Fr., 05.06.2026 , 11:25 Uhr

Oberfranken / Bayern

TVO-Umfrage: Bringt die Widerspruchslösung mehr Organspender?

Bayerns Gesundheitsministerin wirbt für Widerspruchslösung

Anlässlich des Tags der Organspende am 6. Juni hat Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach erneut für die Einführung der Widerspruchslösung geworben. Hintergrund ist der weiterhin hohe Bedarf an Spenderorganen: Derzeit warten in Bayern rund 1.050 Menschen auf ein lebenswichtiges Organ, bundesweit sind es etwa 8.000. 

Anlässlich dazu möchte TV Oberfranken Ihre Meinung zum Thema Widerspruchslösung wissen. Glauben Sie, dass eine Widerspruchslösung zu mehr Organspendern führen wird? Nehmen Sie an unserer Online-Umfrage teil. Sie ist anonym. 

Leichte Steigerung bei Organspendezahlen in Bayern 

Bei den Organspendezahlen zeigt sich im Freistaat bislang eine leichte Verbesserung. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) gab es von Januar bis einschließlich Mai 67 postmortale Organspender. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 61. Für einen nachhaltigen Trend seien diese Zahlen jedoch noch nicht aussagekräftig, betonte Gerlach.

Widerspruchslösung soll Zahl der Spendenorgane erhöhen und Angehörige entlasten 

Die Ministerin sprach sich deshalb erneut für die sogenannte Widerspruchslösung aus. Demnach würde jeder Mensch grundsätzlich als Organspender gelten, sofern er nicht aktiv widerspricht. Die Freiwilligkeit der Entscheidung bleibe dabei gewahrt, erklärte Gerlach. Ziel sei es, die Zahl der verfügbaren Spenderorgane zu erhöhen und gleichzeitig Angehörige in schwierigen Situationen zu entlasten. Zugleich rief die Ministerin dazu auf, sich frühzeitig mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen und die eigene Entscheidung festzuhalten. Wer seinen Willen dokumentiere, nehme seinen Angehörigen im Ernstfall eine schwere Entscheidung ab.

Ein Drittel der Menschen besitzen in Deutschland einen Organspendeausweis

Nach einer Umfrage des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit aus dem Jahr 2024 stehen 85 Prozent der Menschen in Deutschland der Organspende grundsätzlich positiv gegenüber. Dennoch besitzt nach eigenen Angaben nur etwa ein Drittel einen Organspendeausweis. Gerlach betonte daher, wie wichtig es sei, die persönliche Entscheidung zur Organspende auch zu dokumentieren.

 

Zur Online-Umfrage:

Hinweis: Es handelt sich um keine repräsentative Umfrage. 

Weiterführende Informationen:

Tag der Organspende: Rund 8.000 Menschen warten in Deutschland auf ein lebenswichtiges Spenderorgan
Bayern Gesundheitsministerin Judith Gerlach Oberfranken Organspendeausweis Organspender Widerspruchslösung

Das könnte Dich auch interessieren

30.09.2026 Eurojackpot um eine Zahl verfehlt: Dennoch 1,2 Millionen Euro reicher Ein Eurojackpot-Spielteilnehmer aus Bayern darf sich über einen Gewinn von mehr als einer Million Euro freuen. Bei der Ziehung am Dienstag (29. September) gelang dem Glückspilz der Treffer in der Gewinnklasse 2. Genau 1.140.604,80 Euro gehen an den bayerischen Spielschein. 16.09.2026 Oberfranken schrumpft: Immer weniger Menschen in der Region In Bayern ist die Zahl der Einwohner im ersten Halbjahr 2026 laut dem Bayerischen Landesamt für Statistik zurückgegangen. Am 30. Juni 2026 lebten rund 13,23 Millionen Menschen im Freistaat. Ende des Jahres 2025 waren es noch 13.245.503 Personen. 09.09.2026 Oberfranken / Deutschland: Sechster bundesweiter Warntag am 10. September 2026 Am Donnerstag (10. September) findet der diesjährige bundesweite Warntag statt. An diesem Aktionstag erproben Bund und Länder sowie die auf freiwilliger Basis teilnehmenden Kreise, kreisfreien Städte und Gemeinden in einer gemeinsamen Übung ab etwa 11:00 Uhr ihre Möglichkeiten zur Warnung der Bevölkerung. 07.08.2026 Zahl der tödlichen Badeunfälle steigt: 2026 sind bereits 54 Menschen in Bayern ertrunken Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat für 2026 eine Zwischenbilanz veröffentlicht. Diese zeigt, dass bislang bereits 54 Menschen in Bayern ertrunken sind. Das sind drei mehr als im Vorjahr und mehr als in jedem anderen Bundesland. Allein in Oberfranken sind vier Menschen bei Badeunfällen ums Leben gekommen. Die DLRG äußert sich zu möglichen Risikofaktoren und appelliert an die Bevölkerung.