Am Landgericht Bamberg ist am heutigen Montag (12. Oktober) der aufsehenerregenden Prozess um einen sogenannten „Mord ohne Leiche“ neu gestartet. Ein 75-jähriger Mann aus Forchheim muss sich wegen Mordes erneut verantworten, nachdem der Bundesgerichtshof ein früheres Urteil aufgehoben hatte. Er soll seine Lebensgefährtin Katina K. getötet haben, doch von der Leiche fehlt bis heute jede Spur.
Angeklagter schweigt
Der erste Verhandlungstag am Landgericht Bamberg im neu aufgerollten Fall Katina K. begann mit einer Verspätung von rund 30 Minuten. Nach weiteren 45 Minuten war alles auch schon wieder vorbei. Dies lag unter anderem an der Abwesenheit der Nebenklage, Katinas Eltern. Genau wie im ersten Prozess äußerte sich Joseph H. bislang nicht zu den Vorwürfen.
Senior soll Trennung nicht akzeptiert haben
Dem Angeklagten Joseph H. wird vorgeworfen, seine damalige Lebensgefährtin Katina K. im August 2024 aus niedrigen Beweggründen getötet zu haben. Zuvor soll die Frau überraschend angekündigt haben, alleine nach Bulgarien zurückkehren zu wollen, was der Mann laut Anklage nicht hinnehmen konnte. Die Leiche des Opfers wurde bis zum heutigen Tag nicht gefunden. Bereits im Oktober 2025 war der Senior wegen Totschlags verurteilt worden, doch der Fall wurde im Mai 2026 zur Neuverhandlung an eine andere Strafkammer zurückverwiesen.
Hintergründe der Beziehung und Prozessumfang
Wie aus der Anklageschrift hervorgeht, hatte der 75-jährige H. das spätere Opfer im Jahr 2023 über ihre Tätigkeit als Prostituierte kennengelernt. Für die geplante, gemeinsame Auswanderung hatte der Angeklagte bereits sein gesamtes Hab und Gut in Deutschland veräußert. Der nun vor der 1. Strafkammer startende Prozess wird äußerst umfangreich, da das Gericht über 30 Fortsetzungstermine bis in den Januar 2027 hinein angesetzt hat. Schon der erste Prozess, der letztlich zur Aufhebung durch den BGH führte, hatte ganze 29 Hauptverhandlungstage in Anspruch genommen.