Am 1. Januar ereignete sich nahe Luby in Tschechien ein Erdbeben der Magnitude 2,9 in acht Kilometern Tiefe. Dies zeigen die Auswertungen des Thüringer Seismologischen Netzes (TSN) in Luby. Die Erschütterungen wurden sowohl auf sächsischer als auch auf bayerischer Seite wahrgenommen. Auch in Oberfranken war das Beben mit einem lauten Grollen spürbar. Viele Bürgerinnen und Bürger berichten im Netz von ihren Erfahrungen. Damit war es das stärkste Erdbeben im Vogtland seit 2021.
„Dachten noch, ein schwerer Zug fährt am Gleis“ – User aus Oberfranken berichten von ihren Erlebnissen
Auch in Teilen Oberfrankens wurde das Erdbeben wahrgenommen. Laut einer Karte von „Erdbebennews“ war das Beben im Raum Wunsiedel und Hof spürbar. Anwohner berichten im Netz, dass sie das Beben als ein lautes Grollen wahrgenommen hätten: „Dachten noch, ein schwerer Zug fährt am Gleis“, schreibt ein User aus Marktleuthen. Ein weiterer User aus Marktredwitz berichtet, dass seine Tiere im Stall unruhig wurden. Die Pferde und Hunde hätten sich lange nicht beruhigen lassen. Leichtes Wackeln des Bodens, sodass die Lampen schaukelten, berichtet eine Userin aus Rehau.
Weitere Nachbeben sind nicht ausgeschlossen
Spürbar war das Beben vermutlich für bis zu 260.000 Menschen. Mehrere kleinere Erdbeben folgten in den ersten Minuten. In den letzten Wochen haben viele kleine Beben zwar einen Teil der Spannung in der Erde abgebaut, an manchen Stellen aber auch neue Spannung aufgebaut. Nach längeren Erdbebenschwärmen kommt es häufig vor, dass Wochen oder Monate später an denselben Stellen stärkere Beben auftreten. Diese gehören nicht mehr zum eigentlichen Schwarm, sondern sind eher wie „Nachbeben“, die ihrerseits kleine Nachbeben auslösen können. Trotzdem kann es nach solchen stärkeren Beben immer noch passieren, dass der ursprüngliche Schwarm wieder aktiv wird – besonders, wenn in der betroffenen Störungszone weiterhin Fluide im Spiel sind.
Programmtipp: TV Oberfranken berichtet zum Erdbeben an diesem Freitag (2. Januar) in Oberfranken Aktuell. Die Sendezeiten sind 18 Uhr im Kabel und 19 Uhr via SAT auf Franken Plus sowie online auf tvo.de in der Mediathek.