Nun steht es fest: Das traditionelle Bier zum Hofer Schlappentag kommt ab 2027 weiterhin aus den Kesseln der Brauerei Scherdel. Das hat die Privilegierte Scheiben-Schützen-Gesellschaft Hof 1432 e.V. (kurz: PSSG) als Entscheidung auf einer Pressekonferenz am Mittwoch (29. April) verkündet. Die langjährige Zusammenarbeit fortzuführen, wurde einstimmig ein Tag zuvor, am Dienstagabend (28. April), beschlossen.
"Entscheidung für die Fortsetzung einer professionellen und vertrauensvollen Partnerschaft"
Uns ist bewußt, wie emotional die Frage der Herkunft des Schlappenbiers ist. Daher ist uns wichtig zu betonen, daß wir keine Entscheidung gegen die Brauerei Meinel getroffen haben, auch wenn es im Ergebnis vielleicht so aussieht. Es ist vielmehr eine Entscheidung für die Fortsetzung einer professionellen und vertrauensvollen Partnerschaft, die über viele Jahre gewachsen ist und die maßgeblich dazu beigetragen hat, daß der Hofer Schlappentag 2019 als Bayerisches Immaterielles Kulturerbe anerkannt wurde.
(Privilegierte Scheiben-Schützen-Gesellschaft Hof 1432 e.V.)
Die PSSG ist überzeugt, dass das Schlappenbier auch künftig trotz des neuen Brauorts in Neuensalz (Sachsen) den hohen Ansprüchen der Freunde des Schlappentags genügen wird. "Dafür steht für uns das Brauerteam in Neuensalz mit in Hof ausgebildeten Braumeistern unter der Gesamtverantwortung von Günther Spindler, der das heutige Schlappenbier in Hof seit 2011 maßgeblich mitentwickelt hat", heißt es aus einer offiziellen Pressemitteilung.
Scherdel schließt Ende des Jahres Standort in Hof
Diese Entscheidung wurde notwendig, da die Brauerei Scherdel Ende dieses Jahres ihren Standort in Hof schließen wird und somit dort das seit 2011 eingebraute Schlappenbier nicht mehr hergestellt werden kann. Am Standort in Neuensalz wird allerdings das vorhandene Scherdel-Kernsortiment weitergebraut, wie die Kulmbacher Gruppe, zu der die Brauerei gehört, bekanntgegeben hatte.
Name "Schlappenbier" bleibt
Durch die Entscheidung ist eine Diskussion zumindest hinfällig geworden: der Name „Schlappenbier“ bleibt erhalten. Da die Kulmbacher-Gruppe die Namensrechte seit der Brau-Übernahme der Scherdel-Brauerei von der Hofer Zeltbräu übernommen hatte, ändert sich an der Bezeichnung des Bieres nichts. Am 1. Juni darf wieder bei der 594. Ausgabe des Hofer Schlappentags das Schlappenbier genossen werden und ist für einige Zeit auch im Handel erhältlich.
Enttäuschung bei der Meinel-Bräu
Gisela Meinel-Hansen von der Meinel-Brauerei ist enttäuscht über die Entscheidung, das Schlappenbier künftig am Standort der Kulmbacher Gruppe in Neuensalz bei Plauen in Sachsen zu brauen. Man habe es jetzt einfach einem Konzern übergeben und die Regionalität außer acht gelassen. Eigentlich wird das Schlappenbier traditionell in Hof gebraut.
Entscheidung gegen die Meinel-Bräu
Nach dem Aus für die Hofer Scherdel-Brauerei am Ende dieses Jahres hatte die Meinel-Bräu ein Konzept entworfen und sich als neue Braustätte für das Bier am Schlappentag beworben. Die Meinel-Bräu ist die einzig verbliebene Brauerei in Hof.