Vor dem Oberlandesgericht München hat heute der Prozess gegen eine mutmaßliche IS-Rückkehrerin aus Oberfranken begonnen. Die Bundesanwaltschaft wirft der in Bamberg geborenen Lydia G. die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vor. Zudem steht der Vorwurf der Gefährdung des Kindeswohls im Raum.
Angeklagte schließt sich 2014 dem Islamischen Staat an
Nach den Ermittlungen soll die 38 Jahre alte Angeklagte im Jahr 2014 gemeinsam mit ihren drei Kindern in das syrische Kriegsgebiet gereist sein, um sich dort der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) anzuschließen. Zuvor habe sie ihren Ehemann in der Türkei getroffen. Dieser soll im Jahr 2015 ums Leben gekommen sein. In der Folge soll sich die Frau einem weiteren IS-Kämpfer angeschlossen haben. Während ihres Aufenthalts in der Region wurde ein weiteres Kind geboren.
Vier Kinder in Obhut des Jugendamtes
Lydia G. lebte nach dem Zusammenbruch der IS-Strukturen mehrere Jahre in einem kurdischen Gefangenenlager in Nordsyrien. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland im Jahr 2025 wurde sie festgenommen. Die inzwischen vier Kinder wurden in die Obhut des Jugendamts gegeben.
Prozess auf 15 Verhandlungstage angesetzt
Die Anklage sieht eine Gefährdung des Kindeswohls darin, dass die Frau ihre Kinder in ein Kriegsgebiet mitgenommen und dort der IS-Ideologie ausgesetzt haben soll. Der Prozess ist zunächst auf 15 Verhandlungstage angesetzt und soll bis einschließlich 7. Mai dauern.