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Unfallstatistik 2015 für Oberfranken: Aller 17 Minuten ein Unfall

Oberfränkische Unfallbilanz 2015

Am heutigen Montag (22. Februar) wurde die bayerische und oberfränkische Unfallbilanz des Jahres 2015 veröffentlicht. Demnach ereignete sich durchschnittlich alle 17 Minuten im letzten Jahr in Oberfranken ein Unfall. Bei den statistisch gesehen 86 Unfällen pro Tag wurden 16 Personen verletzt und ein Sachschaden von über 170.000 Euro gezählt. Außerdem registrierte man im Durchschnitt pro Woche einen Verkehrstoten auf den Straßen Oberfrankens.

Unfälle nehmen um rund 7 Prozent zu

Im gesamten Regierungsbezirk registrierte die oberfränkische Polizei im Jahr 2015 insgesamt 31.233 Verkehrsunfälle. Das entspricht einer Steigerung der Unfallzahlen um 7,34 Prozent (2014: 29.096). Die Anzahl der im Straßenverkehr getöteten Personen lag mit 53 Toten 2015 auf dem zweitniedrigsten Stand seit Einführung der Verkehrsunfallstatistik im Jahr 1953. Dennoch wurde im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg der Verkehrstoten in Oberfranken verzeichnet (2014: 34).

Mehr verletzte Personen in 2015

Bei den Verkehrsunfällen mit verletzten Personen registrierte die oberfränkische Polizei mit 4.286 Unfällen eine leichte Zunahme um 2,44 Prozent (2014: 4.184). Insgesamt wurden 5.703 Verkehrsteilnehmer verletzt (2014: 5.602). Auch die schwerwiegenden Verkehrsunfälle mit Sachschaden stiegen um 3,99 Prozent von 8.442 Unfällen im Jahr 2014 auf 8.779 Unfälle im Jahr 2015 an. Gleiches gilt für die Verkehrsunfälle mit Blechschäden, die eine Steigerung um 10,31 Prozent auf 18.168 Verkehrsunfälle erfuhren (2014: 16.470).

Überhöhte Geschwindigkeit bleibt Hauptunfallursache

Eine überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit war im Jahr 2015 bei 1.911 Verkehrsunfällen (2014: 1.795) unfallursächlich. In Folge dieser Unfälle starben im Jahr 2015 18 Verkehrsteilnehmer (2014: 13). Die überhöhte Geschwindigkeit bleibt somit weiterhin die Hauptunfallursache Nummer 1.

Weniger Alkoholunfälle

Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Alkoholeinfluss ist im Jahr 2015 um 4,59 Prozent auf 395 (2014: 414) zurückgegangen und erreichte somit den niedrigsten Stand seit Jahren. Dennoch war Alkoholkonsum bei fünf Getöteten (2014: 3) die Unfallursache. In Verbindung mit Alkoholunfällen wurden 220 Personen verletzt (2014: 217).

Den traurigen Spitzenwert erreichte Ende Juli 2015 ein 55-jähriger Autofahrer in Hausen (Landkreis Forchheim), als er mit seinem Wagen ungebremst auf ein geparktes Auto auffuhr. Nachdem der deutlich alkoholisierte Fahrer an Ort und Stelle nicht zu einem Alkotest in der Lage war, veranlassten die Polizisten bei dem 55-Jährigen eine Blutentnahme. Die Untersuchung des Blutes ergab einen Wert von 4,04 Promille Alkohol. Unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln verursachten 2015 oberfrankenweit 31 Fahrzeugführer Verkehrsunfälle (2014: 27). Dabei erlitten 14 Personen Verletzungen. Eine Person wurde getötet.

Kinder im Straßenverkehr

Bei 261 Verkehrsunfällen im Jahr 2015 waren Kinder beteiligt (2014: 262). 283 Kinder (2014: 271) erlitten Verletzungen. Anfang November 2015 starb ein achtjähriger Junge bei einem Verkehrsunfall auf der B85 in Pressig (Landkreis Kronach). Ein Autofahrer hatte das Kind und dessen Vater, die beide zu Fuß unterwegs waren, in den Abendstunden mit seinem Wagen erfasst. Der Vater des Kindes wurde bei dem Zusammenstoß schwer verletzt.

