Die oberfränkische CSU-Politikerin Monika Hohlmeier wird am 31. März 2026 von ihrem Posten als Aufsichtsrätin des kriselnden Unternehmens BayWa zurücktreten. Dies gab der Agrarhandelskonzern am Sonntag (01. Februar) in einer Pressemitteilung bekannt.
BayWa-Aufsichtsrätin Hohlmeier kündigt Rücktritt an
Neben der 63-Jährigen haben auch zwei weitere Mitglieder des Aufsichtsrats ihren Rücktritt angekündigt. Der Schritt reiht sich ein in eine ganze Reihe von personellen Veränderungen in der Führungsebene von BayWa, die als direkte Konsequenz aus der Talfahrt des Unternehmens in den vergangenen Jahren angesehen werden können. Hohlmeier war im Jahr 2013 Teil des Aufsichtsrats geworden – zu einer Zeit, als die BayWa vom damaligen Vorstandsvorsitzenden Josef Lutz in neue wirtschaftliche Höhen, aber auch in eine enorme Schuldenlast geführt wurde.
Aufsichtsräte sollen Pflichten vernachlässigt haben
Gegen Lutz, der den Konzern 2024 nach einem internen Machtkampf verlassen hatte, laufen aktuell Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München wegen des Verdachts der Untreue. Solche strafrechtlichen Vorwürfe müssen sich Hohlmeier und ihre Kollegen im Aufsichtsrat zwar nicht gefallen lassen, trotzdem hagelte es zuletzt zunehmend Kritik. Aktionäre werfen den Aufsichtsräten vor, ihrer Pflicht als wirtschaftlicher Kontrollinstanz nicht nachgekommen zu sein und die drohende Schieflage des Unternehmens nicht rechtzeitig erkannt zu haben.
Strauß-Tochter lebt in Bad Staffelstein
Die gebürtige Münchnerin Hohlmeier lebt bereits seit mehr als 15 Jahren in Bad Staffelstein im Landkreis Lichtenfels. Seit 2009 sitzt die Tochter des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß im Europaparlament. Auf eine TVO-Anfrage für eine Stellungnahme von Hohlmeier zu ihrem Rücktritt erhielt die Redaktion bisher keine Antwort.