Di., 15.01.2019 , 12:03 Uhr

Unwort des Jahres 2018: Anti-Abschiebe-Industrie

Begriff von CSU-Politiker Alexander Dobrindt geprägt

Das Unwort des Jahres 2018 lautet „Anti-Abschiebe-Industrie“. Dies teilte die Jury der Technischen Universität Darmstadt am Dienstag (15. Januar) in Darmstadt mit. Der Ausdruck „Anti-Abschiebe-Industrie wurde von CSU-Politiker Alexander Dobrindt geprägt und in die politische Diskussion eingeführt.


Begründung der Wahl
Eine „aggressive Anti-Abschiebe-Industrie“, so Dobrindt, sabotiere die Bemühungen des Rechtsstaates und gefährde die öffentliche Sicherheit. Der Ausdruck – so die Jury in ihrer Begründung – unterstellt denjenigen, die abgelehnte Asylbewerber rechtlich unterstützen und Abschiebungen auf dem Rechtsweg prüfen, die Absicht, auch kriminell gewordene Flüchtlinge schützen und damit in großem Maßstab Geld verdienen zu wollen.

Weiterhin heißt es in der Begründung der Jury: „…, dass ein solcher Ausdruck von einem wichtigen Politiker einer Regierungspartei prominent im Diskurs platziert wird, zeigt, wie sich der politische Diskurs sprachlich und in der Sache nach rechts verschoben hat und sich damit auch die Sagbarkeitsregeln in unserer Demokratie in bedenklicher Weise verändern.“

Der Ausdruck wurde zehn Mal eingesandt. Insgesamt gab es 902 Einsendungen mit 508 Vorschlägen.

Unwörter der letzten Jahre

 

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