Ein doppeltes Jubiläum und ein starkes Signal für die Zukunft: Am Montag (15. Juni) feierte der Bundeswehrstandort Hof sein 55-jähriges Bestehen – passenderweise am 2. Nationalen Veteranentag. Die Oberfrankenkaserne ist heute die letzte verbliebene Kaserne in ganz Oberfranken. Um die tiefe Verwurzelung der Truppe in der Region zu untermauern, besiegelten die Stadt Hof und die Zentrale Untersuchungsstelle der Bundeswehr für Technische Aufklärung (ZU-Stelle) eine offizielle Patenschaft. Die Urkunde wurde im Rahmen eines feierlichen Appells vor der Marienkirche in der Hofer Altstadt unterzeichnet.
Ein starkes Signal für Sicherheit und Vertrauen
Hofs Oberbürgermeister Stefan Schmalfuß fand bei der Zeremonie deutliche Worte der Anerkennung für die Truppe: „55 Jahre Bundeswehrstandort Hof – das sind 55 Jahre Sicherheit, Zuverlässigkeit und Vertrauen.“ Die Stadt sei sehr stolz auf die Arbeit der Soldatinnen und Soldaten und wolle auch in Zukunft ein verlässlicher Partner an ihrer Seite sein. „Dieser Wille soll mit der geschlossenen Patenschaft noch einmal unterstrichen werden und zeigen, wie sehr wir den Einsatz der Soldaten schätzen – sowohl in allen Bereichen des kommunalen Lebens als auch bei der Sicherung des Friedens und unserer Demokratie“, so Schmalfuß weiter. Die Initiative für diesen feierlichen Schulterschluss ging von Oberst Torsten Grefe aus. Der Leiter der ZU-Stelle und Standortälteste hatte die Patenschaft mit der Stadt Hof offiziell angeregt.
Von der Radarstelle zum modernen Cyber-Stützpunkt
Hinter der heutigen ZU-Stelle in der Oberfrankenkaserne steckt eine geschichtsträchtige Entwicklung. Bis zum Zusammenbruch des Warschauer Paktes und der deutschen Wiedervereinigung war die Dienststelle unter dem Namen „Fernmelde- und Radarstelle der Bundeswehr“ bekannt. Mit dem Wandel der Zeit und dem Beginn der weltweiten Auslandseinsätze der Bundeswehr kamen kontinuierlich neue, hochkomplexe Aufgabenfelder hinzu. Heute ist die ZU-Stelle eine hochspezialisierte militärische Dienststelle und fest in der modernen Teilstreitkraft des Cyber- und Informationsraums (CIR) verankert. Direkt dem Kommando Aufklärung und Wirkung nachgeordnet, nimmt der Standort Hof eine absolute Sonderstellung innerhalb der Fernmelde- und Elektronischen Aufklärung ein: Die Kaserne fungiert als entscheidendes Bindeglied zwischen technisch-wissenschaftlicher Spitzenforschung und der praktischen Umsetzung für die Truppe im Einsatz. Aktuell sind am Standort Hof rund 450 Bedienstete beschäftigt.