In der Nacht zum Sonntag (11. Januar) bot sich über Oberfranken ein Anblick, der eher an den hohen Norden erinnerte als an Mitteleuropa. Bei eisigen Temperaturen bei minus zehn Grad lagen Wiesen und Felder starr unter einer gefrorenen Schneedecke, während sich über dem klaren Nachthimmel ein außergewöhnliches Naturschauspiel entfaltete. Polarlichter tauchten den Himmel in schimmernde Farben und waren stellenweise deutlich über dem Horizont zu erkennen.
Zahlreiche Schaulustige auf dem Vogelberg in Bischberg
Besonders eindrucksvoll präsentierte sich das Schauspiel auf dem Vogelberg in Bischberg im Landkreis Bamberg. Bei nahezu perfekter Sicht eröffnete sich von dort ein weiter Panoramablick in Richtung Norden, wo grüne, violette und rötliche Lichtschleier auftauchte. Zahlreiche Beobachter nutzten die klaren Bedingungen, um das seltene Ereignis mit eigenen Augen zu verfolgen.
Ursache für das farbenprächtige Himmelsschauspiel war ein starker geomagnetischer Sturm, der in dieser Nacht auf die Erde traf. Die geladenen Teilchen der Sonne interagierten mit dem Magnetfeld der Erde und erzeugten so die ungewöhnlich weit südlich sichtbaren Polarlichter. Für viele war es ein Moment, der Oberfranken für kurze Zeit in eine fast skandinavische Winterlandschaft verwandelte.
Warum sind Polarlichter in unseren Bereiten so selten?
Kurz erklärt: Polarlichter entstehen vor allem in den Polargebieten, weil das Erdmagnetfeld geladene Teilchen der Sonne dorthin lenkt. Oberfranken liegt weit südlich dieser typischen Polarlichtzone, weshalb Nordlichter hier normalerweise nicht zu sehen sind. Nur bei besonders starken Sonnenstürmen dehnt sich das Gebiet so weit aus, dass die Lichter auch in Nordbayern sichtbar werden.