UPDATE (Sonntag, 23. August / 17:39 Uhr)
Nach dem plötzlichen Fund zahlreicher toter Fische im Kulmbacher Naherholungsgebiet an der Kieswäsch haben die Behörden am Sonntag (23. August) ein sofortiges Badeverbot verhängt. Um dem kritischen Sauerstoffmangel im Gewässer entgegenzuwirken, sind Feuerwehr und THW derzeit mit einem massiven Pumpeneinsatz vor Ort.
Ursachenforschung und sofortige Sperrung
Der Kulmbacher Fischereiverein hatte am Sonntagvormittag die leblosen Tiere im Wasser entdeckt, woraufhin Oberbürgermeister Dr. Ralf Hartnack umgehend Alarm schlug. In enger Abstimmung mit Landrat Jonas Gleich sowie den zuständigen Fachbehörden wurde der Uferbereich unverzüglich abgesperrt und das Schwimmen bis auf Weiteres untersagt. Erste Messungen der Wasserqualität im Bereich des Stegs offenbarten eine extrem niedrige Sauerstoffsättigung, die nach Experteneinschätzung das Fischsterben akut begünstigt.
Technischer Kraftakt der Rettungskräfte
Um das Gewässer schnellstmöglich wieder mit lebensnotwendigem Sauerstoff zu versorgen, rückten mehrere regionale Feuerwehren an und wälzten mit Tragkraftspritzen zunächst rund 3.200 Liter Wasser pro Minute um. Im weiteren Verlauf des Einsatzes brachte das Technische Hilfswerk (THW) aus Kulmbach, Kronach und Naila noch deutlich stärkere Spezialpumpen an die Mainaue. Unterstützt von der Wasserwacht und der DLRG können durch die Hochleistungspumpen nun gewaltige 24.000 Liter pro Minute gefördert werden. Dieser intensive Belüftungseinsatz soll laut Behördenangaben auch in den kommenden Tagen unvermindert fortgesetzt werden.
Laborergebnisse stehen noch aus
Parallel zu den technischen Sofortmaßnahmen laufen die detaillierten Untersuchungen zur genauen Ursache des Vorfalls auf Hochtouren. Neben umfangreichen Wasserproben werden auch die eingesammelten Kadaver in spezialisierten Laboren stichprobenartig analysiert. Oberbürgermeister Hartnack lobte derweil die hervorragende Zusammenarbeit der Behörden sowie den immensen Einsatz der ehrenamtlichen Helfer. Bis die finalen Laborergebnisse in einigen Tagen vorliegen und sich die ökologische Situation vor Ort stabilisiert hat, bittet die Stadt Kulmbach alle Bürgerinnen und Bürger um Verständnis für die Einschränkungen.
ERSTMELDUNG (Sonntag, 23. August / 15:53 Uhr)
An der Kieswäsch in Kulmbach läuft seit dem Sonntag (23. August) ein größerer Einsatz von Feuerwehr, Wasserwacht und THW. Am Vormittag gegen 10.30 Uhr wurden die Einsatzkräfte wegen eines weitreichenden Fischsterbens in dem Gewässer alarmiert.
Beißender Geruch und tote Fische
Vor Ort vernahmen die Kräfte neben einem durchdringenden Geruch auch zahlreiche tote Fisch, die an der Oberfläche des Sees trieben. Eine erste Erprobung des Gewässers zeigte kaum Sauerstoffgehalt an, weshalb die Kieswäsch offensichtlich zu Kippen drohte. Mit Rohren wurde von Booten aus versucht, Sauerstoff in das Gewässer zu bekommen.
Einsatz bis in die Nacht
Neben den rund 100 Einsatzkräften sind auch Fischereivereine und Angler mit Booten und Netzen im Einsatz, die beim Einsammeln der verendeten Tiere helfen. Auch der Kulmbacher Oberbürgermeister Ralf Hartnack war vor Ort, um sich ein Bild der Lage zu machen. Nach ersten Schätzungen wird der Einsatz noch bis in die Nacht hinein andauern. Der Kieswäsch ist mindestens für die Dauer des Einsatzes gesperrt.