Im Zoologischen Garten in Hof können Besucher so manches exotisches Tier bestaunen. Neben Erdmännchen, Affen und Kängurus gehört auch ein beeindruckender afrikanischer Vogel zum Bestand der Einrichtung, der nun von der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) zum „Zootier des Jahres 2026“ ernannt wurde.
Der Kronenkranich ist „Zootier des Jahres“
Wie der Hofer Zoo in einer Pressemitteilung vom Mittwoch (21. Januar) erklärt, handelt es sich um den Kronenkranich: „Seine elegante Erscheinung, die goldschimmernde Federkrone, der weittragende Ruf und sein anmutiger Tanz machen ihn zu einem äußerst attraktiven Botschafter für seine Art und seine gefährdeten Lebensräume“. Mit der Auszeichnung wolle man vor allem auf die zunehmenden Bedrohungen für den Kronenkranich und für afrikanische Feuchtgebiete und kleinbäuerliche Kulturlandschaften als seine bevorzugten Lebensräume, aufmerksam machen. Das öffentliche Bewusstsein für seinen Schutz müsse gestärkt werden.
„Ein faszinierender Vogel“: Sachsens Ministerpräsident Kretschmer setzt sich für Artenschutz ein
Bei der Vorstellung der Kampagne für das „Zootier des Jahres“ im Dresdner Zoo betonte Sachsens Ministerpräsident Kretschmer die Wichtigkeit des Artenschutzes, um die Wunder der Natur zu bewahren:
Der Kronenkranich ist mehr als ein faszinierender Vogel – er ist ein Glücksbote, ein Symbol für Frieden und ein sensibler Gradmesser für den Zustand unserer Natur. Sein Schutz erinnert uns daran, dass der Erhalt der Artenvielfalt und intakter Lebensräume eine gemeinsame Verantwortung ist, die weit über Ländergrenzen hinausreicht. Mit dem Zootier des Jahres 2026 geben wir diesem besonderen Botschafter eine starke Stimme.
(Michael Kretschmer, sächsischer Ministerpräsident)
In Afrika wird er verehrt
Die Spezies ist südlich der Sahara beheimatet und wird in vielen Kulturen der Sahelzone als Glücksboten und Wächter über die Gesundheit der Menschen und des Viehs verehrt. In Uganda ziert der Kronenkranich als Wappentier sogar die Nationalflagge und gilt als Symbol für Fortschritt und Frieden, in Ruanda und Burundi steht er für Glück und Reichtum. Als herausragende Heuschreckenjäger helfen Kronenkraniche, die Entstehung riesiger Wanderheuschreckenschwärme, die ganze Ernten vernichten können, einzudämmen.
Zunehmende Gefährdung durch den Menschen
Vogelbeobachter aus aller Welt reisen nach Afrika, um diesen imposanten Vogel, der über eine Flügelspannweite von zwei Metern verfügt, in seinem natürlichen Lebensraum zu erleben. Nicht zuletzt trägt der Kronenkranich dadurch zum Einkommen vieler afrikanischer Familien bei. Tragischerweise ist der Kronenkranich jedoch durch Lebensraumverlust, die Zerstörung von Feuchtgebieten und menschliche Eingriffe in ihre natürlichen Lebensräume zunehmend gefährdet.
Brutaler Populationsrückgang in den letzten Jahrzehnten
Auch der verstärkte Einsatz von Chemikalien in der Landwirtschaft, die Kollision mit Stromleitungen, der illegale internationale Wildtierhandel und die direkte Bejagung durch den Menschen zur Verwendung als Nahrungsmittel oder zur Haltung als „Dekoobjekte“ in Haus- und Hotelgärten tragen dazu bei, dass die Kronenkranichbestände in vielen Regionen Afrikas seit Jahren zurückgehen. So nahm die Zahl der Kronenkraniche etwa in Ostafrika in den letzten 40 Jahren um 80 Prozent ab. In Tansania, einer Nation mit einer dreimal so großen Fläche wie Deutschland, leben nur noch knapp 2.000 Vögel.