Rund 2500 Teilnehmer haben am vergangenen verlängerten Wochenende den 158. Coburger Pfingstconvent besucht und das Bild rund um den Coburger Marktplatz geprägt. Gleichzeitig mobilisierten die traditionellen Feierlichkeiten der Studentenverbindungen rund 600 Gegendemonstranten, die am Freitag und Montag im gesamten Innenstadtbereich protestierten. Damit bewegten sich die Proteste zahlenmäßig auf dem Niveau des Vorjahres. Auch das polizeiliche Einsatzgeschehen und die Anzahl der Delikte glichen laut Abschlussbericht der Polizei den vergangenen Jahren, wenngleich es zu mehreren Zwischenfällen kam.
Ruhiger Auftakt am Freitagabend
Aus polizeilicher Sicht verliefen die beiden Gegenversammlungen am Freitagabend anlässlich des Einmarsches der CC-Teilnehmer zunächst ohne besondere Vorkommnisse. An einer „Fahrraddemo“ beteiligten sich rund 50 Personen, die sich im Anschluss einer stationären Kundgebung in der Judengasse anschlossen, wo schließlich etwa 120 Menschen demonstrierten. Während und kurz nach den Versammlungen kam es zwar zu kleineren Disputen zwischen Protestierenden und Convent-Mitgliedern, diese konnten von den Einsatzkräften jedoch schnell geschlichtet werden, sodass es am Freitag zu keinen Straftaten kam.
Buttersäure-Anschlag am Kriegerdenkmal
Den traurigen Höhepunkt des Wochenendes verzeichnete die Polizei am Montagmorgen. Unbekannte verübten kurz vor der traditionellen Kranzniederlegung einen mutmaßlichen Farb- und Buttersäureanschlag auf das Kriegerdenkmal an den Schlossplatzarkaden. Neben einer extremen Geruchsbelästigung entstand ein Sachschaden durch Reinigungskosten in Höhe von mehreren tausend Euro. Auch im weiteren Verlauf des Montags mussten die Beamten während des traditionellen Fackelzugs und insgesamt sieben Gegendemonstrationen mehrfach einschreiten. Die Bilanz des Tages umfasst unter anderem zwei Anzeigen wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz durch Vermummung, diverse Beleidigungen sowie einige körperliche Auseinandersetzungen. Die Handgreiflichkeiten blieben jedoch ohne schwerwiegende Folgen; eine ärztliche Versorgung der Beteiligten war nicht notwendig.
Kriminalpolizei ermittelt wegen Raubes
Abseits des direkten Demonstrationsgeschehens kam es zudem zu einem schweren Delikt. Am frühen Sonntagmorgen wurde ein 27-jähriger Mann aus Bochum in der Nägleinsgasse Opfer eines Überfalls. Unbekannte näherten sich dem Mann von hinten, drückten ihn gegen eine Hauswand und entwendeten gewaltsam seine Verbindungsmütze. In diesem Fall hat die Kriminalpolizeiinspektion Coburg die Ermittlungen wegen Raubes aufgenommen. Darüber hinaus mussten die Beamten am Wochenende etliche weitere Streitigkeiten schlichten und kleinere Delikte protokollieren. Laut Polizeiangaben ist der Großteil der registrierten Straftaten dem Lager der Convent-Gegner zuzuordnen. Um das Einsatzaufkommen zu bewältigen, wurde die Coburger Polizeiinspektion von Kräften umliegender oberfränkischer Dienststellen sowie von Einheiten der bayerischen Bereitschaftspolizei aus Nürnberg und Würzburg unterstützt.