In der Eishockey Oberliga Süd droht ein Beben: Die Heilbronner Falken stehen vor großen finanziellen Problemen und damit vor dem vorzeitigen Aus. Die Selber Wölfe und die onesto Tigers Bayreuth könnten sportlich davon profitieren.
Heilbronn werden sechs Punkte abgezogen
Finanzielle Probleme gibt es in Heilbronn schon länger, das ist kein Geheimnis. Bereits im Sommer stand die Lizenz für die Oberliga auf der Kippe, letztendlich durften die Falken aber doch in Deutschlands dritthöchster Spielklasse antreten. Bedingung: Unabhängig von einem möglichen Saisonabbruch werden den Baden-Württembergern nach Ende der regulären Saison sechs Punkte abgezogen.
Neue finanzielle Probleme
Zwischenzeitlich konnte das finanzielle Loch in Heilbronn gestopft werden, nun sind die Probleme aber wieder da. Der Verein wandte sich Mitte Januar mit einer E-Mail an die Sponsoren und bat um weitere Unterstützung: „Inzwischen sind wir an einem Punkt angelangt, wo die bisherigen Aktivitäten, den Etat der Saison 25/26 sicherzustellen und die verbliebene Schuldenlast aus der Vergangenheit abzubauen, unsere Möglichkeiten übersteigt“, stand in der Mail, die die Fanszene in Heilbronn zuletzt veröffentlichte und auch der Heilbronner Stimme vorliegt.
Wie könnten Selb und Bayreuth profitieren?
Ein vorzeitiges Aus könnte auch die beiden oberfränkischen Vereine in der Oberliga Süd betreffen: Heilbronn steht derzeit auf Platz vier, Selb lauert dahinter mit nur einem Punkt Rückstand auf Rang fünf. Nach dem bereits feststehenden Sechs-Punkte-Abzug der Falken am Ende der regulären Saison wären die Wölfe also schon vorbeigezogen.
Bayreuth belegt aktuell Rang acht und hat zwar 30 Punkte Rückstand auf Heilbronn, kämpft allerdings noch um die direkte Playoff-Teilnahme. Sollte Heilbronn in der laufenden Spielzeit also noch aus dem Spielbetrieb ausscheiden, stünden die Chancen für Selb auf ein Heimrecht in der ersten Playoff-Runde noch besser als sowieso schon. Bayreuth würde im Kampf um Platz sechs, der zur direkten Playoff-Teilnahme berechtigt, ebenfalls etwas Boden gutmachen.
Was passiert mit den bereits gespielten Partien?
Die reguläre Saison in der Oberliga Süd neigt sich so langsam aber sicher dem Ende zu und sowohl Selb als auch Bayreuth haben schon je dreimal gegen Heilbronn gespielt. Die ernüchternde Bilanz: Alle sechs Spiele gingen an Heilbronn. Während Selb (2:3 n.V., 1:6, 3:4) zumindest einen Punkt gegen die Falken holte, unterlagen die Tigers (1:10, 4:6, 2:3) stets nach 60 Minuten. Ein Blick auf die Spielordnung des Deutschen Eishockey-Bunds verrät allerdings:
„Scheidet eine bestimmte Mannschaft eines Clubs aus dem Meisterschaftsspielbetrieb aus, obliegt es der zuständigen Institution entweder sämtliche Spiele dieser Mannschaft nicht zu werten oder aber unter Beibehaltung der bisherigen Ergebnisse die noch verbleibenden Spiele der aktuell gespielten Spielrunde gegen diese Mannschaft zu werten.“
DEB-Spielordnung, Fassung vom 31.05.2025
Bedeutet: Noch steht nicht fest, ob die insgesamt sechs Niederlagen der oberfränkischen Teams bei einem Ausscheiden der Falken bestehen blieben. Wovon man aber wohl ausgehen darf: Die verbleibende Partie, die beide Mannschaften noch gegen Heilbronn zu absolvieren hätten, würde mit 5:0 für die Tigers, bzw. die Wölfe gewertet werden.
Auch wenn beide Teams sich sicher lieber sportlich durchsetzen wollten, so würden sowohl die Wölfe als auch die Tigers von einem Ausscheiden der Falken aus dem Spielbetrieb – zumindest sportlich – profitieren.