leistungen wurden gar nicht in Anspruch genommen. Der Abschied fällt Franz Stegner nicht leicht: „Als Trommler bei den Fans durfte ich viel ehrliche Leidenschaft, Herzenswärme und unvergessliche Stunden erleben. Das werde ich sehr vermissen.“ Seine Trommel schenkt Franz Stegner dem Fanclub.

Stechert bedankt sich bei allen Beteiligten für die fantastischen Leistungen in der Vergangenheit und ist stolz darauf, ein Partner dieser Erfolgsgeschichte gewesen zu sein. Für die anstehenden Playoffs drücken wir der Mannschaft und dem Trainerteam selbstverständlich ganz fest die Daumen.

 

Hier die Medieninformation der Brose Baskets / Bamberg Arena Betriebs GmbH: Stellungnahme zum Namenspatronat:

 

Mit großem Erstaunen haben die BAB Bamberg Arena Betriebsgesellschaft mbH und die Franken1st Bamberg Basketballgesellschaft mbH die heutige Pressemitteilung der Firma Stechert Stahlrohrmöbel GmbH zum Thema Namenspatronat der Bamberger Arena zur Kenntnis genommen und möchten darauf folgendes erwidern.

 

Wir waren und sind sehr überrascht, dass wir aus den Medien erfahren mussten, dass Herr Stegner die Verhandlungen um das Namensrecht für gescheitert erklärt hat. Selbstverständlich sind wir ihm und seinem Unternehmen für sein bisheriges Engagement sehr dankbar und wissen um den Beitrag, den die Firma Stechert für das Gelingen des Projektes geleistet hat. Deshalb war es für uns eine Selbstverständlichkeit, als erstes mit der Firma Stechert über die Verlängerung des Namensrechtes zu verhandeln. Aus unserer Sicht waren diese Verhandlungen bei weitem noch nicht abgeschlossen, deshalb möchten wir uns gegen die vorgebrachten Vorwürfe des Vertragsbruchs im Sinne fehlender Loyalität und unserer Verschwiegenheitspflicht verwahren. Auch von einem verbesserten Angebot von Seiten der Firma Stechert kann aus unserer Sicht nicht die Rede sein. Das von Stechert angebotene Gesamtpaket war nicht geeignet den Weiterbetrieb der Arena im Sinne eines verantwortlichen wirtschaftlichen Handelns zu gewährleisten. Aus dieser Verantwortung heraus sahen wir uns gezwungen, auch mit weiteren potentiellen Partnern Verhandlungen zu führen, um das für die Arena beste Ergebnis zu erzielen.

Wir bedauern sehr, dass Herr Stegner und die Firma Stechert die mehrjährige, aus unserer Sicht eigentlich vertrauensvolle und sowohl für die Arena wie auch für den Bamberger Basketball gewinnbringende Zusammenarbeit beenden möchten.