Mo., 07.02.2022 , 11:54 Uhr

Stadt Coburg

Coburg: Polizei löst illegales Reichsbürgertreffen auf

Personen aus Reichsbürgerszene treffen sich in Coburger Schule

Die Coburger Polizei löste Samstagabend (05. Februar) ein illegales Treffen von Reichsbürgern in einem Coburger Schulgebäude auf. Alle Teilnehmer erwartet nun ein Strafverfahren wegen Hausfriedensbruch. Wie sich die Personen Zugang zu der Schule verschafft haben, ist derzeit noch unklar.

Polizei erfährt von Reichsbürgertreffen

Die oberfränkische Polizei hatte aufgrund umfangreicher Ermittlungen vorab Kenntnis von der geplanten Versammlung im Raum Coburg. Lediglich die genaue Örtlichkeit des Treffens blieb bis zuletzt verschleiert. Die Coburger Polizei erhöhte daraufhin ihre Präsenz und führte in den Abendstunden schwerpunktartige Vorkontrollen auf Ein- und Ausfahrtstraßen durch. In diesem Zusammenhang verdichteten sich Anhaltspunkte, wonach die Zusammenkunft in der Rudolf-Steiner-Schule im Coburger Stadtteil Beiersdorf stattfinden soll.

55 Personen treffen sich in Rudolf-Steiner-Schule

Als die Einsatzkräfte, unter denen sich auch ein Coburger Einsatzzug befand, gegen 20:00 Uhr das Schulgelände betraten, bestätigte sich der Verdacht. 55 Personen, die allesamt dem Reichsbürgermilieu zuzuordnen sind und aus weiten Teilen von Deutschland stammen, hielten sich im großen Saal der Schule auf. Der Einsatzleiter und zugleich stellvertretende Dienststellenleiter der Coburger Polizei konnte in einem Gespräch mit der Schulleitung in Erfahrung bringen, dass diese keine Kenntnis von einer derartigen Versammlung hat und sogleich vom eigenen Hausrecht Gebrauch macht. Der Rektor kündigte an, dass alle Teilnehmer wegen Hausfriedensbruch angezeigt werden und unverzüglich das Schulgelände zu verlassen haben.

Strafverfahren eingeleitet 

Die Polizisten umstellten währenddessen den Gebäudekomplex und führten die Reichsbürger nacheinander eine Personenkontrolle zu. Die Beamten stellten die Identität von allen Anwesenden fest und verwiesen sie des Platzes. Jeden einzelnen erwartet nun ein Strafverfahren.

Schule distanziert sich von Reichsbürgermilieu 

Die Frage, wie die Personengruppe in das Schulgebäude gelangt war, ist nun Kern der polizeilichen Ermittlungen des Kommissariats für Staatsschutzdelikte der Kriminalpolizei Coburg. Diese arbeiten hierbei eng mit der Schulleitung zusammen. Es gibt derzeit keinerlei Hinweise, dass pädagogisches Personal der Schule, oder auch Büromitarbeiter, daran beteiligt waren. Auf der Internetseite der Rudolf-Steiner-Schule distanzierte sich Schulleitung und Vorstand bereits klar von dem Vorfall und dem Gedankengut der Reichsbürgerbewegung.

Stellungnahme Rudolf-Steiner-Schule:

Beiersdorf Coburg Polizei Reichsbürgrer Rudolf-Steiner-Schule Treffer Waldorfschule

Das könnte Dich auch interessieren

26.09.2026 Coburg: Polizei findet Cannabis und Waffe - 50-Jähriger in Untersuchungshaft Wie die Polizei jetzt meldet, gingen Zivilbeamte am Dienstag (22. September) im Umfeld des Coburger Bahnhofs dem Verdacht auf einen möglichen Handel mit Cannabis nach. Bei einer anschließenden Durchsuchung stellten die Einsatzkräfte mehrere hundert Gramm Marihuana sowie verschiedene Waffen und weitere gefährliche Gegenstände sicher. Ein 50-jähriger Tatverdächtiger sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. 25.09.2026 Coburg: Unbekannter Mann begrapscht 12-Jährige in der Innenstadt Am Donnerstagnachmittag (24. September) wurde ein 12 Jahre alter Mädchen von einem erwachsenen Mann in der Coburger Mohrenstraße belästigt. Die Polizeiinspektion Coburg hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet die Bevölkerung um Hinweise. 24.09.2026 Coburg: Schockanrufer erbeuten große Menge Gold Mit einer perfiden Betrugsmasche haben Unbekannte am Mittwoch (23. September) eine Frau in Coburg um Gold im Wert eines mittleren fünfstelligen Eurobetrags gebracht. Die Kriminalpolizei ermittelt und bittet um Hinweise aus der Bevölkerung. 22.09.2026 +UPDATE+ Mutmaßlicher Mord in der Coburger Rosengasse: Polizei durchsucht Innenstadt Vor einer Woche erschütterte eine grausame Tat Coburg. Ein 45 Jahre alter Mann wird am 15. September in einer Wohnung in der Rosengasse angegriffen und tödlich verletzt. Am nächsten Tag wird ein 35-Jähriger wegen des Mordverdachts festgenommen. Am heutigen Dienstag (22. September) finden weitere Suchmaßnahmen rund um den Tatort statt.