Hannah Herzsprung erhält den diesjährigen Filmpreis der Stadt Hof. Die Schauspielerin wurde am Donnerstag (22. Oktober) im Rahmen der 60. Internationalen Hofer Filmtage im Festsaal der Freiheitshalle ausgezeichnet. Mit dem Preis würdigt die Stadt eine der vielseitigsten und profiliertesten Darstellerinnen des deutschen Films, deren Karriere eng mit dem Festival in der Saalestadt verbunden ist.
Vom Leinwanddebüt zur etablierten Charakterdarstellerin
Hannah Herzsprung gehört zu den gefragtesten Schauspielerinnen Deutschlands. Die gebürtige Hamburgerin stand bereits mit 16 Jahren erstmals für die Fernsehserie „Aus heiterem Himmel“ vor der Kamera. Nach einer Schulausbildung mit dem Schwerpunkt Performing Arts und privatem Schauspielunterricht begann sie ein Studium der Kommunikationswissenschaften. Ihre Arbeit vor der Kamera setzte sie parallel dazu fort.
Durchbruch erlangt Herzsprung mit dem Film „Vier Minuten“
Der Durchbruch auf der Kinoleinwand gelang ihr mit dem Drama „Vier Minuten“ von Chris Kraus aus dem Jahr 2006. Für ihre Leistung in dem Film erhielt sie den Bayerischen Filmpreis als beste Nachwuchsschauspielerin. Im selben Jahr wurde sie für ihre Rolle in „Das wahre Leben“ mit dem Deutschen Filmpreis als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet. Für ihre darstellerische Leistung in „15 Jahre“ (2023), der Fortsetzung von „Vier Minuten“, erhielt sie 2024 erneut den Bayerischen Filmpreis – diesmal als beste Darstellerin. Zu ihren jüngeren Arbeiten zählen „Corpus Delicti“, „Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang“, „Tamas Traum“ und „Kochschule Schwarz“. Ihre Rollenwahl steht für eine große Bandbreite und die Fähigkeit, auch komplexe und widersprüchliche Figuren überzeugend zu verkörpern.
Filmpreis würdigt die langjährige Verbindung zu den Hofer Filmtagen
Die Auszeichnung mit dem Filmpreis der Stadt Hof würdigt damit nicht nur Herzsprungs schauspielerische Leistungen, sondern auch ihre langjährige Verbindung zum Festival. Ihre Karriere steht beispielhaft für die Bedeutung der Hofer Filmtage als Ort filmischer Entdeckungen und als Plattform, auf der sich neue Talente einem größeren Publikum präsentieren können.
Eine besondere Auszeichnung mit langer Tradition
Der Filmpreis der Stadt Hof wird seit 1986 vergeben und ist nicht dotiert. Als erste Preisträgerin wurde die Regisseurin Doris Dörrie ausgezeichnet. In den folgenden Jahrzehnten ging der Preis an zahlreiche namhafte Filmschaffende, darunter Wim Wenders, Werner Herzog, Detlev Buck, Sönke Wortmann, Tom Tykwer, Dominik Graf und die Oscarpreisträgerin Caroline Link. Die Auszeichnung richtet sich an Persönlichkeiten, die in besonderer Weise mit Hof und den Internationalen Hofer Filmtagen verbunden sind. Sie besteht aus einem Objekt der Staatlichen Fachschule für Produktdesign in Selb, das von Christina Mosis und Konrad Gräßler gestaltet wurde.