Junge Erwachsene (18- bis 24-Jährige)

Die Altersgruppe der jungen Fahranfänger war im Jahr 2015 an insgesamt 3.191 Verkehrsunfällen beteiligt (2014: 3.133). Dies war eine Steigerung um 1,85 Prozent. Bei den von dieser Altersgruppe als Hauptverursacher schuldhaft verursachten Unfällen wurde eine Steigerung von 1.781 auf 1.868 (+4,88 Prozent) festgestellt. Insgesamt starben 13 Personen aus dieser Altersgruppe (2014: 4). 1.014 Personen wurden verletzt (2014: 970).

Senioren (ab 65 Jahre)

Hier registrierte die oberfränkische Polizei ein leichtes Unfallplus von 2,06 Prozent. Von 2.578 Verkehrsunfällen mit Senioren im Jahr 2015 (2014: 2.526) verursachten diese Verkehrsteilnehmer 1.690 der Unfälle selbst. 545 Senioren wurden im vergangenen Jahr bei Unfällen auf oberfränkischen Straßen verletzt (2014:  549). 14 Senioren kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben (2014: 8).

Fußgängerunfälle - Gefahr durch dunkle Kleidung

Für zehn Fußgänger in Oberfranken endete im Jahr 2015 ein Verkehrsunfall tödlich (2014: 6). 347 Passanten erlitten bei den Unfällen Verletzungen (2014: 332). Insgesamt waren im vergangenen Jahr oberfrankenweit 438 Fußgänger an Verkehrsunfällen beteiligt (2014: 404).

Risikogruppe Motorradfahrer

Im Vergleich zum Vorjahr schloss die letztjährige Biker-Saison mit einem Rückgang der getöteten und verletzten Motorradfahrer sowie der Motorradunfälle ab. Im Jahr 2015 starben acht Motorradfahrer in Oberfranken an ihren Unfallfolgen (2014: 9). 494 motorisierte Zweiradfahrer erlitten Verletzungen (2014: 544), was einen Rückgang um 9,19 Prozent entsprach. Insgesamt ereigneten sich im Jahr 2015 536 Motorradunfälle (2014: 570). Im Vergleich zu 2014 sanken oberfrankenweit die Verkehrsunfälle mit Motorrädern im Jahr 2015 um 5,96 Prozent. Weit mehr als die Hälfte (299 von 536) der oberfränkischen Motorradunfälle im vergangenen Jahr wurden von den Bikern selbst verursacht (2014: 323).

Deutlich mehr Wildunfälle

Mit einer Steigerung um 24,52 Prozent registrierte die oberfränkische Polizei eine deutliche Zunahme der Verkehrsunfälle, an denen Wildtiere beteiligt waren. Während sich im Jahr 2014 oberfrankenweit noch 5.550 Wildunfälle ereigneten, stieg deren Anzahl im Jahr 2015 auf 6.911 Verkehrsunfälle an. Hierbei erlitten 65 Personen (2014: 53) bei 59 Wildunfällen (2014: 49) Verletzungen.

Reinhard Kunkel (Oberfränk. Polizeipräsident) zur Statistik
Verkehrsunfallstatistik 2015 für Bayern

Weniger Verkehrstote, aber mehr Unfälle & Verletzte auf Bayerns Straßen. Das sind die Kernpunkte der bayerischen Verkehrsunfallstatistik 2015, die Innen- und Verkehrsminister Herrmann vorstellte. So sank die Zahl der Verkehrstoten in Bayern auf 614 (2014: 619), der niedrigste Stand seit Beginn der Unfallaufzeichnungen vor mehr als 60 Jahren. Gleichzeitig stieg die Zahl der Unfälle um 5,9 Prozent auf 391.125. Auch die Zahl der bei Verkehrsunfällen verletzten Personen nahm um 2,3 Prozent auf 71.161 zu.