Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) ist seit 2017 auf der Suche nach einem Standort in Deutschland, an dem rund 27.000 Kubikmeter hochradioaktiver Müll dauerhaft verwahrt werden soll. Am Dienstag (27. Oktober) veröffentlichte die BGE letztmalig den aktuellen Arbeitsstand, Oberfranken steht nicht mehr in der engeren Auswahl.
Nur noch fünf Prozent des Bundesgebiets in der engeren Auswahl
Ende 2027 soll eine Standortregion für die Erkundung eines entsprechenden Gebiets für die Verwahrung des Atommülls vorgeschlagen werden. Mit dem aktuellen Arbeitsstand wurden die in Frage kommenden Flächen auf weniger als fünf Prozent des Bundesgebiets reduziert. Ein online abrufbarer Navigator zeigt auf einer interaktiven Karte an, welche Gebiete nach bisherigen geologischen Überprüfungen weiterhin in Betracht gezogen werden. Oberfranken, und somit das Fichtelgebirge, ist nach vollständiger Betrachtung aus dem Auswahlverfahren ausgeschieden.
Geologische Voraussetzungen in Oberfranken werden nicht erfüllt
Oberfranken ist erst dann rechtsverbindlich ausgeschlossen, wenn alle Prüfungen abgeschlossen sind und der Bund entschieden hat. Das Ausscheiden von Oberfranken wäre keine Überraschung:
Dass Oberfranken nach den bisherigen Prüfungen nicht weiter betrachtet werden wird, entspricht unseren Erwartungen. Die geologischen Gründe, die gegen eine Eignung sprechen, hat unsere regionale Koordinierungsstelle wiederholt aufgezeigt. Die jüngsten Erdbewegungen in der Region unterstreichen das (…).
(Peter Berek, Landrat des Landkreises Wunsiedel i. Fichtelgebirge)
Passender Standort muss Untergründe aus Granit, Salz und Ton vorweisen können
Ein geeigneter Standort muss einige Voraussetzungen erfüllen, damit die hochradioaktiven Abfälle sicher und dauerhaft gelagert werden können. In Frage kommen Regionen mit Untergründen aus Steinsalz, Tonstein oder kristallinem Wirstgestein in 300 bis 1500 Meter tiefe, da diese radioaktive Strahlung zurückhalten können. Entsprechende Orte sollen dann näher erkundet und weiter eingegrenzt werden.
Die geologischen Voraussetzungen unterscheiden sich innerhalb Oberfrankens deutlich, sind aber insgesamt für eine Endlagerung mit bestmöglicher Sicherheit ungünstig. Gerade im östlichen Teil der Region spielen die geologischen Besonderheiten des Umfelds des Egergrabens eine wichtige Rolle, ebenso wie Vulkanismus, fehlendes Deckgebirge und gestörte Areale. Im westlichen Oberfranken findet sich in der Suchtiefe kein geeignetes Gestein. Der aktuelle Arbeitsstand ist daher aus geologischer Sicht nachvollziehbar (…).
(Dr. Andreas Peterek, Leiter der Regionalen Koordinierungsstelle Oberfranken)
Finale Entscheidung soll 2050 fallen
Seit Ende der 1970er-Jahre wird bereits konkret nach einem passenden Standort für die Lagerung des Atommülls gesucht. Die BGE setzt ihr Zieldatum für die finale Wahl eines geeigneten Standorts auf 2050.
Programmhinweis: Mehr zum Thema Endlager für Atommüll in Oberfranken gibt es an diesem Mittwoch (28. Oktober) in Oberfranken Aktuell zu sehen. Die Sendezeiten sind 18:00 Uhr im Kabel und 19:00 Uhr via SAT auf Franken Plus sowie online auf tvo.de im Livestream und in der Mediathek.