Mi., 07.05.2025 , 12:04 Uhr

Oberfranken/Würzburg

Skandal-Derby in der Regionalliga: Würzburger Kickers nach "erschreckenden Vorfällen" gegen Schweinfurt hart bestraft!

Platzsperre wegen massiver Fan-Ausschreitungen

Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) hat nach den massiven Ausschreitungen im Rahmen der Regionalliga-Partie zwischen dem 1. FC Schweinfurt und den Würzburger Kickers hart durchgegriffen. Bei dem Skandal-Spiel im Schweinfurter Sachs-Stadion am vergangenen Freitag (2. Mai) hatten Teile der mitgereisten Anhängerschaft der Kickers versucht, durch den massiven Einsatz von Pyrotechnik einen Spielabbruch zu erzwingen.

Konsequenz nach Pyro-Chaos: Verband bewirkt einstweilige Verfügung vor dem Sportgericht Bayern

Schiedsrichter Markus Pflaum hatte sich dem Willen der Störenfriede allerdings nicht gebeugt und die Partie nach mehreren Unterbrechungen stattdessen in der 83. Minute beim Stand von 2:1 für das Heimteam abgepfiffen, sodass Schweinfurt an diesem Tag tatsächlich die Meisterschaft feiern durfte. „Der FC Würzburger Kickers muss als Konsequenz aus den erschreckenden Vorfällen rund um das Spiel beim 1. FC Schweinfurt 05 seine Heimspiele in der Regionalliga Bayern bis auf Weiteres unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen: Dies hat der Verbandsanwalt des Bayerischen Fußball-Verbandes im Wege der einstweiligen Verfügung vor dem Sportgericht Bayern erwirkt“, heißt es nun in einer am Mittwoch (7. Mai) veröffentlichten Mitteilung des BFV.

Geisterspiele in Würzburg

Gegen die Entscheidung seien zwar Rechtsmittel möglich, eine aufschiebende Wirkung hätten diese jedoch nicht. Die vom BFV gemäß § 53 Abs. 3 der Rechts- und Verfahrensordnung (RVO) verhängte Platzsperre (Ausschluss der Öffentlichkeit) besitze bis zur Beendigung des Hauptsacheverfahrens Gültigkeit. Gemäß § 40 Abs. 1 RVO habe der Vorsitzende des zuständigen Sportgerichts die einstweilige Verfügung erlassen, weil dies „zur Aufrechterhaltung von Ordnung, Recht und Fairness im Fußballsport“ notwendig sei.

Heftige Strafe für „massive Verfehlungen“ der Würzburg-Fans

Der Verbandsanwalt habe mit Blick auf das Hauptsacheverfahren, in dem die Beteiligten umgehend zu Stellungnahmen aufgefordert worden sind, festgestellt, dass „es sich um massive Verfehlungen der Gäste-Fans und damit einhergehend um einen erheblichen Verstoß gegen die Platzdisziplin handelt. Schon aufgrund der erheblichen Spielunterbrechungen, die durch die Ausschreitungen verursacht wurden, wird im Hauptsacheverfahren ein Punktabzug zu verhängen (§ 73 Abs. 2 Buchst. b RVO) und – auch aufgrund der Gesamtsituation – eine Platzsperre durch Ausschluss der Öffentlichkeit in Betracht zu ziehen sein“.

BFV will deutliches Signal setzen

Der Bayerischen Fußball-Verband sei sich darüber bewusst, dass er mit der jetzt getroffenen Entscheidung „auch die überragende Mehrheit der friedlichen Zuschauerinnen und Zuschauer – insbesondere Familien mit Kindern – von Heimspielen der Würzburger Kickers ausschließt“. Man sehe aufgrund der massiven Vorfälle aber keine andere Möglichkeit, um ein deutliches Signal zu setzen, und wolle mit der Maßnahme genau diesen Personenkreis schützen.

Sportliche Leitung der Kickers distanziert sich von Fan-Krawallen

Der BFV habe bei seinem Vorgehen ausdrücklich berücksichtigt, dass sich die Verantwortlichen des FC Würzburger Kickers deutlich von den Vorkommnissen distanziert haben. Ob und welche Konsequenzen der Verein aus Unterfranken letztendlich zieht, ist Gegenstand des laufenden Hauptsacheverfahrens. Alle Highlights vom Skandal-Spiel zwischen Schweinfurt und Würzburg sehen Sie in unserer aktuellen Ausgabe des BFV-Magazins.

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