Gegen einen ehemaligen Pfleger der Bayreuther Klinik Hohe Warte wird wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung und Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz ermittelt. Dem 38-Jährigen wird vorgeworfen, im Zeitraum von September 2024 bis April 2026 insgesamt acht meist älteren Patienten ohne deren Einwilligung und ohne Dokumentation Beruhigungsmittel verabreicht zu haben.
Keine Hinweise auf Tötungsabsicht
Der Beschuldigte hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert, weshalb das Motiv für die Taten weiterhin unklar ist. Nach Angaben der Polizei gibt es jedoch keine Anhaltspunkte für sexuellen Missbrauch oder eine Absicht, die Betroffenen zu töten.
Klinikum stellt Pfleger frei und erstattet Anzeige
Das Klinikum Bayreuth reagierte nach Bekanntwerden der Vorwürfe, trennte sich von dem Mitarbeiter und erstattete Mitte April 2026 Anzeige. Weitere Details nannte das Krankenhaus mit Verweis auf das laufende Verfahren zwar nicht, betonte aber, die polizeiliche Arbeit nach Kräften zu unterstützen.
Staatsanwaltschaft entscheidet über Anklage
Der Fall liegt nur bei der Staatsanwaltschaft Bayreuth. Diese entscheidet im nächsten Schritt, ob Anklage erhoben, ein Strafbefehl beantragt oder weiter ermittelt werden muss.