In Oberfranken und Mittelfranken hat ein mutmaßlicher Kaufinteressent in den vergangenen Wochen bei Probefahrten sechs Motorräder gestohlen. Durch das Hinterlegen wertloser Pfänder erschlich sich der Täter das Vertrauen der Verkäufer und verursachte so einen Beuteschaden von rund 41.000 Euro.
Perfide Masche mit falschem Pfand
Über Kleinanzeigen vereinbarte der Betrüger gezielt Besichtigungstermine im Raum Bamberg, Nürnberg und Fürth. Um die arglosen Besitzer in Sicherheit zu wiegen, hinterließ er als Pfand häufig den Fahrzeugschlüssel einer zuvor entwendeten Maschine. Weil der Dieb zudem mit großem Fachwissen glänzte, verzichteten viele Opfer auf eine genaue Prüfung von Ausweis und Führerschein. Dies kann für die Verkäufer unangenehme rechtliche Konsequenzen haben, da sie als Fahrzeughalter die Fahrerlaubnis des Probefahrers zwingend kontrollieren müssen.
Fahndungserfolge und Polizei-Appell
Die Kriminalpolizei Bamberg hat die Ermittlungen wegen des betrügerischen Erlangens von Kraftfahrzeugen übernommen und verfolgt die Spur des unbekannten Täters intensiv. Fünf der sechs gestohlenen Motorräder konnten die Beamten erfreulicherweise bereits sicherstellen und an ihre rechtmäßigen Eigentümer zurückgeben. Ein ähnlicher, inzwischen geklärter Fall ereignete sich zudem bereits im April in Hof. Die Polizei rät privaten Verkäufern dringend, sich vor einer Probefahrt immer einen gültigen Führerschein zeigen zu lassen und niemals Fahrzeugschlüssel als Pfand zu akzeptieren.