© Reinhard Feldrapp

Teuschnitz: Bedrohte Pflanze mit „goldener Kraft“

Dank eines umfassenden Arten- und Biotopschutz-Programmes kann die Arnika rund um Teuschnitz (Landkreis Kronach) wieder aufblühen. Die Heilkräfte der gefährdeten Pflanze sind vielfältig. Neueste Forschungen sprechen sogar von Erfolgen bei der Behandlung von Schlaganfall und Multipler Sklerose.

Dietrich Förster, Leiter des Naturparks Frankenwald, betreut seit 1989 das Arten- und Biotopschutz-Projekt Teuschnitztal. „Früher gab es überall im Frankenwald Arnika-Wiesen. Die Böden hier sind mager und bieten der Arnica montana ideale Wachstumsbedingungen“, erläutert der Diplom-Biologe.

Einflüsse verschlechtern Bedingungen für die Arnika

„Mit der Mechanisierung, also etwa nach dem Zweiten Weltkrieg, wurde früher gemäht, außerdem kamen zunehmend Gülle und Kunstdünger zum Einsatz. Das verträgt sich nicht mit der Arnika.“ Dietrich Förster konnte die Landwirte der Region überzeugen, die Wiesen erst nach der Arnika-Blüte ab Mitte Juli zu mähen. Der Erfolg stellt sich ein. Eine Auswertung von 1990 bis 2000 ergab eine Verdreifachung des Vorkommens. Die Landwirte waren von der Artenvielfalt, die ihre Wiesen plötzlich auszeichnete, überzeugt.

Heilkräfte der Blume erkannt

Verständlich, denn die Arnika verfügt über rund 150 medizinische Wirkstoffe. Die konventionelle Medizin und auch unter anderem die Homöopathie kennen die Pflanze als Heilmittel für Mensch und Tier. Nicht nur im Frankenwald besinnt man sich wieder auf die Heilkraft der Natur. Auch in angrenzenden Regionen wie im Bayerischen Vogtland oder im Fichtelgebirge bemüht man sich darum, die Arnika-Vorkommen wieder zu vermehren.

Verschiedene Wirkungsarten

„Arnika ordnet verletztes Gewebe und kann so dabei helfen, Entzündungen zu hemmen. Das macht sie wertvoll bei Prellungen, Zerrungen und Muskelkater,“ erklärt Förster. Positive Berichte gibt es über die homöopathische Anwendung von Arnika bei Schlaganfall-Patienten und MS-Patienten.

Schutz der Kulturlandschaft

Geht es nach Dietrich Förster, dann haben die blühenden Kräuterwiesen der Teuschnitz-Aue nicht nur botanisch einen besonderen Wert. „Unser Ziel ist es, eine naturnahe Kulturlandschaft mit besonders schönen, artenreichen Wiesen zu schaffen oder zu erhalten.“ In Teuschnitz wird diese Idee realisiert. Mit der ins Leben gerufenen „Arnika-Akademie“ hat man in Teuschnitz eine Einrichtung ins Leben gerufen, die altes Heilkräuterwissen vermitteln will. (Wir berichteten!)

Auf Nachhaltigkeit legen die Verantwortlichen besonderen Wert. „Die Arnika ist nach wie vor eine geschützte Art. Das heißt, sie darf nicht gesammelt werden.“ Nur wenige ausgewählte Personen dürfen die Arnika mit Sondergenehmigung ernten.

 

Unser Bericht über das regionale Arnika-Projekt vom 20. Oktober 2014:

 

 



 



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