Fr., 08.08.2025 , 17:18 Uhr

Oberfranken

Oberfranken: Unsere Wälder werden trotz Borkenkäfer vielfältiger

Mehr Naturnähe und Klimatoleranz

Trotz Borkenkäfer, Hitze und Trockenheit halten sich in vielen Regionen Oberfrankens die negativen Entwicklungen in Grenzen. Über den gesamten Regierungsbezirk gesehen, werden die Wälder vielfältiger, naturnäher und weisen mehr Laubbäume auf. Das zeigen die regionalisierten Auswertungen der Bundeswaldinventur (BWI), die die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) gemeinsam mit Regierungspräsident Florian Luderschmid in einem Waldstück bei Hummeltal vorgestellt hat.

Mehr Laubbäume – weniger Fichten

Der Anteil der Laubbäume im Kronendach ist in den letzten zehn Jahren von 31 Prozent auf 33 Prozent angestiegen. Was sich zunächst nach nicht viel anhört, ist in absoluten Zahlen enorm: 5.400 Hektar Laubholz kamen in Oberfranken hinzu. Der Anstieg des Laubholzes ging insbesondere zulasten der Fichtenfläche. Zugenommen haben hingegen Buchen und Eichen. Damit entwickeln sich die oberfränkischen Wälder weiter in Richtung mehr Naturnähe und Klimatoleranz. „Diese Zahlen belegen die erfolgreichen Bemühungen der oberfränkischen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, ihre oft nadelholzbetonten Wälder in stabilere Mischwälder umzubauen“, unterstrich Regierungspräsident Florian Luderschmid. „Das ist wichtig, denn unsere Wälder sind unverzichtbar für den Trinkwasserschutz, die Erholung und die Biodiversität. Zudem liefern sie den nachwachsenden und klimafreundlichen Rohstoff Holz.“

Holzvorräte leicht gestiegen

Oberfranken hat weiterhin die zweithöchsten Nadelholzanteile aller bayerischen Regierungsbezirke. In der zurückliegenden Inventurperiode wuchsen in Oberfranken jährlich rund 3 Millionen Festmeter Holz nach. Dies ist der Grund dafür, dass im gesamten Regierungsbezirk – trotz der dramatischen Wald- und Holzverluste im Frankenwald – die Holzvorräte leicht gestiegen sind. Aber in Zeiten des Klimawandels löst diese Nachricht bei Experten gemischte Gefühle aus: „Der rasante Klimawandel zwingt uns, den laufenden Waldumbau noch zu verstärken. Wir müssen in Oberfranken dringend unsere Baumartenvielfalt weiter erhöhen. Die dramatische Borkenkäferentwicklung im Frankenwald sollte für Oberfranken und darüber hinaus für ganz Bayern eine deutliche Warnung sein“, warnt LWF-Vizepräsidentin Dr. Ruth Dirsch.

Insbesondere in den Landkreisen Kronach, Hof und Kulmbach hat der Klimawandel deutliche Spuren in der Landschaft hinterlassen. Beginnend mit dem Trockenjahr 2018 sind bis heute mehr als 10.000 Hektar Fichtenwald abgestorben. Dort mussten die Waldbesitzenden erhebliche ökonomische Einbußen hinnehmen, da die hohen Vorräte eingeschlagen wurden als die Holzpreise sehr niedrig waren.

Nachwachsender Baumbestand

Sehr erfreulich ist hingegen, dass die nächste Waldgeneration oftmals schon in den Startlöchern steht: Auf gut einem Drittel der Waldfläche wachsen unter dem Schutz des Altbestandes bereits junge Bäume. Diese Verjüngung besteht zu 56 Prozent aus Laubbäumen. Allerdings sind auch die Fichtenanteile in der Verjüngung mit 38 Prozent sehr hoch. Um die Mischung vieler Baumarten zu erhalten, ist daher eine gezielte Pflege durch die Waldbesitzer notwendig. Genauso wichtig ist die Unterstützung durch die Jägerschaft. „Auch die Jagd spielt eine entscheidende Rolle“, so Dirsch. „Waldangepasste Wildbestände sind die entscheidende Voraussetzung, damit sich die Verjüngung auch gut entwickeln kann.“

Mehr Totholz – mehr Lebensraum

Auch in Sachen Biodiversität haben die oberfränkischen Wälder in den letzten zehn Jahren erheblich zugelegt: Die Vorräte an Totholz sind deutlich angestiegen, auch wenn sie mit rund 25 Festmetern pro Hektar noch immer unter dem bayerischen Durchschnitt liegen. Anders als der Name vermuten lässt, ist Totholz alles andere als tot. Es besitzt vielfältige Strukturen, die die Lebensbedürfnisse zahlreicher Arten erfüllen.

Hintergrund: Die Bundeswaldinventur

Die Bundeswaldinventur liefert im zehnjährigen Turnus fundierte Daten zur Entwicklung und zum Zustand der Wälder in ganz Deutschland. Für die aktuelle Erhebung haben Försterinnen und Förster in Bayern an rund 8.000 Aufnahmepunkten rund 100.000 Bäume vermessen und Informationen zur Waldentwicklung erhoben.

Böume Florian Luderschmid Klimatoleranz Laubbäume Natur Regierung Oberfranken Vielfalt Wald

Das könnte Dich auch interessieren

25.06.2026 Waldbrandgefahr: Oberfranken erreicht Warnstufe 4 & 5 am Wochenende Aufgrund der aktuellen Hitzewelle steigt die Waldbrandgefahr weiter an. Am Wochenende werden laut dem Deutschen Wetterdienst die Waldbrandstufen vier & fünf erreicht. Gerade jetzt gilt also besondere Vorsicht in Wäldern. 22.09.2026 TVO-Gewinnspiel: Herbstgeld - wie schön ist das denn?! Der Herbst ist da – und mit ihm jede Menge wunderschöne Motive! 🍂🍁 Jetzt sind Sie gefragt: Schicken Sie uns Ihr schönstes aktuelles Herbstbild und mit etwas Glück gibt es dafür 50 Euro geschenkt! Ob buntes Blättermeer, goldene Sonnenstrahlen, neblige Morgenstimmung oder ein ganz besonderer Herbstmoment: Zeigen Sie uns, wie schön der Herbst in Oberfranken ist. 21.09.2026 Schockanrufer gehen auf Beutezug: Polizei registriert schon über 30 Telefonanrufe am Montag Die oberfränkische Polizei warnt vor einer aktuellen Welle betrügerischer Telefonanrufe. Nach bisherigem Kenntnisstand wurden allein am heutigen Montag (21. September) mehr als 30 Fälle bekannt. Ein Schwerpunkt liegt derzeit in der Stadt und im Landkreis Hof sowie im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge. Auch aus anderen Teilen Oberfrankens gingen entsprechende Meldungen ein. 21.09.2026 Oberfranken: 33 neue Polizistinnen und Polizisten treten ihren Dienst an 33 neue Kolleginnen und Kollegen nahmen ab September ihren Dienst beim Polizeipräsidium Oberfranken aufgenommen. Bei einer feierlichen Begrüßungsveranstaltung in Bayreuth hieß Polizeipräsident Armin Schmelzer jetzt die sieben Polizistinnen und 26 Polizisten willkommen.